Juli 6, 2015 – 19 Tammuz 5775
Sühne statt Versöhnung

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Die „Aktion Sühnezeichen“ im Blickpunkt  

Interview von Magdalena Kammler

Frau Dr. Pruin, Sie sind seit 2013 gemeinsam mit Jutta Weduwen Geschäftsführerin von ASF. Wie kamen Sie zur Organisation?

Ich bin Theologin, habe unter anderem in Israel studiert und auch politisch gearbeitet. Stets hat mich die Frage begleitet: Wo müssen wir selbstkritisch gegenüber der christlichen Theologie sein, wenn sie den Holocaust nicht verhindert hat und wie kann man zu einem aktiven Handeln gelangen? Von daher bin ich sehr froh bei ASF zu sein. Hier kommt alles zusammen, was ich bisher gemacht habe.

Der Name „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ impliziert auch gleichzeitig die drei Leitsätze der Organisation. Vielleicht können Sie diese kurz erläutern?

In der „Aktion“ geht es darum, tätig zu sein, nicht einfach nur zu reden, sondern auch eine konkrete Arbeit zu leisten. Der Begriff „Sühne“ ist uns wichtig, weil wir niemanden in die Versöhnung zwingen

wollen, sondern wirklich mit dieser Haltung bei uns bleiben. Mit jeder neuen Freiwilligengeneration wird auch neu über den Begriff diskutiert. „Zeichen“, weil wir zeichenhaft Verantwortung für

die deutsche Vergangenheit übernehmen und gemeinsam an einer besseren Zukunft arbeiten möchten. Der Begriff „Friedensdienste“ kam später dazu und setzt ein umfassendes, nicht immer rein

pazifistisches Friedensverständnis voraus.

Wieviele Deutsche gehen jedes Jahr ins Ausland und in welche Länder werden die Freiwilligen entsendet?

Jedes Jahr gehen ungefähr 140 deutsche und 40 internationale Freiwillige in 13 Länder. Die Jahresprojekte finden in Israel, den USA, Russland, der Ukraine, Weißrussland, Frankreich, England,

Belgien, den Niederlanden, Norwegen, Tschechien und Polen statt. Die Sommerlager finden darüber hinaus auch in Ländern wie Griechenland, Italien, Rumänien und auf dem Balkan statt. In diesem Jahr haben wir zum Beispiel im griechischen Kastoria ein Programm, bei dem die Teilnehmenden sich auf die jüdischen Spuren der Stadt begeben und zusammen ein Podcast erstellen. (…)

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