Dezember 4, 2015 – 22 Kislev 5776
Mit Herz und Verstand für die jüdische Sache

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Der Herausgeber Dr. Rafael Korenzecher im Interview 

Herr Dr. Korenzecher, das von Ihnen gestartete Zeitungsprojekt ist schon 17 Monaten alt, trotzdem haben Sie bislang darauf verzichtet durch Angaben zu Ihrer Vita, Ihre eigene Person in den Vordergrund zu stellen. Warum?

Lieber Herr Goldberg, wie Sie als Mitinitiator unseres Publikationsprojekts genau wissen, sind unsere beiden Monatsperiodika Evrejskaja Panorama und Jüdische Rundschau  ein wirkliches Herzensanliegen von mir.

Da es heute seit Ende des Zweiten Weltkrieges wieder notwendiger geworden ist denn je,  geht es mir dabei  aus tiefster Seele vor allem darum, unser Zeitungsprojekt  für unsere Leser – jüdisch und nichtjüdisch – zu einem echten Vermittler und Anwalt der jüdischen Sache zu machen.

Das Judentum hat bereits in der Antike und ohne jede vorangehende kulturelle Vorlage mit der Einbringung der Zehn Gebote als zentralen Bestandteils seines religiösen Credos eine erste, für die damalige Zeit überaus revolutionäre, sehr frühe Formulierung der Menschenrechte geschaffen.

Es waren genau diese, unter eine strenge Glaubens-Sanktion gestellten „Zehn Gebote“  und die  daraus abgeleiteten, verbindlich in der Religionsschrift der Juden, der Thora, verankerten zwischenmenschlichen Verhaltensregeln, die der gesamten Menschheit  den Weg geöffnet haben, das atavistische und uneingeschränkte Recht des Stärkeren durch ethische Normen und bis heute gültige Standards des sozialen Miteinander zu ersetzen.

Die leider bis in die Gegenwart vielerorts andauernde Verletzung und Nichteinhaltung dieser – zwischenzeitlich in fast alle neuzeitlichen Rechtssysteme aufgenommenen – sozialen und rechtlichen Prinzipien schmälert in keiner Weise den einzigartigen jüdischen Beitrag für die Entwicklung unserer humanen Ethik und den Aufbruch der menschlichen Zivilisationen in die Moderne.

Der grundlegende Einfluss des Judentums und seiner ethischen Prägungen auf das christliche Abendland  ist – trotz der durch das Christentum in seiner Geschichte bis heute breit praktizierten Anfeindung der jüdischen Mutterreligion – weder zu übersehen noch zu leugnen.

Kurzum – unsere heutige, überaus verteidigungswerte, freiheitliche westliche Lebensweise und die großen Errungenschaften des Abendlandes in Kultur, Kunst und Wissenschaft sind untrennbar mit dem Judentum verbunden und ohne jüdischen Beitrag nicht denkbar.

Umso mehr schmerzt es mich, dass in den letzten Jahrzehnten mit stark zunehmender, auch die gegenwärtige islamische Migrantenexplosion begleitender Tendenz, ganz und gar unverkennbar eine neue Dimension Islam-getragenen, ungehemmt die Vernichtung der Juden propagierenden, neubelebten Judenhasses entstanden ist.

Besonders bestürzend ist, dass sich diese Entwicklung – nur wenige Jahrzehnte nach der Tragödie des deutschen Genozids an den europäischen Juden – ohne jeden Aufschrei oder die eigentlich erwartete Ächtung dieses Phänomens durch die Mitte unserer  hiesigen nicht-islamischen Gesellschaft vollzieht. Im Gegenteil – das sich anfänglich noch, wenn auch nur unzulänglich, als Israel-Kritik tarnende, diesmal vor allem Islam-induzierte Wiedererstarken des antijüdischen Sentiments geschieht wieder mit durchaus breiter Mainstream-Akzeptanz auch durch diejenigen, denen die sonstig vom Islam ausgehenden Hass- und Gewalteruptionen gegen unsere Lebenswelt zunehmend Angst machen.  Sorge bereitet mir hier auch der Gleichklang dieses neu manifestierten islamischen Judenhasses mit dem tradierten, ewig gestrigen, tumben Stürmer-Antisemitismus der – als Reaktion auf das weitgehende politische Versagen unserer Kaum-Noch-Volksparteien – massiv wachsenden rechten und neo-rechten Szene.

Nicht zuletzt tragen auch die Links- und Grünen-Parteien mit auf dem Islam-Auge einseitig erblindeter und vorgetäuschter Gutmensch-Attitüde erheblich zum antijüdischen Sentiment unserer Gesellschaft bei. Die von großen Teilen der Grünen und Linken schlicht übernommenen tradierten antisemitischen Stereotype der Nazis führen zu einer nahezu grotesk anmutenden Fürsprache für den Islam und die ausnahmslos undemokratischen arabischen Unrechtsregime.  Es ist anders kaum zu erklären, dass die sich ursprünglich u.a. über das Eintreten für Genderneutralität sowie für Frauen-   und Schwulenrechte definierenden Grünen den politischen Spagat schaffen, nahezu kritiklos islamische  Systeme zu unterstützen, die – man kann durchaus sagen – sämtlich Frauen entrechten und Homosexuelle massiv drangsalieren. Besonders deutlich wird diese Judenfeindlichkeit der Grünen im Falle des Öllandes Iran, wo die grüne Atomausstiegspartei widersinnigerweise die gegen Israels Existenzrecht gerichtete Verwertung der Atomkraft ausdrücklich billigt, während sie hierzulande kaum einen Tag ohne massive Polemik und Proteste gegen die friedliche Atomkraftverwertung auskommt.

Bei der Partei der Linken hat kaum jemals eine wirkliche Distanzierung zur Israel-Feindlichkeit ihrer Mutterpartei aus den Zeiten des Ulbricht/Honecker-Regimes stattgefunden. Ebenso wenig gab es eine echte kritische Aufarbeitung des der Nazi-Ideologie gar nicht sehr  fernen massiven kommunistischen, anti-trotzkistischen Antisemitismus Stalin‘scher und Ulbricht‘scher  Prägung. Die bekannte orthodox antisemitische Haltung der Linken reicht – wie auch kürzliche Ereignisse gezeigt haben – bis in den Bundestag hinein und führt zu einer nahezu undifferenzierten Unterstützung israelfeindlicher, vornehmlich islamischer, aber auch anderer Regime und Terrororganisationen. Besonders breit – bis in die Parteispitze hinein – angesiedelt ist bei den Linken auch die Unterstützung gewalttätiger hiesiger, strikt Israel-feindlicher, faktisch faschistoider, sogenannter AntiFa-Gruppierungen und des ebenfalls gewalttätigen,  Judenhass auf unseren Straßen auslebenden, aus zumeist  muslimischen Migranten bestehenden, Juden-ins-Gas-Parolen verbreitenden Israelflaggen-Verbrennungs-Mobs.

Bei aller Gegensätzlichkeit bereiten all die oben genannten Gruppen in Form einer unheiligen Allianz untereinander und gemeinsam mit dem tradierten antijüdischen Vorbehalt des hiesigen Mainstreams den Nährboden für die zunehmende  Anfeindung und Verunsicherung jüdischen Lebens in unserem Lande. Antisemitismus und Israel-Dämonisierung  haben – in einem in der Nachweltkriegszeit nie auch nur vorstellbarem Ausmaß bereits breit akzeptierten Eingang in unsere Mainstream-Politik und Mainstream-Medien gefunden  und sind nahezu ohne jede geschichtliche Schambarriere in unserer Gesellschaft wieder salonfähig geworden.

Sich gemeinsam mit unseren Lesern diesen, unsere gesamte freiheitliche Lebensweise gefährdenden antisemitischen Strömungen vermittelnd und brückenbauend entgegenzustellen, ist das übergeordnete Anliegen unserer Redaktion und meiner Person als Herausgeber dieser Publikation.

Vor diesem Anliegen musste meine eigene Vita und Personalie  in den Hintergrund treten.

Und trotzdem sind unsere Leser bestimmt interessiert zu erfahren, was für eine Person hinter dieser Zeitung steht…

Das ist für mich immer etwas emotional – da Sie aber zu entschlossen wirken, um Ihren Fragen zu entgehen, hier einige Stationen meines Lebens.

Geboren wurde ich als Sohn jüdischer Eltern in der noch vom  Stalinismus der frühen 50er Jahre geprägten Nachkriegs-polnischen, vormals niederschlesischen Stadt Walbrzych (Waldenburg), wo ich ausschließlich polnischsprachig, ohne jedwelche Deutschkenntnisse meine frühe Kindheit verbrachte.

Mein Geburtsort ist ein zufälliger, da meine Eltern aus dem östlichen Teil Polens, mein Vater sogar aus dem unweit der damaligen sowjetischen Grenze  gelegenen Lublin stammt, das sich quasi  im Zentrum des durch Nazi-Deutschland vollständig vernichteten sprachlichen „Yiddish-Land“ befand.   Im westpolnischen Walbrzych sind beide ohne eigene Intention erst nach der Kapitulation Nazi-Deutschlands als entwurzelte DPs (Displaced Persons) gestrandet.

Protestaktion 1976 am Frankfurter Flughafen antisemitismus gegen udssr

Protestaktion 1976 am Frankfurter Flughafen

Den Umstand meiner Geburt verdanke ich nicht nur der schönen Tatsache, dass meine Eltern, die sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg kennenlernten, Gefallen aneinander gefunden haben, sondern vor allem der gar nicht selbstverständlichen glücklichen Fügung, dass sie beide – als jeweils nahezu einzige ihrer Familie – die Zeit der systematischen Judenvernichtung durch Nazi-Deutschland überlebt haben.

Dies geschah, wie besonders mein traumatisierter Vater immer und immer wieder betonte – angesichts der Millionen anderer  jüdischer  Opfer – eher unverdient und Glück-geschuldet in ganz verschiedener Weise. Versteckt bei polnischen Bauern, meine Mutter – mit gefälschter Identität und ständiger Entdeckungsangst in Orten, Wäldern und Erdhöhlen des wechselnden deutsch-sowjetischen Kriegsfront-Verlaufs, mein Vater.

Das Schicksal der übrigen Familienmitglieder ist nur teilweise bekannt. Meine Großeltern väterlicherseits und die meisten seiner Geschwister wurden von den deutschen Besatzern in den Gaskammern des Konzentrationslagers Majdanek, das sich nur wenige Kilometer vor Lublin befindet, ermordet.

Nur einer glücklichen Zufallsfügung habe ich – nach einigen wenigen Jahren polnischer Grundschule – zu verdanken, dass meine Eltern eine sich ihnen bietende Gelegenheit ergreifen konnten, in einer kaum vorbereiteten Aktion, Polen mit meiner kleinen Schwester und mir zu verlassen.

Dies geschah gerade rechtzeitig im Vorjahr der Errichtung der Berliner Mauer 1961, deren Bau ich täglich aus dem Fenster der kleinen Sozialbauwohnung an der Westseite der Bernauer Straße beobachten konnte. Hier hatten meine Eltern unser erstes, neues Domizil im freien Teil des geteilten Berlin zugewiesen bekommen.

Es folgte mein erstes deutsches Grundschuldiktat vom Umfang einer Schulheftseite und der stattlichen Zahl von 79 Rechtschreibfehlern! Danach Grundschuldabschluss und nach sieben Jahren Unterricht auf einem altsprachlichen Gymnasium im traditionellen Berliner Arbeiterbezirk Wedding – sehr zum Stolz meiner Eltern und peinlich genug – ein Prädikats-Abitur.

Einen derartigen Stolz in den Augen meines am Ende des letzten Jahrhunderts viel zu früh verstorbenen, von den Nazis gepeinigten und zum Waisen gemachte Vaters, der in der schrecklichen Zeit mehr als einmal nur knapp der Entdeckung durch deutsche Judensuchtrupps und dem Tode entkommen ist, erlebte ich nur noch ein einziges Mal.

Es war der Tag, an dem mein Vater in einem mit sehr steilen Sitzreihen versehenen Hörsaal, in den er mich an diesem Tage begleitet hatte, mit ansehen konnte, wie mir, seinem Sohn, der Doktor-Titel  der medizinischen Fakultät der Freien Universität Berlin verliehen wurde.

Er, der alle von ihm beherrschten Sprachen – polnisch, russisch und später auch deutsch – sämtlich  in wunderschöner jiddischer Akzentuierung sprach – und nun sein  Sohn – ein Doktor-Titel einer deutschen Universität – des Deutschland, das ihn noch vor wenigen Jahrzehnten mit Überlegenheits-Dünkel und Herrenmensch-Attitüde wie Ungeziefer von der Erdoberfläche tilgen wollte. Die Nazis, die seine Familie und seine Jugend zerstört hatten, haben ihn – talentiert, feinfühlig und intelligent wie er war – gezwungen in einer Erdhöhle zu leben. Sein Sohn konnte wieder fliegen!

Er hat danach eigentlich nie wieder viel darüber gesprochen, nur der Blick, mit dem er mich damals ansah, bleibt mir auch jetzt, viele Jahre nach seinem Tode, in Erinnerung und belohnt mich überreichlich für all die zum Teil nicht immer einfachen und häufig auch entbehrungsreichen Stationen meiner Schul- und Universitätsjahre: Mein Chemie-Studium, das ich als Diplom-Chemiker abgeschlossen habe, meine Jahre als – mit der Chemie-Ausbildung angehender Mediziner beauftragter und zeitweilig sogar verbeamteter – wissenschaftlicher Assistent und mein parallel dazu mit großer Zuneigung absolviertes Studium der Medizin.

Es war auch diese Motivation durch die – wenn auch nur fragmentarisch und eher selten – uns Kindern vermittelten Verfolgungserlebnisse, die mich schon sehr frühzeitig zur stets sensibilisierten  Reflektion meiner hiesigen Situation als – wie man heute sagen würde – ost-jüdischer Migrant und zur nahezu seismographischen Beachtung der Interaktion meiner nicht-jüdischen Umwelt mit ihren Juden geführt hat.

Entsprechend früh begann daher auch mein lebenslanges Engagement für die jüdische Sache, gegen Antisemitismus, Judenhass jeder Couleur sowie Delegitimierung und Feindschaft gegen den Staat Israel, die einzige wirkliche Demokratie im gesamten Mittleren Osten und legitime Heimstatt aller Juden.

Noch als Abiturient wurde ich in den Jüdischen Studentenverband Berlin (JSVB) aufgenommen, dessen Vorsitzender ich später für 2 Jahre geworden bin.

Während  des heimtückischen, von Israel mit großer Anstrengung erfolgreich abgewehrten, arabischen Vernichtungsüberfalls auf den noch jungen Staat Israel am Yom-Kippur-Tage 1973 war ich bereits einer der beiden führenden Vorstandsmitglieder des Bundesverbandes Jüdischer Studenten  in Deutschland (BJSD).

Neben dem Einsatz für eine schnelle Befreiung von damals in syrische Kriegsgefangenschaft geratenen israelischen Soldaten war ich einer der verantwortlichen Briefversender und bis zum Bundesgerichtshof gehenden Klageführer und Protagonisten für einen freien und ungehinderten Briefverkehr an die israelischen Kriegsgefangenen in Syrien sowie die uneingeschränkte Anwendung des Weltpostabkommens und der Genfer Konvention durch Syrien und die Bundesrepublik Deutschland.

rafael korenzecher herausgeber juedisce rundschau

1)  Dr. Korenzecher mit dem israelischen Präsidenten Weizmann und dem General Gabriel Last 2) Mit den Bürgermeistern von New York und Tel Aviv, Giuliani und Milo.
3)  Mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker 4) Mit dem israelischen General und Politiker Ehud Barak

Meine mehrere Jahre währende Amtszeit im Vorstand des Bundesverbandes Jüdischer Studenten in Deutschland (BJSD) und gleichzeitige Mitgliedschaft in der World Union of Jewish Students (WUJS) war vor allem auch gekennzeichnet durch die zum großen Teil in meiner Verantwortlichkeit stehende studentische Unterstützung der jüdischen Dissidentenbewegung und Auswanderung von Juden aus der damaligen Sowjetunion. Besondere Beachtung in der deutschen Öffentlichkeit haben die vom BJSD unter meiner erheblichen Mitverantwortung in diesem Sinne für die sowjetischen Dissidenten organisierten Demonstrationen am Frankfurter Flughafen und anderen Orten unter dem Motto „Let my People go“ gefunden.

Nach Beendigung meiner Studien und Ausscheiden aus den studentischen Organisationen  wurde ich für mehrere Jahre Mitglied der Repräsentantenversammlung der damals von Heinz Galinski als Vorsitzendem geführten Jüdischen Gemeinde zu Berlin und engagierte mich politisch als Delegierter beim Zentralrat der Juden in Deutschland.

Adresskartei von Heinz Galinski

Die Adresskartei von Heinz Galinski, (ausgestellt im Berliner
Centrum Judaicum) dem Dr. Korenzecher ein wichtiger
Ansprechpartner war.

Mein besonderes Augenmerk galt der sich bereits damals – anders als noch im 6-Tage-Krieg im Juni 1967 – abzeichnende Anfeindung der israelischen Politik und Desavouierung der berechtigten israelischen Verteidigung der territorialen Integrität und des nicht diskutierbaren staatlichen Existenzrechts durch unsere Mainstreampolitik sowie die  immer offensichtlicher gegen den Staat Israel Stellung beziehenden und vorsätzlich tendenziellen Mainstream-Medien.

Mit wachsendem zeitlichen Abstand zum deutschen Genozid an den europäischen Juden und durch die damals noch moderate, aber deutliche Zunahme des islamischen Bevölkerungsanteils,  waren  auch das Anwachsen der tradierten antisemitischen  Grundhaltung und tumber, als Israel-Kritik getarnter Judenhass wieder bis in die Mitte unserer Gesellschaft salonfähig geworden.

Aus diesem Grunde gründete ich in dieser Zeit zur Stärkung des innerjüdischen Zusammenhalts in Berlin die dem B‘nai Brith zugehörige Raoul-Wallenberg-Loge (RWL), deren erster Präsident  ich wurde und die bis zum heutigen Tage aktiv ist.

Mit dem Ziel krebserkrankten Kindern zu helfen, für den gleichzeitigen Abbau von Vorurteilen gegenüber Israel und zur Verständigung zwischen Nichtjuden und Juden wurde ich in der Folge der Logenaktivitäten gemeinsam mit anderen Exekutiv-Mitgliedern der Raoul-Wallenberg-Loge sowie bekannten Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Medien Gründungsmitglied der Deutsch-Israelischen Hilfe für krebskranke Kinder (DIHKK) , deren Vorsitzende seit vielen Jahren die Verlegerin Friede Springer ist und deren Vorstandmitglied ich bis heute bin.

Der gemeinnützige Verein hat in den mehr als drei Jahrzehnten seines Bestehens Beträge in Millionenhöhe zum Wohle betroffener nichtjüdischer und jüdischer Kinder in Deutschland und Israel eingesammelt.

Wie vielen unserer aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion zugewanderten Lesern sicher bekannt sein dürfte, galt mein vorrangiges Engagement als Repräsentant der jüdischen Gemeinde Berlin vor allem der unbehinderten Zuwanderung und Integration jüdischer Menschen aus der UdSSR.

Die von mir gegen Argumente des Berliner Senats vertretene These war, dass in der Stadt Berlin, in der noch im Jahre 1937, vor der systematischen Vertreibung und Ermordung der jüdischen Bevölkerung  über 170.000 Juden gelebt haben und in der vor 1980 nur noch etwa 10.000 Juden lebten, keinerlei Beschränkung jüdischer Immigration zulassen werden darf.

Als die Jüdische Gemeinde dann doch gegen mein Credo dem vom Berliner Innensenator Peter Ulrich am Ende der siebziger Jahre befürworteten Zuzugs-Stopp für Juden aus der Sowjetunion zustimmte, habe ich aus Protest die Repräsentanten-Versammlung der Jüdischen Gemeinde verlassen.

In der Folge unterstützte ich als Präsident der „Raoul Wallenberg Loge“ die jüdische Zuwanderung bis zur weitestgehenden Beendigung der damaligen Einschränkungen durch den Senat. Das erhebliche zahlenmäßige Wiederaufleben unserer Gemeinde ist ein schöner Beleg für die Richtigkeit meiner damaligen Befürwortung der Aufnahme jüdischer Menschen aus der Sowjetunion.

Mit der wachsenden Sorge um die zunehmende Israel- und Judenfeindlichkeit unserer Gesellschaft und vor allem auch unserer öffentlich-rechtlichen Medien wurde ich in der Folge als Vertreter der Jüdischen Gemeinde in den Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Rundfunksenders SFB (heute RBB) berufen, in dem ich gegen die sich zusehends verhärtende Front der Mainstream-Medien mehrere Jahre für das berechtigte jüdische Interesse an einer fairen und ausgewogenen Berichterstattung über Israel  eingetreten bin.

Die zunehmende Verunsicherung des jüdischen Bevölkerungsteils durch wachsenden antijüdische Vorbehalte der etablierten Gesellschaft und der unverhohlen und ungestraft Mord und Terror gegen Israel propagierende  zunehmende islamische Populationsanteil haben zu meiner Mitgründung des Koordinierungsrats deutscher Nicht-Regierungsorganisationen gegen Antisemitismus (KDNROA) geführt, dessen Vorstandsmitglied ich bis heute bin, und der sich massiv gegen antiisraelische und Juden-feindliche Propaganda einsetzt.

Ich danke allen Lesern und Freunden, dass sie mit ihrem freundlichen Interesse und ihrer positiven Aufnahme unserer,  sich gegen die antijüdische und antiisraelische Stimmungsmache der Mainstream-Medien richtenden Zeitung, das gemeinsame, mir vor dem hier geschilderten Hintergrund meiner Lebensbeschreibung – wie ich meine – verständlicherweise sehr am Herzen liegende Anliegen so Mut-machend unterstützen.

Obwohl in sehr viel jüngerem Alter, mussten Sie dasselbe erleben, was fast alle unsere Leser erleben mussten: sich an ein neues Land gewöhnen und seinen Platz in der deutschen Gesellschaft finden. Das ist Ihnen ganz gut gelungen. Wie lief das ab? Gibt es da ein Patentrezept?

Die Phänomene der Migration, Flucht, Vertreibung, Verschleppung und Entwurzelung sind so alt wie die Menschheit selbst. Folgt man gar der biblischen Darstellung, dann beginnt die Geschichte der Menschheit auf der Erde mit der Vertreibung der beiden ersten Menschen aus dem Paradies.

Generation um Generation – diese Begriffe waren und sind vom Anbeginn der Zeiten allgegenwärtig und ein untrennbarer Bestandteil  der Besiedlung unseres Planeten durch den Menschen. Dabei sind sie, wenn sie massiv auftreten, häufig beides – Folge und Ursache von Kriegen und Umstürzen, ebenso wie von gesellschaftlichen, religiösen, kulturellen und sozioökonomischen Veränderungen.

Dies wird nur allzu deutlich  vor den gegenwärtigen Angst-machenden Bildern der unkontrollierten, die politische, kulturelle und gesellschaftliche Identität unserer bislang noch freiheitlich-demokratischen europäischen Staaten – allen voran Deutschlands – zerstörenden massiven Zuwanderung von zum nicht unerheblichen Teil unsere Kultur zutiefst verachtenden, integrationsunwilligen islamischen Migranten.

Sie haben nach einem Patentrezept  für eine erfolgreiche Integration in das wirtschaftliche, sprachliche, politische, kulturelle und gesellschaftliche Leben eines neuen Landes, das von nun an Heimat werden soll, gefragt. Ein derartiges  Patentrezept mag es vielleicht gar nicht geben.

Auch ist in meinem Falle der Verdienst für die weitgehend geglückte Einordnung in Deutschland eher meinen Eltern zuzuordnen. Es war ihre Disziplin und ihre klaglose, ohne ständige Schuldzuweisung an andere auskommende und ohne sich selbst bemitleidende Wehleidigkeit gelebte, klaglose Entbehrungsbereitschaft, die uns Kindern, den Weg in eine neue integrierte  Zukunft geebnet hat.

Dabei hat die große Achtung vor den Verbesserungen und der Sicherheit, die uns das neue Land und seine Menschen beschert haben, für meine Eltern zu keinem Zeitpunkt ein Vergessen der eigenen historischen und kulturellen  Wurzeln oder gar eine Aufgabe der eigenen Identität bedeutet.

Auch wenn es kein Patentrezept für eine für das Gastvolk und die Zuwanderer geglückte Integration gibt. – Eines dürfte sicher sein:  Eine große Gefahr für die Integration und für unsere Demokratie – von innen und von außen – besteht in der heutigen Situation vor allem in der quasi nicht mehr zu bewältigenden großen Zahl – vielfach unverhohlen demonstriert – integrationsunwilliger und unsere Kultur zutiefst verachtender, Demokratie-averser Migranten. Sie besteht auch in der, stets den Gastvölkern Schuld am Status quo zuweisenden, nicht selten gewaltsam vorgetragenen überzogenen  Anspruchshaltung gegenüber der aufnehmenden Gesellschaft sowie in der gegenüber allen  Dritten und besonders den Juden deutlich werdenden unduldsamen, religiösen Überheblichkeit der islamischen Zuwanderer aus den bereits durch den Krebsfraß des fundamentalen islamischen Extremismus nachhaltig vernichteten Regionen des mittleren Ostens und Afrikas.

Wie sehr sich unser bislang noch freiheitlich-westlicher, unbeschwert religionstoleranter, säkularer Lebensstil der Nachkriegsjahrzehnte und unsere Sicherheitssituation  verändert haben durch rückgratloses Islam-Appeasement und die verantwortungslose, fahrlässige, erheblich verfehlte Zuwanderungspolitik unserer in der Verantwortung stehenden politischen Vertreter  gegenüber islamischen Zuwanderern, belegen gerade in diesen Tagen nicht zuletzt die wiederholten Horrorgeschehnisse in Paris und die Kapitulation vor dem islamischen Terror in Brüssel, Hannover und anderen an der Zahl zunehmenden Orten.

Jerusalem Post evrejskaja panorama

Die „Jerusalem Post“ berichtet über
Dr. Korenzechers Neugründungen „Ewrejskaja Panorama“
und „Jüdische Rundschau“.

Nur wenn sich diese gefährliche  politische Attitüde durch entsprechend wehrhafte Klarstellung  unserer westlichen Demokratien ändern  würde, gäbe es hier überhaupt eine vorsichtige Hoffnung auf den Erhalt unserer Lebensart und humanistischen Kultur. Leider gibt es im dafür seitens unserer – im Gegensatz zu dem eher Vernunft-getragenen Vorgehen der osteuropäischen Staaten – besonders in Deutschland praktizierten suizidalen Politik zur Zeit keinerlei Anzeichen.

Sie haben uns zuvor die Stationen Ihres Lebens und auch ihres jüdischen Engagements aufgezeigt. Warum war Ihnen dieses Engagement wichtig?

Nun, ich denke, dass  die eigenen Wurzeln und der Einfluss des Elternhauses einen erheblichen Anteil an der Formung der eigenen Persönlichkeit und dessen, was einem im Leben wichtig ist, haben.

Wie Sie meinen oberen Ausführungen entnehmen konnten, gab es einen derartigen prägenden Einfluss auch in meinem Falle.

Es wäre mir angesichts des unsäglichen Leides, das das jüdische Volk auch und besonders in der Generation meiner Eltern und Großeltern erlitten hat, falsch erschienen, nicht nach Kräften dafür zu stehen, dass es so etwas Entsetzliches nie wieder geben darf.

Ich bin eine Generation, die auf Grund der Nazi-Gräuel ihre Großeltern nie gekannt hat – ich will nicht, dass dies den Enkeln meiner Kinder oder späteren Generationen jemals wieder geschieht.

Vor diesem Hintergrund ist es für mich besonders schmerzhaft und unerträglich, dass nach den schrecklichen Jahren, in denen Nazi-Deutschland jüdische Menschen ausgegrenzt, entrechtet , mit dem gelben Stern zwangsmarkiert und neben anderem an der Nutzung öffentlicher Anlagen, Einrichtungen, Verkehrsmittel, Sportstätten u.v.a.m. gehindert hat, es  für Juden in Europa und nicht zuletzt auch in Deutschland nunmehr wieder in zunehmender Zahl in besonders von wesentlichen islamischen Bevölkerungsanteilen frequentierten und bewohnten Gebieten, Einrichtungen, Sportstätten und schlichtweg  No-Go-Areas gibt, wo sich jüdische Menschen nicht mehr ohne körperliche Gefährdung aufhalten können, wenn sie als Juden zu erkennen sind.

Schiere jüdische Präsenz in diesen Bereichen wird in unerträglichem Islam-Appeasement als Provokation des muslimischen Bevölkerungsteils angesehen und führt zwischenzeitlich nicht selten zu durchaus ernstgemeinten und nachdrücklichen Empfehlungen unserer Staatsorgane, sich als Jude, etwa durch das Abnehmen von jüdischen Käppis und/oder Verzicht auf andere Teile der Kleidung zu demarkieren, um die muslimischen Nutzer des öffentlichen Raums nicht zu provozieren.

Der schrecklichen vormaligen Zwangsmarkierung folgt nunmehr die offiziös empfohlene  Demarkierung von Juden und wie damals nimmt auch heute die Mehrheit unserer Gesellschaft kaum Anstoß daran.

Bei dem Besuch von Sportveranstaltungen wird jüdischen Fans – und zwar nur diesen – von den hiesigen Polizeikräften nicht selten das Mitführen und Zeigen jüdischer Fanartikel – und zwar nur dieser – untersagt und dieses Verbot durch Wegnahme der entsprechenden Banner, Fähnchen oder ähnlichem durchaus auch gewaltsam durchgesetzt.

Entsprechendes ist regelhaft bei Islam-dominierten, volksverhetzenden Juden- und Israelhass-Demos zu beobachten, wo die offen praktizierte und  durch niemanden sanktionierte Nicht-Anwendung durchaus vorhandener rechtsstaatlicher Gesetze durch unsere Ordnungsorgane fast ausnahmslos dazu führt, dass das Skandieren von „Juden ins Gas“- und anderen Judenhass-Parolen durch islamische Horden und/oder andere ihnen nahestehende gesellschaftliche Gruppen von der Polizei und Justiz unbeanstandet bleibt, während jüdische Zeichen und Flaggen der Anrainer durch eben diese Polizei gewaltsam entfernt werden.

Besonders irritierend ist diese Verbeugung unserer Staatsorgane vor der Intoleranz des Islam angesichts des Umstandes, dass zeitgleich  mit der fortschreitenden Demarkierung der Juden die explosiv zunehmende Prägung unseres Straßenbildes durch Burkas, Hamas-Terror-Flaggen  und andere islamische Repressionsmerkmale von unserer Islam-Appeasement-Politik dem erschreckten Bürger als kulturelle Bereicherung angepriesen wird.

Besonders betroffen macht mich auch die zunehmend prekärer werdende Situation an unseren staatlichen  Schulen mit explosionsartig wachsendem muslimischen Schüleranteil. Obwohl die Lehrpläne es vorsehen, findet eine stoffliche Behandlung der Themen Schoah und Nah-Ost-Konflikt wegen der meist Juden-feindlichen  Einstellung der islamischen Schüler und häufig auch deren Elternhäuser, wenn überhaupt, dann unter größter Rücksichtnahme auf die Befindlichkeiten der islamischen Schüler statt.

Jüdische Schüler werden massiv gemobbt und körperlich bedroht oder sogar angegriffen und trauen sich kaum, dem blanken Hass der zahlenmäßig weit überlegenen muslimischen Schüler auf Israel und die Juden zu widersprechen. Von Seiten der häufig ebenfalls eingeschüchterten Lehrer ist ebenso wie von der  Schulleitung kein Beistand für die isolierten jüdischen Schüler zu erwarten. Stattdessen gibt es gegenüber den jüdischen Eltern oft hinter vorgehaltener Hand die Empfehlung, den betroffenen, schutzlosen jüdischen Schüler von der Schule zu nehmen und in eine andere, wenn möglich jüdische Schule einzuschreiben. De facto gibt es für jüdische Schüler – und zwar ausgerechnet nur für diese – längst nicht mehr das gesetzliche Recht auf freie Schulwahl, weil der Staat auf die Anwendung entsprechender Gesetze bei muslimischen Schülern verzichtet und die Sicherheit der jüdischen Schüler nicht gewährleistet.

Die Reihe derartiger, vornehmlich Islam-getragener Geschehnisse und die Mainstream-weite Rechtfertigung oder Einzelfall-Bagatellisierung derartiger Geschehnisse hat bereits jetzt  ein erheblich  Besorgnis-erregendes Ausmaß  angenommen und wächst mit jedem Tag unkontrollierter demoskopischer Islamisierung unserer Lebenswelt.

Eine derartige Gefährdung des Fortbestandes jüdischen Lebens im Nachkriegs-Deutschland und eine derartige Gefährdung unserer freiheitlich-westlichen säkularen Lebensart war selbst in den schlimmsten Albträumen nicht vorauszusehen.

Für mich ist sie ein weiterer Beleg dafür, weiterzumachen in dem  Engagement für die jüdische Sache und dem Kampf gegen Israelfeindlichkeit und Antisemitismus sowie für die  Erhaltung unserer hart erkämpften Lebenswerte.

Sind Sie damit zufrieden, wie heutzutage die Interessen und Bedürfnisse der jüdischen Gemeinschaft wahrgenommen werden? Wie beurteilen Sie die deutsche Unterstützung des Staates Israel?

Ich verkenne keinesfalls, dass die Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland gekennzeichnet war von dem  Bemühen einer Wiedergutmachung des von Nazi-Deutschland an den Juden begangenen millionenfachen Mordes und der Aussöhnung mit den Juden und dem jüdischen Staat Israel. Gerade in dieses Jahr fällt der 50. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen und des Botschafteraustausches zwischen Israel und Deutschland.

Zwischenzeitlich gibt es gegenseitige Staatsbesuche, eine erhebliche Zahl offizieller Städtepartnerschaften, wir  haben einen regen Technologietransfer und  es herrscht ein reger Austausch in zahlreichen kulturellen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereichen auf kommunalen,  Landes- und Regierungsebenen. Die Kanzlerin hat vor nicht allzu langer Zeit die Existenz des Staates Israel als deutsche Staatsdoktrin bekräftigt. – Alles bestens, sollte man meinen.

Das ist es aber keinesfalls. Die deutsche Außenpolitik unterstützt gemeinsam mit den anderen  EU-Partnern eingeschworene Feinde des Existenzrechts des Staates Israel, paktiert mit panislamistischen Schoah-Leugnern und Schoah-Vorbereitern wie Iran, ist dem Mullah-Regime de facto erheblich behilflich beim Bau der für die Vernichtung Israels  und die Stützung des weltweiten Terrors vorgesehenen Atombombe, hofiert mit großen Zuwendungen den islamistischen Diktator und  IS-Unterstützer Erdogan und finanziert den Abbas- und Hamas-Terror gegen Israel, ohne auf den Verzicht der Vernichtungsabsicht Israels durch die finanzierten Terrororganisationen zu beharren.

Im Inland nimmt der breit angelegte antijüdische Vorbehalt wie oben ausgeführt wieder beängstigend zunehmende Ausmaße an. Die Lebenssituation der Juden in Deutschland ist wieder gekennzeichnet durch wachsende Verunsicherung. Rechte Antisemiten und Islamische Judenhasser können wieder nahezu ungehindert mit zustimmender Duldung des Mainstreams ihre antijüdischen Parolen in der Öffentlichkeit verbreiten.

Zu all dem befeuern die öffentlich rechtlichen und übrigen Mainstream-Medien diese antijüdische Stimmung durch nahezu täglich,  einseitig den Verteidigungskampf Israels gegen perfiden arabischen Mord-Terror diffamierende Täter-Opfer-Verdrehungsmeldungen zu Lasten des jüdischen Volkes.

Ich habe zu dem  Phänomen der manifesten Israel-Delegimierung durch den Mainstream unserer politischen Entscheider und der nahezu gleichgeschalteten anti-israelisch und Fakten-verdrehend berichtenden öffentlich-rechtlichen und übrigen Mainstream-Presse schon oft in meiner Editorial-Kolumne Stellung bezogen.

dr rafeael korenzecher judischer patriot pro israel

Die Dämonisierung des israelischen Kampfes um seine eigenstaatliche Existenz als einzige wirklich geschichtlich auf seinem Territorium in den jetzigen Grenzen, inklusive der ungeteilten jüdischen  Hauptstadt Jerusalem legitimierte, echte freiheitlich-demokratisch und westlich orientierte Demokratie in einem Meer islamischer Raubzüge, islamischen Hasses, dumpfem mittelalterlichen Fanatismus und rücksichtslosem Morden ohne jede ethische Barriere, stellt überdies ein vollkommen nutz- und hilfloses Anbiedern unserer Politik und gesellschaftlichen Kräfte an den ohnehin ungehemmt expansiven Islam dar. Sie ist zudem durch und durch verheuchelt und nahezu unverhohlen judenfeindlich.

Auffällig ist hier vor allem der mit doppeltem Standard versehene Umgang mit dem neuen Tsunami islamischen Terrors in Paris, Brüssel und anderen Orten der westlichen Welt im Vergleich zu der Beurteilung des nahezu täglichen arabischen Mordterrors gegen unschuldige israelische Zivilisten. Wäre Paris Israel, wäre die Bombeninitiative und Flugzeugträger-Politik Präsident Hollandes gegen den IS von unseren Islam-affinen politischen und gesellschaftlichen Kräften um Kirche, Grüne, SPD und Linke längst als unverhältnismäßig und unangemessen gerügt worden. Die Obamas, Steinmeiers, Bans und Moons dieser Welt hätten Frankreich, statt dessen Initiative richtiger Weise zu unterstützen auch schon längst zur Mäßigung aufgerufen und vor einem Anheizen der Gewaltspirale bei gleichzeitigem Beklagen der Opfer auf Seiten der islamischen  Mörder und Terroristen beklagt.

Ich denke das beantwortet Ihre Frage hinreichend – der Schutz seiner territorialen Integrität und des Lebens  seiner Bürger wird Israel auch durch unsere deutsche Politik und Presse nicht in demselben Maße eingeräumt wie den übrigen Staaten.

Stattdessen sieht sich Israel durch unsere hiesige Politik nahezu jeden Tag neuen Schuldzuweisungen und territorialen Delegitimierungen in dem den Juden in der Geschichte geraubten und in der N

Neuzeit selbst von der UNO im November 1947 wieder zugesprochenen Gebiet  ausgesetzt.  Diese unsägliche einseitig und ausschließlich gegen die Juden und Israel gerichtete Vorgehensweise kulminiert gegenwärtig auch in Deutschland trotz aller geschichtlichen Implikationen in einer widerwärtigen „Kauft nicht bei Juden“-Kampagne gegen den Kauf israelischer Produkte. Geradezu makaber mutet an, dass sich daran neben der breiten Front der Judenhasser aus allen Parteien sogar Handelshäuser beteiligt haben, die sich nur deshalb in nichtjüdischem Eigentum befinden, weil sie im Zuge der von den Nazis durchgeführten sogenannten  Arisierungs-Enteignungen den ursprünglichen jüdischen Gründern und Eigentümern einfach weggenommen worden sind.

Wie ist Ihre Meinung zu der Berichterstattung der deutschen Medien in Bezug auf Juden und Israel? Was sollen die von Ihnen herausgegebenen Zeitungen von den Mainstream-Medien unterscheiden?

Ich meine unsere Editorial-Kolumne und die Beiträge in unseren Zeitungen  sprechen für sich selbst.

Einer der Hauptgründe für die Herausgabe unserer Publikationen war die Notwendigkeit, endlich der Delegitimierung des Staates Israel durch die nahezu gleichgeschaltete linkslastige , auf dem islamischen Terrorauge erblindete, gegenüber den jüdischen Terroropfern völlig empathielose und Schuld-zuweisende Wahrheitsklitterung  der öffentlich-rechtlichen und anderweitigen Faktenvorenthaltungs- und Verdrehungsjournaille die notwendig und überfällige Wahrhaftigkeit in der politischen Berichterstattung  entgegenzusetzen.

In nahezu jedem Beitrag der Mainstreammedien, ihrer Berichterstatter und Kommentatoren über Israel schwingen kaum verhohlen Verständnis für den Terror gegen Juden, Schuldzuweisung an die jüdischen Opfer und Sympathie für die Delegitimierung und Boykottmaßnahmen gegen Israel, kurzum der gesamte seit langem kultivierte antijüdische Vorbehalt mit.

„Junge Araber sterben bei Messerattacke auf Israelis“, schreibt der „Spiegel“ als abscheuliche, die tatsächlichen Zusammenhänge auf den Kopf stellende Stürmer-Stil -Headline nach einem brutalen und heimtückischen, arabischen Messer-Mord an einem älteren jüdischen Passanten in Jerusalem.

Das macht den Unterschied, mein lieber Herr Goldberg, das macht den Unterschied !

Das Gespräch führte Michail Goldberg

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