November 9, 2018 – 1 Kislev 5779
Kolumne des Herausgebers DR. R. KORENZECHER

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Liebe Leserinnen und Leser,

zunehmende bestätigende Resonanz und wachsende Leserzahlen im In- und Ausland geben uns Anlass zur Genugtuung und machen der Redaktion und mir Mut, unsere Stimme allem bigotten und verlogenen Geschrei des unduldsamen linken Meinungskartells zum Trotz auch weiterhin vernehmlich, konsequent und kompromisslos gegen jede Form des Antisemitismus und für die Verteidigung und den Erhalt unserer freiheitlich-demokratischen, westlichen Lebenswelt zu erheben.

Für die uns hierbei zuteil gewordene Sympathie und Bestärkung danken wir allen unseren Lesern, Unterstützern und Freunden auf das Herzlichste. Ihren vielfachen Zuspruch sehen wir als unsere vorrangige Verpflichtung an.

Die selbst in schlimmsten Albträumen nicht angedachten antijüdischen Vorkommnisse unserer Zeit, bei denen sich auf unseren Straßen und in großen Teilen West-Europas und wie zuletzt auch im amerikanischen Pittsburgh ein seit 1945 nicht mehr erlebter Tsunami ungehemmt offenkundig gewordenen unverhohlenen Judenhasses ergoss, erlauben uns nicht, auch nur einen Augenblick abzulassen, den – aller Verfolgung und Anfeindung zum Trotz – untrennbaren positiven Beitrag des Judentums an unserem gemeinsamen wertvollen abendländischen Erbe darzulegen.

Der gesamte, von uns heute gelebte und geliebte freiheitliche Lifestyle, unsere geistigen Errungenschaften, unsere Philosophie, unsere politische Kultur, unsere Musik, unsere Literatur, unsere moderne Medizin und unser wissenschaftlicher Fortschritt in fast allen Bereichen wären nicht denkbar ohne dieses gemeinsame Erbe, das mit großer Entschlossenheit gegen alle, den hiesigen Mainstream gegenwärtig leider wieder zunehmend dominierenden antijüdischen Vorbehalte und Anfeindungen geschützt werden muss.

In diesem Sinne verstehen wir auch unsere diesjährige Novemberausgabe, zu der wir uns wieder Ihr wichtiges, konstruktives Interesse wünschen.

Auch wenn der Monat November in unseren Breiten insgesamt ein eher von elegischer Stimmung getragener Herbstmonat ist und nicht wenige, meist dieser Stimmung entsprechende Gedenktage aufweist, so beinhaltet er doch gerade in der neueren Geschichte Tage der Erinnerung an Ereignisse, die sowohl für Deutschland als auch für die Juden von schicksalhafter Bedeutung sind und maßgeblich zur heutigen politischen Situation beigetragen haben.

Der 29. November 1947 ist der Tag der Resolution 181 (II), in der sich die UNO mit überwältigender Mehrheit für eine Teilung des damaligen britischen Mandatsgebiets und die langersehnte Wiederentstehung eines jüdischen Nationalstaates auf einem Teil des alten jüdischen Territoriums aussprach. Dieser Tag ist damit die eigentliche Geburtsstunde des modernen demokratischen Staates Israel.

Für Deutschland, aber auch für die deutschen und europäischen Juden schicksalhaft sind jedoch auch unfraglich die historischen Ereignisse, die jeweils koinzidenterweise auf den 9. November fielen und von denen insbesondere der 9. November der Jahre 1918, 1938 und 1989 hervorzuheben ist.

Der Hoffnungsfunke, den genau vor 100 Jahren die Abdankung des deutschen Kaiserreichs und das Ausrufen einer Republik Deutschland am 9. November 1918 und zwei Tage später am 11. November 1918 das offizielle Ende des schrecklichen Ersten Weltkriegs mit über 17 Millionen Todesopfern, davon allein 12.000 für das deutsche Kaiserreich gefallenen Juden, in dem geschundenen Europa für einige wenige Jahre aufkeimen ließ, wurde sehr bald wieder zertreten.
Er wurde brutal zertreten von der durch Deutschland selbsterwählten braunen Nazi-Herrschaft, dem antisemitischen Terror der Pogromnacht des 9. November 1938 und der folgenden Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden durch deutsche Nazischergen und ihre bereitwilligen Helfer aus unterschiedlichen Nationen.

Mit dem 9. November 1989 konnte durch den Fall der Berliner Mauer die in der Folge des Zweiten Weltkrieges entstandene Teilung Deutschlands überwunden und Freiheit und Demokratie für alle, auch für die wenigen übriggebliebenen jüdischen Bürger des wiedervereinten deutschen Staates, geschaffen werden.
Staatstragend und symbolhaft für den freiheitlichen Geist des neuen, demokratischen und wiedervereinten Deutschland war auch die aufrichtige Freude und das weitere Anwachsen der sich in den Nachkriegsjahren nur langsam wieder etablierenden, nahezu ausgemerzten – zum Teil auf eine weit über eintausend Jahre alte Existenz zurückblickenden – jüdischen Gemeinden in unserem Lande.

Angesichts der entseelten und vernunft-verlassenen Politik unseres längst von den Wählern abgewählten linken Regierungsbündnisses weicht diese Freude an der Wiedervereinigung gegenwärtig der Sorge, dass diese Republik allen negativen Erfahrungen der Weimarer Republik zum Trotz – aber auch ganz Westeuropa – die Chancen, die die Überwindung des Kalten Krieges und der Blöcke für unsere freiheitliche Lebensweise in Überfülle gebracht hat, dauerhaft vertut.

Unsere westlichen Demokratien sind gerade dabei, unser hart und opferreich erkämpftes humanistisches Erbe durch falsch verstandenes Appeasement und undifferenziertes Gewährenlassen den zumeist islamischen Feinden unserer Demokratie und unserer freiheitlichen Lebenswerte nahezu ohne Gegenwehr zu überlassen und gleichzeitig Tür und Tor für ein reaktives Erstarken des rechten Randes zu öffnen.

Durch die besonders in den letzten Jahren der Merkel-Regierung mit zunehmender Geschwindigkeit gewachsene Islamisierung Deutschlands wurde – unterstützt von unseren links-ideologisch dominierten öffentlich-rechtlichen Mainstream-Medien – durch eine von keiner Ratio nachvollziehbare suizidale Einlasspolitik islamischer Demokratie- und Rechtstaatsverachtung, Frauenentrechtung und eines abgrundtiefen gewalttätigen Judenhasses – Erosionen an unserer freiheitlich-westlichen Lebensweise zugelassen, die wir in unserer säkularen, religions-getrennten und religions-toleranten Lebenswelt kaum für möglich gehalten haben.

Koalitions-Akrobatik
Schlimmer noch, eine freie Meinungsäußerung und Kritik an dieser entseelten Politik unserer, wie die Wahlen in Bayern und Hessen gerade zusätzlich belegen, sich trotz offensichtlicher massiver Ablehnung durch die Wähler mit allzu durchsichtiger problem-negierender Koalitions-Akrobatik an der Macht haltenden, von der Mitte weit nach links abgedrifteten Regierungs-Koalition, ist kaum noch zugelassen. Sie wird mit gesellschaftlicher Ausgrenzung durch die Medien und massivem, bis zum Job-Verlust gehenden Mobbing geahndet. Ein Beispiel dafür liefert gerade in diesen Tagen der mit Befremden zur Kenntnis zu nehmende Umgang mit dem verdienten Chef der Bundesverfassungsbehörde, der von einer gern mit Judenmördern vom Schlage Arafats foto-posierenden Parteivorsitzenden einer kaum noch zehn Prozent der Wähler erreichenden weit nach links gerückten SPD aus dem Amt gemobbt wurde und dafür, dass er diesen Umstand wahrheitsgemäß apostrophierte, von seinem als Dauer-Umfaller sattsam bekannten Vorgesetzten und Vorsitzenden einer ehemals bürgerlichen CSU auch noch vollends aus dem aktiven Dienst entfernt wurde.

Kritik gegenüber der Unkultur des Islam – und zwar fast ausschließlich nur gegenüber dieser – wird kriminalisiert. Während islamische Rattenfänger in unserem Lande und in anderen westeuropäischen Staaten in von uns auch noch massiv geförderten Institutionen zahlreiche Jugendliche auf Demokratie- und Judenfeindlichkeit abrichten, verwickeln uns unsere hiesigen Terror-, Scharia- und Islam-Versteher aus Medien und Politik in Scheindiskussionen und beleidigen unsere Intelligenz, indem sie uns vorgaukeln, dies alles wären Einzelfälle und hätten nichts mit dem Islam zu tun – ganz so als hätte der Alkohol nichts mit Alkoholismus gemein.

Das ohnehin in unseren Gesellschaften tief verankerte, tradierte antijüdische Ressentiment hat durch die von den Mainstream-Medien und der Politik hofierte islamische Migrantenszene und die reaktiv wieder auftretenden rechten Krawallmacher eine nie geahnte gewalttätige Verstärkung erfahren, die jüdische Menschen in diesem Lande und in West-Europa längst wieder dazu bewegt hat, über Emigration nicht nur nachzudenken.

Israel-Delegitimierung wird zur Normalität
Die einseitige, antisemitisch geprägte Delegitimierung Israels – des einzigen demokratischen Staates im gesamten Nahen Osten – ist zur schrecklichen Normalität unserer Politik und unserer Medien geworden, während die Bankrotterklärung des Westens gegenüber dem arabischen Terror und den unaussprechlichen dortigen Grausamkeiten durch die gleichen sogenannten Nahost-Experten und Israel-Verurteiler ständig aufs Neue relativiert werden.

Allem anderen voran möchten wir an dieser Stelle nachdrücklich unsere unverbrüchliche Solidarität mit dem Staat Israel betonen und unser tiefes Mitempfinden sowie unsere große Besorgnis über die anhaltenden niederträchtigen und abscheulichen Raketen-Mordattacken auf unschuldige jüdische Menschen und Bürger des jüdischen Staates zum Ausdruck bringen.
Nicht nur die niederträchtigen hinterhältigen Raketen-Angriffe auf jüdisches Leben und die massive, keinerlei Reaktion der grünen Klimahysteriker hervorrufende Umweltzerstörung durch Feuer aus Gaza geben Anlass zur Sorge. Dies tun in gleichem Maße auch die Reaktionen der westlichen Politik und die mit sorgenumwölkter Stirn über das Wohlergehen – nicht etwa der unschuldigen Opfer, sondern der hinterhältigen arabischen Mörder – betroffene, kaum noch zu ertragende Berichterstattung und Kommentierung großer Teile der durch und durch verheuchelten öffentlich-rechtlichen und anderen Mainstream-Medien.

Gleichgültig, welche haarsträubenden Lügengespinste über die historische Rechtmäßigkeit des jüdischen Staates und seiner legitimen Hauptstadt Jerusalem seitens der Hamas-Verbrecher und der Terror-Clique um Abbas verbreitet werden – sie dürfen sich besonders nach der historisch richtigen Jerusalem und Iran-Entscheidung des US-Präsidenten nahezu stets der wohlwollenden Zustimmung unserer hiesigen Politik und der dortigen, von unseren Medien beifällig orchestrierten, in ihrer Israel-Delegitimierung fast vollständig gleichgeschalteten Trump- und Israel-Hasser sicher sein.

Terror findet auch auf dem Schulhof statt
Der ohnehin schon erheblich gefährdete Schutz jüdischen Lebens auf unseren Straßen, und die angstfreie Sicherheit unserer Kinder in unseren mit judenfeindlichen, gewalttätigen islamischen Schülern vollgestopften Schulen bleibt auf der Strecke und ist kaum ein Thema für unsere auf dem islamischen Auge einseitig erblindete, nahezu gleichgeschaltete „Der Islam gehört zu Deutschland“-Politik und ihre Gesinnungsmedien.

Aus Furcht vor einer vermeintlichen Verärgerung der islamischen Schüler und deren Eltern, denen von vornherein von unserer sich selbst aufgebenden Politik eine niedrige Aggressionsschwelle gegenüber den immer weniger werdenden, nicht dem wahren Glauben des Propheten zugehörigen Mitschülern und Lehrern zugebilligt wird, verzichten unseren Schulen zusehends auf humanistische, abendländische, kulturelle und geschichtliche Lehrinhalte, insbesondere solche zu den Themen Judenverfolgung und Holocaust.

Dies alles nur 80 Jahre nach den antijüdischen Pogromen des 9. November 1938, der auch in diesem Jahr zu inhaltlich nicht wirklich gemeinten Gedenkritualen und Lippenbekenntnissen unserer Politik und Mainstreampresse für die Unangreifbarkeit jüdischen Lebens in dem vor 29 Jahren durch den Fall der Mauer – koinzidenterweise ebenfalls am 9. November und damals noch hoffnungsvoll und mit demokratischen Werten – wiedervereinten Deutschland führen wird.

Dass mit dem bereits wieder in Gang gesetzten Exodus der hier nicht mehr in wirklicher Sicherheit lebenden Juden am Ende auch die noch freiheitliche Struktur unserer westlichen Demokratien durch die inneren rechten und die fahrlässig hineingelassenen islamischen Feinde zerstört werden wird, scheint großen Teilen unserer Politik noch nicht in den Sinn gekommen zu sein oder wird einfach ignoriert.

In den jüdischen Gemeinden fehlen die großen Persönlichkeiten
Nach dem altersbedingten Versterben der Holocaust-Überlebenden und Gemeinden-Wiederaufbau-Generation wie Bubis und Galinski, gibt es in den Gemeinden und besonders im Zentralrat kaum noch Persönlichkeiten mit ausreichend innerem Engagement, Glaubwürdigkeit und hinreichendem Standing, aber auch genügender Befähigung, um den wachsenden Herausforderungen durch den demoskopischen Umbau der Gemeinden und den sich durch massiven islam-getragenen Judenhass und reaktiven Rechtsruck verschlechternden Bedingungen für jüdisches Leben wirkungsvoll zu begegnen.

Politische Instinktlosigkeit, fehlendes Rückgrat, Opportunismus und falsches Appeasement gegenüber islamischen Judenfeinden und offensichtliche Anbiederung jüdischer Funktionäre gegenüber hiesigen Israel-aversen Parteien, wie etwa der Israel-Waren-Boykott-Partei der Grünen und des linken Regierungsbündnisses führen zu grotesken basis-fernen Entgleisungen der eigentlich als jüdische Interessenvertretung angedachten jüdischen Organisationen und des den Namen seit Galinski und Bubis nicht mehr verdienenden Zentralrats der Juden.

Vor allem so ist das gemeinsam mit der hiesigen Politik von bestens regierungs-domestizierten jüdischen Exponenten betriebene Bashing des gegenwärtigen US-Präsidenten Trump zu deuten, dessen juden- und israel-freundliche Politik vor allem auch in der Jerusalem-Frage sowie das entschiedene Auftreten gegenüber den Israelfeinden aus dem Iran, der Türkei und der UNO besonders angesichts der unsäglichen islamophilen und israel-feindlichen Politik seines Vorgängers Obama und der gegenwärtigen Regierungen Westeuropas ein wahrer Glücksfall der Geschichte ist.

Von besonderer Peinlichkeit sind in diesem Zusammenhang die hemmungslosen, fakten-verkehrenden und sinnentleerten Anwürfe der ehemaligen Zentralratsvorsitzenden Charlotte Knobloch gegenüber dem großartigen und überzeugten Juden- und Israelfreund Richard Grenell, der als Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland nicht nur eine hervorragende Besetzung dieses wichtigen Amtes ist, sondern ein mehr als erforderliches Korrektiv für die hiesige Israel-Delegitimierungs-Politik darstellt und zur rechten Zeit einen festen moralischen Halt für all jene liefert, denen angesichts der von unserer Politik entseelt betriebenen Strukturauflösung unserer westlichen Lebenswelt und der Verunmöglichung eines würdigen jüdischen Lebens ohne demütigendes Identitäts-Mimikry an der Bewahrung unseres freiheitlich-demokratischen abendländischen Wertesystems gelegen ist.

Die gerade in den USA anstehende Wähler-Bestätigung der erfolgreichen Politik des US-Präsidenten provoziert unsere sich in immer noch geleugneter Agonie vor dem Scherbenhaufen ihres Rundum-Versagens befindlichen politischen Fehlbesetzungen des eher KleiKo als GroKo zu nennenden links-ideologisierten Regierungsbündnisses einer abgewirtschafteten Kanzlerin und die nachgeschalteten Gesinnungsmedien zu immer abstruseren Hassattacken und einem Amoklauf gegen den amerikanischen Präsidenten.

Es ist kaum zu erwarten, dass dies trotz des sinnentleerten gegenwärtigen vorübergehenden Meandrierens der hiesigen Wähler in Richtung der grünen Bevormunder und Öko-Hysteriker die bereits in Gang gesetzten politischen Veränderungen in unserer Republik aufhalten wird.

Leider bleibt zu befürchten, dass Deutschland auch dann kein Hort für Juden sein wird.

Umso mehr erfreuen darf uns der große internationale und wirtschaftliche und politische Erfolg, den der jüdische Staat Israel trotz aller massiven weltweiten Anfeindungen zu verzeichnen hat. Die sich durch den historischen Besuch des großartigen, hier massiv angefeindeten israelischen Premierministers in Oman anbahnende Zeitenwende in der Anerkennung des Staates Israel und die nunmehr auch durch Brasilien beschlossene Verlegung der Botschaft nach Jerusalem sprechen in diesem Sinne für sich.

Dem jüdischen Volk, dem Staat Israel, unseren Lesern und uns allen wünschen unsere Redaktion und ich Sicherheit, Frieden und Wohlergehen!

Ihr
Dr. Rafael Korenzecher