Von der Doppelzüngigkeit moslemischer Glaubensführer  

Von Melissa Kaiser

Metalldetektoren sind ein Angriff auf die Menschlichkeit. Zumindest dann, wenn sie von den Falschen eingesetzt werden. Ganz unabhängig von der Tatsache, ob jeder – egal ob Jude, Hindu oder Scientologe, sie passieren muss.

Dies geschieht tagtäglich an nahezu allen Flughäfen dieser Welt. Auch für Mekka-Pilger aus der ganzen Welt. Und nicht nur das – selbst vor Ort in der heiligsten Stadt der Moslems ist das Passieren einer Sicherheitsschleuse unabdingbar. Diese beinhaltet im übrigen Metalldetektoren. Lediglich Muslime dürften hierbei kontrolliert werden, denn ein Besuch in Mekka ist ohnehin allen Nichtmuslimen verboten. Darauf weisen freundlicherweise Straßenschilder rechtzeitig hin. Mekka. Nicht Jerusalem. Gott sei Dank!

Blicken wir auf die Vorkommnisse am Tempelberg, so gestaltete sich dort der Einsatz dieser Detektoren als weitaus schwieriger als in Mekka. Nicht etwa, weil es an Legitimation fehlen würde. Zwei israelisch-drusische Beamte verloren ihr Leben bei einem arabischen Terroranschlag auf dem Tempelberg. Es ist eher verwunderlich, warum die Installation der Detektoren nicht schon früher erfolgte – denn die Lagerung von Waffen ist dort schon fast eine Tradition.

Als Reaktion auf die daraufhin vorgenommenen israelischen Sicherheitsvorkehrungen folgte der „Tag des Zorns“. Initiiert vom „gemäßigten“ „Friedensengel Abbas“ höchstpersönlich (um Papst Franziskus zu zitieren). Nun möchte man sich unweigerlich fragen, was an blindem und indoktrinierten Zorn dieser Person und seiner Anhänger neu sei. Im Grunde gar nichts. Und so widerwärtig die anschließenden Morde an drei Israelis in Judäa und Samaria waren, so wenig überraschend sind sie.

Ebenso wenig überraschend sind die zahlreichen Dschihadistenglorifizierer à la Todenhöfer, die sich berufen fühlen, die bestialischen Verbrechen als emanzipatorischen Akt zu verkaufen. Im Angesichte jeglicher barbarischen Akte müssen die Schlagworte Israelkritik und Besatzung gewahrt bleiben – dafür kämpfen zahlreiche selbsternannte Nahostexperten seit der Gründung des jüdischen Staates.

Metalldetektoren sind die Ursache allen Übels?
Formt man diese geistigen Kapitulationen allerdings zu einer Prämisse, so ist die einleitende Frage umso drängender: Warum sind israelische Metalldetektoren, die jeder Besucher des Tempelbergs durchqueren muss, ein „Friedenshindernis“, die Metalldetektoren in Mekka aber nicht?

Ebenso wenig diskutiert die besorgte Weltöffentlichkeit ähnliche Sicherheitsvorkehrungen für Moscheen in Ägypten oder Kuwait. Man könnte die Antwort auf diese Fragen derart mystifizieren und herumorakeln, bis „alles nichts mehr mit nichts“ zu tun hätte. Das wäre die eine Option. Eine andere und vernünftigere wäre, die verfahrene Situation eines Staates anzuerkennen, dem es nicht einmal mehr gestattet ist, auf diese Weise seine Besucher und Bewohner schützen zu dürfen. Die mediale Öffentlichkeit affirmiert zu einem nicht geringen Teil Überzeugungen der eingefleischten Gottesstaatfraktion:
Diese Vorkehrungen verletzen religiöse Gefühle, Gebete werden dadurch angeblich nicht mehr erhört. Reisen nun zahlreiche Menschen umsonst nach Mekka? Oder ist es einfach ein unverblümter Hinweis darauf, das Recht auf Sicherheit hinge von der Herkunft seiner Installateure ab? Die Knobelei dürfte fortgeführt werden. Ganz ausgebufft ist der Hinweis, es ginge hier lediglich um die Verletzung von jordanischen Hoheitsrechten. Natürlich kommt diese Argumentation sehr gelegen, sie weist weitere Nachfragen gekonnt ab.

Mittlerweile wurden die Detektoren auf Geheiß des Sicherheitskabinetts entfernt. Stattdessen soll das Problem durch eine Gesichtserkennungssoftware angegangen werden. Aber auch dabei wird es wieder genügend Spielraum für Hass und Zorn weltweit geben. Der arabische Boykott des Tempelbergs soll jedenfalls andauern. Denn jegliche Vorkehrung untergräbt in seiner Konsequenz das Menschenrecht auf Waffenarsenale direkt neben der Klagemauer und den vielfach gepriesenen „Status quo“.

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