Mai 13, 2015 – 24 Iyyar 5775
Mendelssöhne und Töchter.

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Die Übersetzung der Thora ins Deutsche, ein Lessing-Freud, eine Bank und ein Komponist  

Von Ulrike Stockmann

Seit gut einem Jahr arbeite ich als freie Stadtführerin für StattReisen, einen Verein, der sich alternative Stadtführungen zum Programm gemacht hat.

Eine meiner Touren trägt den Titel „Mendelssöhne und Töchter“ und erkundet das Werden und Wirken dieser wichtigen Familie Berlins, die mit der Stadt eine interessante Wechselwirkung einging. Es ist jedes Mal aufs Neue spannend, diese Dynastie in ihrem umfangreichen Schaffen und die einzelnen bedeutenden Mitglieder in einer treffenden Skizze darzustellen. Es ist aufregend die Orte, die mit den Mendelssohns zusammenhängen, zum Leben zu erwecken, auch wenn man ihnen die Verbindung nicht ansieht oder ihre Wohnhäuser durch neue Gebäude ersetzt wurden.

Moses Mendelssohn– der Stammvater der Familie – machte sich mit 14 Jahren auf den Weg nach Berlin. Er passierte die Stadt durch das Rosenthaler Tor, welches heute mitten in der Stadt liegt und zudem kein Tor mehr darstellt, sondern zum Rosenthaler Platz geworden ist. Nichts erinnert mehr an den früheren Stadtrand und nur mit Fantasie kann man einen Eindruck davon erhalten, wie der Sohn einer mittellosen Dessauer Familie die Erlaubnis der mürrischen Wachen erhielt, passieren zu dürfen.
(…)
Moses‘ Söhne Joseph und Abraham Mendelssohn begründeten 1804 das bekannte Bankhaus, dessen erster Standort nur wenige Schritte vom Grab ihres Vaters entfernt lag. Ironischerweise befindet sich anstelle des ehemaligen Bankgebäudes dort heute die Theologische Fakultät der Humboldt-Universität.

Später zogen die Brüder mit ihrer Filiale zum Gendarmenmarkt, wo sie ein Gebäude bezogen, das zum Stammsitz ihrer Bank wurde und in welchem auch ein Teil der Familie lebte. Die heutige Mendelssohn-Remise in der Jägerstraße beherbergt eine Ausstellung über die Familiengeschichte, initiiert von der Mendelssohn-Gesellschaft. Diese wurde 1967 von Familienmitgliedern ins Leben gerufen. Die Remise ist heute die augenscheinlichste Hinterlassenschaft der Mendelssohns im Berliner Stadtbild. Durch die Begründung ihrer Bank an diesem Ort der Stadt, legten Joseph und Abraham den Grundstein für das Berliner Bankenviertel, das sich in der Folge um den Gendarmenmarkt und das Mendelssohnsche Bankhaus herum etablierte.

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