Mai 13, 2015 – 24 Iyyar 5775
Störfaktor Israel-Flagge

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Symbole des jüdischen Staats werden in Deutschland immer wieder als Provokation gesehen  

Von Jerome Lombard

Bis kurz vor Anpfiff hing im Gästeblock der Ingolstädter das blau-weiß gestreifte Banner mit dem Davidstern in der Mitte – die Nationalflagge Israels. Die Fußballfreunde aus Bayern wollten mit dem Stück Stoff ihre Unterstützung für ihr Team und speziell für Mittelfeldspieler Almog Cohen ausdrücken. Der 26-Jährige stammt aus Be’er Schewa, spielte schon bei Maccabi Netanya und dem 1. FC Nürnberg und steht seit zwei Jahren in Ingolstadt unter Vertrag. Zu jeder Begegnung ihrer Mannschaft nehmen die Fans die Israel-Flagge mit und hängen sie an den Absperrzaun zwischen Tribüne und Spielfeld, um den Publikumsliebling Cohen ordentlich anzufeuern. Auswärts wie zu Hause.
(…)
Der Einsatzleiter vor Ort wertete das Zeigen der Fahne als eindeutig politische Aussage. Nach Absprache mit dem Fan-Beauftragten aus Ingolstadt ließ die Polizei die Fahne vom Zaun abhängen. Ein Eklat. Ist es in einem deutschen Fußballstadion etwa verboten, die Fahne des jüdischen Staates zu zeigen?
Genau das wollte Cohen, der die Polizei-Aktion von der Reservebank aus beobachtet hatte, wissen und fragte einen Ordner. Dessen Antwort twitterte Cohen nach dem Spiel auf Hebräisch an seine israelischen Follower: „Ich fragte den Ordner, ob auch andere Fahnen im Stadion verboten sind. Er sagte ‚Nein, nur die jüdische Flagge‘. Ich war schockiert. Aber: Das passiert zum ersten Mal. Die Fans in Deutschland sind toll!“
In der Tat gab der Ordner nur das auf den Punkt gebracht wieder, was auch die Berliner Polizei auf Nachfrage des FC Ingolstadt später zur Begründung der Abhängaktion formulierte: Man habe sich aus Rücksicht auf „die große palästinensische Gemeinschaft in Berlin“ zu der Maßnahme entschlossen.

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