Zum Grundsatzartikel (8/18) von Dr. Korenzecher, Herausgeber der JÜDISCHEN RUNDSCHAU.  

  • September 6, 2018 – 26 Elul 5778
  • Deutschland
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September 6, 2018 – 26 Elul 5778
Leserbrief: Welche Sorgen bewegen die Juden angesichts der Verschlechterung ihrer Sicherheitslage durch islamische Zuwanderung in Deutschland?


Schnell wird dem Leser klar, dass die politische Misere nicht nur die Juden betrifft. Inkonsequente Anwendung der Gesetze hat das Vertrauen vieler Menschen in den Staat und seine Institutionen erschüttert. Nichts funktioniert mehr, weder im Sozialen, noch in der Politik und der Sicherheit. Parolen wie „der Islam gehört zu Deutschland“ oder „Menschenrecht kennt keine Obergrenzen“ haben nie eine positive Resonanz, ihre Vertreter nie eine Legitimation dafür erzielt. Asyl und Integration werden vermischt.

Der Kampf gegen Fluchtursachen bleibt ineffizient, weil nicht Terrorismus und Korruption, sondern Armut zur Hauptursache erklärt wird. Entwicklungshilfe bringe laut den Thinktanks keinen Wohlstand in den armen Ländern. Sie führe ab 5000 US-Dollar Jahreseinkommen sogar zu steigenden Auswanderungsraten. Flucht als Naturgesetz? Tatsächlich ist dieser Betrag der Preis für einen Platz auf einem Schlepperboot. Zudem löst die monetäre Betrachtung jeden Zusammenhang zwischen Flucht, Terror und Krieg. In der Welt gibt es nur noch wenige Kriege, wo der Islam nicht mitrührt.

Tagtäglich erreichen uns Meldungen über das Versagen der Behörden wegen Personalmangel, unzureichender Qualifikation oder schlechter Führung. Gleichermaßen sind Straftaten mit zunehmender Brutalität von „Rechten“, „Linken“ und Immigranten zu verzeichnen, begleitet von Verharmlosung, Strafmilde und Weggucken. Was überwiegt in Deutschland, Anschläge auf Asylantenunterkünfte von „rechts“ oder Straftaten von Moslems mit oder ohne Unterstützung von „links“? Wie auch immer, beides ist ein schändliches Indiz für die Ohnmacht des Staates. Allzu lange hat der Staat an Blindheit auf dem „rechten“ Auge gelitten, konnten „Linke“ ungehindert eine eigene Tradition der Toleranz gegenüber dem Islam entwickeln. Zweifellos hat der Radikalismus insgesamt mit der unkontrollierten Zuwanderung in Deutschland kräftig Auftrieb erlangt.

Noch nie war Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in ein so gefährliches, konzeptloses, peinlich kurioses Taumeln geraten wie unter Kanzlerin Merkel. Aktuelle Beispiele dafür sind: Sami A., der Leibwächter Bin Ladens, der elf Jahre in Deutschland von den Richtern unbehelligt blieb. Auf Verlangen der säumigen Herren in Roben soll die Abschiebung des als Gefährder Eingestuften rückgängig gemacht werden. Sie führen sich auf wie übergangene Tugendwächter, als ginge es um den Schutz eines Heiligen. Nicht so prominente Muslime schieben sie in Kampfgebiete ab, selbst wenn sie hier bereits regulärer Arbeit nachgehen. Erdogan kommt zum Staatsbesuch nach Deutschland. Wird er deutsche Hilfe bekommen (Geld, Waffen)? Wirtschaftsminister Altmeier will deutsche Firmen entschädigen, wenn sie in Geschäften mit dem Ayatollah-Regime Strafzöllen unterliegen. Wo bleibt hier der Aspekt der Menschenrechte? Wenn es so weitergeht, wird Deutschland, das Israels Existenzrecht zur Staatsräson erklärt, die Führer des Irans, die Israels Vernichtung verkünden, zum Staatsempfang laden. Wofür baut Iran Interkontinentalraketen, wenn nicht für sein geheimes Atomprogramm, das jeder nicht angemeldeten Kontrolle entzogen wird?

Deutsche Politiker gefährden uns alle, denn die Drohgebärden aus Teheran gelten auch den „Kreuzrittern“. Zugleich schadet diese Politik dem Transatlantikbündnis, weil manche den Iran mehr schätzen als die USA. Merkel bastelt erneut an Separatlösungen, diesmal mit Putin und Syriens Fassbomber. Wo soll das nur hinführen?

Tiefes Unbehagen herrscht heute in der Bevölkerung, weil man allzu schnell zum „Nazi“, „Rassisten“ oder „Populisten“ erklärt wird. Toleranz ist ein Begriff der Aufklärung. Im Islam bedeutet er Schwäche. Daher ist es gefährliche Ignoranz, ihn bedingungslos zu tolerieren. Gesetzliche Transparenz und Menschenrechte sind die Gradmesser. Die Techniker sind da präziser, indem sie Toleranz als die zulässige Abweichung von der Norm definieren. Für einen Staat, der seine Gesetze ernstnimmt, sind Formulierungen wie „wir müssen dem Islam entgegenkommen“ oder „Konflikte mit ihm können nur im Dialog gelöst werden“ keine realen Ziele. So wird aus Toleranz ein toller Ramsch.

Politikerstatements, Richtersprüche und Expertisen sind dem Volk nicht mehr zu vermitteln.
Dies und anderes, Herr Korenzecher, erklären Sie in plausiblen Sätzen mit historischem Hintergrund. Eine gute Basis für Diskussionen im Bekanntenkreis, darunter auch AfD-Wähler. Sie sind weder Antisemiten, noch fremdenfeindlich. Sie suchen nach Orientierung in diesem Wirrwarr-Land. Die JÜDISCHE RUNDSCHAU ist eine wichtige Waffe in dieser schweren Zeit.
Ihre Kolumne: kurz, gezielt und schonungslos, aber fair. Das ist Ihnen diesmal besonders gelungen, wie ich finde.

Michael Guttmann
(Aufgewachsen als jüdisches Kind in Deutschland, hat Herr Guttmann versteckt die Nazi-Zeit überlebt, war später Kibbuznik und Fallschirmjäger der israelischen Armee.)


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