Senat lädt zur Trauerfeier für die Opfer vom Breitscheidplatz einen islamistischen Prediger ein, der sich in der „taz“ öffentlich zur Moslembrüderschaft bekennt  

Januar 11, 2019 – 5 Shevat 5779
Perversion der Trauer

Von Anastasia Iosseliani

Wieder einmal hat die «taz» den Vogel abgeschossen, dieses Mal mit einem Interview mit dem Imam Mohamed Taha Sabri („Die Gesellschaft ist bunt & vielfältig“ vom 25. Dezember 2018), in welchem sich dieser ganz nebenbei dazu bekennt zur Muslimbruderschaft zu gehören.

Taha Sabri war auch an dem Gottesdienst beteiligt, der nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz gehalten wurde. Es ist bizarr, wenn ein solcher Imam an einem Gottesdienst teilnimmt, aber man in einer Stadt wie Berlin keinen orthodoxen Priester finden konnte – trotz der Tatsache, dass zwei der Opfer des Anschlags, nämlich Anna und Georgi Bagratuni, orthodoxe Christen aus der Ukraine waren. Die «taz», die oft Toleranz bis zur moralischen Prostitution predigt, gibt dies auf sobald es um Muslimbrüder und andere regressive Elemente aus dem Ausland geht.

Der Gründer der Muslimbruderschaft war offener Antisemit und viele seiner Anhänger sind genau deshalb Muslimbrüder geworden. Die Muslimbruderschaft ist eine rückwärtsgewandte, antisemitische, misogyne Organisation, die das weltweite Kalifat anstrebt. Auch muss man bedenken, dass gerade die «taz» nicht unschuldig am Aufstieg von Subjekten wie Martin Lejeune war. Der Islamkonvertit Lejeune rühmte sich lange «der Nahostkorrespondent» der «taz» gewesen zu sein.

Aber es ist jedoch nicht nur die «taz», die bei Extremisten wie Islamisten, «Grauen Wölfen» (der größten rechtsextremistischen Organisation auf deutschem Boden, deren Mitglieder u.a. für den Mord am zypriotischen Aktivisten Anastasios «Tassos» Isaac verantwortlich sind) und dergleichen eine Politik des Wegsehens praktiziert. Die Stadt Bielefeld zum Beispiel verlieh einen Integrationspreis an den Vorsitzenden der Merkez Cami-i / Zentral-Moschee, Adil Önder. Herr Önder posierte freiwillig und ohne Not am Denkmal des Gründers der «Grauen Wölfe», Alparslan Türkes, und postete das Beweisfoto davon auf seiner Facebook-Seite.

Würde ein Rabbi, der dem Kahanismus folgt, einen Integrationspreis bekommen?
Dieser Rassismus der niedrigen Erwartungen bezieht sich vor allem auf Menschen und Ideologien aus der Ummah, der Gemeinschaft der islamischen Staaten. Denn es ist kaum vorstellbar, dass man in Deutschland einem Rabbiner, welcher sich zum Kahanismus bekennen würde, irgendeinen Integrationspreis verleihen oder diesen als Integrationsvorbild preisen würde. Bei Muslimen macht man solche offensichtlichen Ausnahmen. Eine solch ignorante Politik von «Wohlmeinenden» gegenüber allem, was aus dem islamischen Kulturkreis und von islamisch sozialisierten Menschen kommt, ist brandgefährlich, weil sie die zivilisatorischen Mindeststandards, wie die Errungenschaften der Aufklärung und Menschen- und Frauenrechte auf dem Altar der Ignoranz und Indifferenz opfert, während sich die Wohlmeinenden weiterhin in ihrer eigenen Selbstgerechtigkeit suhlen werden. Es ist beinahe schon bizarr, wie offensichtlich solch regressive Subjekte aus der Ummah ihre Ideologie mitten unter uns ausleben können, ohne dass dies in irgendeiner Form sanktioniert würde und man ebenjenen Subjekten stattdessen verschiedene Plattformen für ihre kruden Versuche der Agitation bietet, so dass diese Agitation zur Normalität erhoben wird.

Obwohl es sehr wohl einen Unterschied macht, in welcher Form man die Agitation von regressiven Subjekten mitbekommt, sei es entweder in Form von Reden, die auf einer Obstkiste im Park gehalten werden oder in der Form, dass ein nun bekennender Muslimbruder an einem Gedenkgottesdienst für Anschlagsopfer vom Breitscheidplatz teilnehmen kann, wie dies mit dem erwähnten Taha Sabri geschah. Eine solche Politik von «Wohlmeinenden» wirkt fast wie eine Belohnung für regressives Verhalten auf mich.

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