Auch in Deutschland versucht eine jüdische Seniorin einem moslemischen Zuwanderer zu helfen – und muss es schon sehr bald bereuen.  

Von Yehudit Toledo Gruber

Seit einigen Jahren schon macht unser Wohngebiet nicht mehr viel her, was jedoch unser städtischer Großvermieter naturgemäß ganz anders sieht. Die sehr alte Bausubstanz mitsamt der aus der Zeit gefallenen Rohr- und Leitungssystemen aus den 1940-iger Jahren hält junge deutsche Familien immer mehr davon ab, sich hier einzuquartieren. Also werden in sämtliche freie Wohnungen nun verstärkt Zuwanderer einquartiert. Oft ganze Familien mit ihren Kindern, die einen völlig anderen Lebensrhythmus pflegen, mit ihren eigenen Regeln, Sitten und Bräuchen. Und fast alle diese neuen Mieter sind Muslime.

Vor anderthalb Jahren nun machte ich mich wie jeden Samstagmorgen bereit für den Weg zum G´ttesdienst in unsere Gemeinde. Alles war wie immer, die Zeituhren pünktlich eingestellt, die Türklingel abgestellt, der Schabbesgürtel umgehängt – als es plötzlich an meiner Wohnungstür klopfte. Erst zaghaft, dann dringlicher. Das war sehr ungewöhnlich, und so brauchte ich einige Minuten für die Überlegung, ob ich meine Tür öffne oder nicht. Es musste etwas Wichtiges sein, soviel stand für mich fest, denn weshalb sonst klopft man derart fordernd an eine fremde Tür?

Vor mir stand ein junger, schlanker Afrikaner, ein Somali, wie ich später erfuhr, der einfach meinen Arm ergriff und in schlechtem Deutsch signalisierte, dass er jetzt meine Hilfe bräuchte. Mir kam das sehr ungelegen, denn ich hatte mich besonders an diesem Samstag auf den bevorstehenden G´ttesdienst gefreut, weil uns ein neuer Kantor vorgestellt werden sollte. Mit einem Seufzer also stieg ich mit diesem fremden Somali die Dachbodentreppen hoch, die schon vor Jahren extra ausgebessert und poliert wurden als man zeitgleich, im Rahmen einer „Wohnraumverdichtung“ auch die dazu gehörigen zwei Bodenkammern ausbaute für zwei zusätzliche, kleine Sozialwohnungen.

Er war also der neue Mieter über mir, den man in vollkommen nackte Wände eingewiesen hatte, ohne funktionierendes warmes Wasser oder Heizung, ohne Herd, Tisch, Bett oder einen Stuhl, was ich recht ungläubig zur Kenntnis nahm. Doch weil schon in nervöser Eile, führte ich diesen Somali kurzerhand in meinen Keller und übergab ihm fürs erste meinen Gartentisch, zwei Stühle, Decken und meine aufgehobene, fast neue Kaffeemaschine mitsamt dem Café und den Filtertüten. Denn ich hatte mir erst Tage zuvor eine neue Espresso-Maschine geleistet. Dem Somali machte ich im „Kindergarten-Deutsch“ klar, dass ich erst am Abend zurück sein könne und dann für ihn weitere technische Hilfen organisieren würde über die „Havarie-Notrufnummern“ unseres Vermieters. Doch dass ich es mir überhaupt erlaubt hatte, am Samstagabend die Technik-Notrufnummer zu benutzen, bescherte mir noch Wochen später großen Ärger. Irgendwann aber trudelten die Handwerker trotzdem ein und kümmerten sich um das warmes Wasser, brachten die Heizungen „auf Leistung“ und auch eine Glühbirne an die Decke des einzigen kleinen Wohnraumes. In den Folgetagen sammelte ich bei einigen Nachbarn noch schöne und nützliche Möbel, die der Somali zufrieden in seine Wohnung schleppte.

Die ganze Hand statt nur den kleinen Finger
Während der Folgemonate stand der neue afrikanische Mieter nun öfter vor meiner Tür. Mal mit Dokumenten von unseren Behörden, die er nicht verstand. Oder mit diversen Mahnbescheiden, die er sich weder erklären – geschweige denn „händeln“ konnte. Und manches Mal fehlte ihm Geld, welches ich ihm lieh, zwar nur kleine Beträge, doch für mich, als ältere Seniorin, trotzdem nicht belanglos.

Da sich seine Probleme häuften, ließ ich mir eine erforderliche Vollmacht unterschreiben, führte unzählige Telefonate mit den Ämtern, legte einen Ordner für seine Unterlagen an, schmetterte seine Mahnbescheide ab und ging mit ihm zu seinem zuständigen Sozialamt. Dort mit ihm eine Nummer zu ziehen, endlos zu warten, den überforderten Sozialarbeiter kennenzulernen mitsamt der Regeln und Pflichten für einen Flüchtling und dem Helfer, waren interessante Erfahrungen für mich. Eine der späteren Erfahrungen war leider auch, dass der Somali trank. Sobald er sich während der wärmeren Monate draußen auf eine unserer Gemeinschaftsbänke setzte, stets mit einer Zigarette und diversen Flaschen Bier, rückten die anderen Mieter nun von ihm ab. Ungut sein glasiger Blick und seltsam sein Gang. Auch ich versuchte behutsam, seine Kontakte zu mir etwas zu reduzieren, denn langsam wurde es mir zu mulmig.

Zudringlichkeiten
Eines Tages saß er mit seinen Unterlagen erneut an meinem Küchentisch, neben sich sein Rucksack voller Bierflaschen, die er wohl gerade eingekauft hatte. Seine fast obligatorische Zigarette hatte ich ihm in meinen Räumlichkeiten von Anfang an untersagt. Doch zu spät bemerkte ich den glasigen Blick und sein Schwanken auf dem Stuhl. In Eile erledigte ich daher die notwendigen Telefonate, als er sich dicht zu mir herüber beugte, seine Hand auf mein Knie legte und bedrohlich näher rückte. Ich stand auf, entfernte seine Hand von meinem Knie und drängte ihn vorsichtig aus meiner Wohnung. Alles ging gut, doch im Nachhinein stand für mich fest, dass ich ihn nicht mehr in meine Wohnung lassen sollte.

Wenige Wochen später kam er wohl deshalb in meinem kleinen Gärtchen, welches ich direkt vor dem Haus angelegt habe, auf mich zu und informierte mich darüber, dass er nun eine Freundin hätte, die bald das gemeinsame Kind zur Welt bringen würde. Doch leider wohne sie bei Mannheim, weshalb er immer pendeln müsse. Dieses Gespräch „über den Gartenzaun“ hinweg nutzte ich gleich für meine Bitte und auch den Hinweis, dass es ihm nicht erlaubt sei, während seiner Abwesenheit den Wohnungsschlüssel an seine afrikanischen Freunde weiter zu reichen, die dann in seiner Wohnung mitternächtlich derartigen Lärm veranstalteten, dass ich die Polizei rufen musste. Der Wohnungsverwaltung schien das egal zu sein, denn als ich sie darüber informierte, kamen weder Kontrolle, Nachfragen noch ein Gespräch zustande.

Eine neue Frau
Im Herbst vorigen Jahres dann zog zu meiner großen Überraschung auch die Freundin – er sagte, sie sei nun seine Frau – mitsamt dem neugeborenen Sohn und einem kleinen Mädchen, aus einer anderen Beziehung, in die Dachkammer über mir ein. Von da an gab es kaum noch Ruhe für mich. Der Lärm und das Gepolter waren unbeschreiblich. Weder halfen meine Bitten noch hilfreiche Hinweise bezüglich unserer Feiertags- und Ruhezeiten. Auf späteren Wunsch dieser somalischen Frau, auch sie kam in meinem Gärtchen persönlich auf mich zu („Wohnung Scheiße, Mann schlecht, viel trinken ...“), drückte mir einige Dokumente in die Hand und bat mich um Hilfe. Aus Mitleid setzte ich mich daher erneut mit den zuständigen Sozialbehörden in Verbindung und formulierte Anträge für zwei Krippenplätze. Denn die Zustände in dieser kleinen Wohnung über mir waren unbeschreiblich und die Leidtragenden vor allem die beiden Kinder. Es rührte sich auch einiges – doch über Genaueres wollten mich die Behörden „aus Datenschutzgründen“ nicht informieren. So vergingen einige Wochen, als es gegen 23 Uhr nachts an meiner Wohnungstür klopfte. In der Annahme, es sei meine Nachbarin, öffnete ich die Tür einen Spalt und sah den schwankenden Somali vor mir. Mit ungutem Blick zischte er: „Lass meine Frau in Ruhe!“ und versuchte zeitgleich, meine Tür weiter zu öffnen um sich hereindrücken zu können. Geistesgegenwärtig gelang es mir aber noch gerade so, ihn zurückzuschieben und meine Tür fest zu verschließen. Hinterher erlitt ich fast eine Herzattacke und hatte leider auch keine Nerven mehr, die Polizei zu rufen. Allein die Vorstellung, diesem Somali nun künftig, zu welcher Tages- oder Abendzeit auch immer, begegnen zu müssen, bereiteten mir Angst, Sorgen und zusätzliche Herzprobleme. Denn ich bin seit Jahren eine Herzpatientin und sollte mich vor Aufregungen schützen.

Wohnungstür eintreten
Doch in der Nacht vom 26. zum 27. Januar diesen Jahres wurde ich erneut aus den Schlaf gerissen. Denn der Somali versuchte unter wüsten Beschimpfungen und mit brachialer Gewalt meine Wohnungstür einzutreten. Entsetzt sprang ich aus dem Bett, rannte zum Telefon und rief die Polizei. Zwei Männer kamen unverzüglich, brachten den immer noch wütenden Somali weg von meiner Tür und schafften ihn in seine Wohnung. Anschließend versuchten sie, mich zu beruhigen und meinten, der Mann sei ja nur betrunken gewesen und jetzt in seiner Wohnung. Doch für mich war das Ganze alles andere als erledigt. Gleich am nächsten Tag ging ich zur Polizeidienstelle unseres Wohnviertels und versuchte, eine Anzeige erstatten zu können. Doch das wurde abgelehnt mit der sinngemäßen Begründung, meine Tür sei ja noch in den Angeln, kein Blut geflossen und ich noch am Leben!

Man drückte mir ein gelbes Blättchen in die Hand mit „Rechtlichen Informationen für Häusliche Gewalt“ sowie den dazugehörigen Telefonnummern. Und weil ich bei unserer Polizei keine weitere Unterstützung erhielt, wählte ich später eine dieser Polizei-Rufnummern, die bezüglich „Gewalt-Einsätze“ zuständig seien. Doch der ansonsten sehr nette Polizist erklärte mir am Telefon, dass sie da weiter nichts machen könnten und ja: „unser Staat kein seine Bürger leider nicht mehr schützen“. Bis zum heutigen Tag hat sich bezüglich dieser Nachtattacke an meiner Wohnungstür keine Behörde mehr darum gekümmert oder sich um mich gesorgt, obwohl ich darauf hingewiesen hatte, dass ich mich nicht nur als ältere, allein lebende Frau sondern auch als Jüdin bedroht fühle. Lediglich der hier zuständige Vermieter sah sich aufgrund meiner mehrfachen und dringlichen Hilfsgesuche spät veranlasst, ein Vermittlungsgespräch anzubieten wegen „Beanstandungen in meinem Wohnumfeld“. Dieses Gespräch steht nun noch aus.

Durch den Kopf aber geht mir seither, was wohl unser Innenminister Joachim Herrmann dazu sagen würde, verkündete er doch erst neulich: Null Toleranz – auch nicht bei den kleinsten Vergehen … Und ebenfalls durch den Kopf ging mir ein möglicher Artikel + entsprechende Schlagzeile für die BILD ... Nun ja, so weit muss es ja nun wirklich nicht kommen, denn die JÜDISCHE RUNDSCHAU ist am besten für die Veröffentlichung meines Falles geeignet.

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