August 7, 2015 – 22 Av 5775
Menschlichkeit fördern mit dem Aurora-Preis

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Eli Wiesel und George Clooney rufen einen neuen Preis ins Leben  

Von Irina Lamp

Verbrechen gegen die Menschheit nehmen nicht nur Millionen Menschen das Leben, verursachen viel Leid und Schmerz, sondern sie beben auch lange nach. Man denke an den Holocaust an den Juden oder den Genozid an den Armeniern. Es ist ein kompliziertes Thema, worüber selbst die Betroffenen Jahre danach ungern reden. Umso erfreulicher ist es, dass in Deutschland ein Lehrstuhl zur Erforschung des Holocaust entsteht – leider erst siebzig Jahre später. Dieser wird nun am Fritz-Bauer-Institut der Frankfurter Goethe-Universität errichtet. Die Mittel für die Stelle in Höhe von jährlich 150.000 Euro kommen vom Land, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Eine Besonderheit hat das Forschungszentrum: Das Institut kooperiert mit den Überlebenden des Holocaust, die die Forschungsergebnisse kritisch hinterfragen und erforscht die Wirkung des Holocaust. Eine durchaus wichtige Perspektive, die auch die neugegründete Initiative „100 Lives“ einnimmt. „100 Lives“ hat es sich zum Ziel gesetzt, an die Massenverbrechen vor 100 Jahren zu erinnern und zu mahnen. Aber sie richtet ihr Augenmerk vor allem auf Menschen, die trotz der tragischen Geschichte ihres Volkes ein erfolgreiches Leben aufbauen konnten. Die Initiative sammelt Geschichten von Überlebenden des Genozids an den Armeniern und ihrer Nachfahren, lässt sie journalistisch aufarbeiten und durch ein unabhängiges Geschichtsprüfungsgremium verifizieren. Die Geschichten handeln von Mut, Lebenswille, Widerstandskraft und Erfolg. Heute kann man diese Geschichten in sechs Sprachen lesen. (...)

Um solche Taten bekannt zu machen und anderen ein positives Beispiel der Nächstenliebe zu geben, aber auch um die Samariter zu ehren, hat die Initiative „100 Lives“ den internationalen Aurora-Preis zur Förderung der Menschlichkeit (Aurora Prize for Awakening Humanity) ausgeschrieben. Unterstützt wird die Initiative „100 Lives“ von dem jüdischen Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel, dem Filmemacher George Clooney und weiteren namhaften Persönlichkeiten. Der Preis wurde nach Aurora Mardiganian benannt. Ihre Eltern fielen dem Genozid zum Opfer, sie selbst aber konnte fliehen und emigrierte in die USA. Ihre Lebensgeschichte wurde in Amerika verfilmt und brachte einen Erlös in Höhe von etwa 30 Millionen US-Dollar ein, den sie den armenischen Waisenkindern spendete. (...)

Unser Dank gilt Herrn Ali Yildiz

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