Ein neues Buch von Joseph Heid zur Karriere des jüdischen Sozialdemokraten  

Von Hans Erler

(…) Aber er gehörte eben doch zu der „kleinen, hochgradig politisch motivierten Gruppe zurückwandernder deutscher Juden“. Er stand für eine „Position“, die „durch alle linken Raster“ fiel. Spätestens seine Kritik am Godesberger Programm und damit der Grundsatzpolitik der SPD machte das deutlich.
In seinem persönlichen Kandidatenbrief 1949 als Hamburger Bundestagskandidat verzichtete der 1947 aus dem schwedischen Exil Zurückgekehrte darauf, sein Engagement im „jüdischen“ Jugendverband zu erwähnen, kurz: „Er verschwieg seine jüdische 'Vergangenheit'“. Mit der SPD traf er sich im vorbehaltlosen „Bekenntnis zu Demokratie und demokratischen Freiheitsrechten“. Als Jude war Blachstein heimlicher Außenseiter unter halben Freunden. Als solcher gewann er vier Jahre nach der Schoah sein Bundestagsmandat über den Direktwahlkreis bei den norddeutschen Wählern. Er bewegte sich dabei „auf einer kritischen, linken Linie“.
(…)
10 Jahre später galt seine Kritik an der Parteiführung auch „ihren Reaktionen auf die Studentenbewegung“ und der „Einschränkung der Diskussion über den Vietnamkrieg aus außenpolitischen Rücksichten auf die USA“. Seiner „antimilitaristischen Haltung blieb Blachstein treu“, nicht nur in dieser Frage „ließ er sich nie den Mund verbieten“ resümiert Heid.
Im Mai 1968 bot ihm Willy Brandt den Botschafterposten in Jugoslawien an, Blachstein schien auf dem „politischen Olymp angekommen“.

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