Juli 6, 2018 – 23 Tammuz 5778
Kolumne des Herausgebers DR. R. KORENZECHER

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Liebe Leserinnen und liebe Leser,

die Zeit läuft schnell – wir laufen mit. Mit dem Erscheinen dieser Ausgabe liegt die erste Hälfte dieses Jahres bereits schon wieder hinter uns. Das Jahr 2018 geht in seine zweite Runde. Nur noch ca. 10 Wochen trennen uns von dem Beginn des neuen jüdischen Jahres 5779 und dem Zyklus der weiteren unmittelbar folgenden hohen jüdischen Feiertage.

Trotz aller Anfeindungen und trotz aller Angriffe und Übergriffe gegenüber jüdischen Menschen und dem Staat Israel – der jüdische Staat feierte vital, aufstrebend, lebensfroh und in großer Prosperität für das Land und seine Menschen den 70. Jahrestag seines Bestehens.

Dank des durch den US-Präsidenten Trump vollzogenen überfälligen Politikwechsels ist die Botschaft der Vereinigten Staaten endlich nach Jerusalem gezogen und Amerika hat Jerusalem als die ewige, unanfechtbare und ungeteilte Hauptstadt des jüdischen Volkes anerkannt. Wenn auch noch in kleiner Zahl sind andere Staaten nachgezogen und weitere werden folgen. Die Anti-Israel Front der UNO hat dank des beherzten Auftretens der US-Botschafterin Nikki Haley und des durch die neue Politik der USA gestärkten israelischen Premierministers Netanjahu deutliche Risse bekommen.

Auch das Aggressionspotential des offen auf die Vernichtung des jüdischen Staates und seiner Menschen sinnenden Schurkenstaates Iran hat trotz Unterstützung durch unsere hiesigen und westeuropäischen Israel-Delegitimierer durch den politisch mehr als berechtigten Ausstieg der USA aus dem verantwortungslosen und gefährlichen Atomdeal der kaum verhohlenen Israel-Feinde Obama, Kerry und Steinmeier einen deutlichen Dämpfer erlitten. Dazu hat der IS seit der Präsidentschaft Trump fast den gesamten Boden in der Region verloren und mit Nord-Korea scheint sich dank der beherzten Initiative des Präsidenten Trump eine historische Wende in Richtung Entspannung anzubahnen.

Alles in allem war es ein gutes erstes Halbjahr 2000 und Chai. Die Buchstabenfolge des hebräischen Wortes „Chai“ (Leben) steht in unserem Lashon Kadosh (heilige Sprache der Thora) auch für die Zahl 18, die damit für das jüdische Volk Glück und Leben verheißt.

So soll es und so wird es dank der glücklichen und erfolgreichen politischen Konstellation Trump/Netanjahu für Israel und das jüdische Volk auch in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 im Zeichen des Chai weitergehen.

Unsere Freude darüber nicht beeinträchtigen wird auch der Umstand, dass uns in diesem Jahr bereits der Monat Juli mit dem Fastentag Tischa B’Av (9. Tag des jüdischen Monats Av) den traurigsten Tag des jüdischen Kalenderzyklus vorhält.

Entsprechend der rabbinischen Überlieferung fand die Zerstörung des ersten jüdischen Tempels durch die Babylonier im Jahre 586 oder 423 v.d.neuen Zeitrechnung und die Zerstörung des zweiten jüdischen Tempels 70 neuer Zeitrechnung durch die Römer jeweils am Tischa B’Av statt.

Auch die Zerstörung der Festung Betar im Bar-Kochba-Aufstand (132-135 neuer Zeitrechnung) soll am 9. Av stattgefunden haben.

Folgt man der religiösen Darstellung, dann soll am 9.Av das Urteil über die Juden nach der Sünde des Goldenen Kalbs gefällt worden sein.

Entsprechend der antiken Geschichtsschreibung soll der 9. Av auch der Tag gewesen sein, an dem durch die Römer mit dem Aufbau der römischen Stadt Aelia Capitolina auf dem Boden des zerstörten Jerusalem begonnen worden sein soll.

Aber auch der weiteren jüdischen Geschichte sind die Tage um den neunten Av stets Tage schwerer Schicksalsschläge für das jüdische Volk gewesen.
Das gilt für den Beginn des 1. Kreuzzugs im Monat Av des Jahres 1096, in dessen Verlauf zehntausende Juden getötet worden sind.
Die Vertreibung der Juden aus dem mittelalterlichen England (1290 n. Chr.), aus Frankreich (1306 n.Chr ) und aus Spanien (1492 n.Chr.) fielen stets auf den 9. Av oder auf ihn umgebende Tage.
Im Jahre 1914 betrat das deutsche Kaiserreich das Szenario des schrecklichen Ersten Weltkriegs, der mitursächlich für den späteren Holocaust an den Juden Europas war am 1. August, der damals auf den 9. Av fiel.

Am 2. August (9. Av) 1941, erhielt Heinrich Himmler das formale Startzeichen für die unter der Bezeichnung „ Endlösung der Judenfrage“ folgende industrielle Ermordung der Juden Europas. Ebenfalls am 9. Av, dem 23. Juli 1942 begannen die ersten Massendeportationen von Juden aus dem Warschauer Ghetto in das Vernichtungslager Treblinka.
Viele religiöse Gemeinden begehen daher den strengen Fastentag Tischa B’Av auch als Trauertag für die 6 Millionen im Holocaust durch die Nazis und ihre Schergen ermordeten europäischen Juden.
In neuerer Zeit markierte der 10. Av, am 18. Juli 1994 den Tag des schrecklichen islamischen, Hisbollah- und Iran-korrelierten Anschlags auf das Gemeindezentrum in Buenos Aires mit 87 Toten.

Die von Arik Scharon und der israelischen Regierung für einen von den Gazanern nie erhaltenen Frieden initiierte und durchgeführte Hergabe von Gaza an die heutigen islamischen Bewohner erfolgte am 10. Av, der im Jahre 2005 auf den 15. August fiel und 8.000 der dort lebenden Juden ihre Bleibe und ihr Zuhause kostete.

Trotz aller hingeheuchelten Alibi-Gedankveranstaltungen für tote Juden, haben jüdisches Schicksal und der gewalttätige Judenhass der hier bedenken- und verantwortungslos von unserer Regierung in großer Zahl eingelassenen muslimischen Israel- und Judenfeinde die linksideologisierte, Israel-delegitimierende und Juden-averse Politik des hiesigen linken Mainstreams nicht zu ändern vermocht.
Aber BAMF-Affäre, weitere islamische Gewalttaten wie der Mord an Susanna Feldmann, der gerade noch vereitelte islamische Rizin-Giftanschlag in Köln und das längst überfällige interne Zerwürfnis der Unionsparteien markieren eindeutig die Dämmerung der Kanzlerschaft von Angela Merkel.

Auf Sicht wird daran auch das sich bereits abzeichnende und nicht unerwartete Einknicken der CSU samt ihres Zauderers Seehofer und des sich hinterhältig als Brutus-Verschnitt im Westentaschenformat betätigenden Markus Söder nichts ändern. Der Glaubwürdigkeitsverlust der CSU wird im Falle eines Verbleibs des Innenministers im Amt kaum noch auszugleichen sein.

Zu deutlich ist das Versagen der Kanzlerin und zu offensichtlich sind die auf reinen Zeitgewinn schielenden, von den meisten der betroffenen angeblichen Vertragsstaaten durch schnelle Dementis ohnehin enttarnten europäischen Hinhalte-Gaukeleien. Daher spielt es kaum eine Rolle, ob Herr Seehofer umfällt oder nicht. Der nächste Konflikt und der Bruch der Koalition ist durch die suizidale und wenig aufrichtige Politik der Kanzlerin bereits programmiert. Furchtbar nur, dass mit jedem weiteren Tag der Merkel-Kanzlerschaft der Schaden für unseren Rechtsstaat größer und die Islam-generierte, links-gestützte Verunmöglichung jüdischen Lebens unerträglicher wird.

Gegenwärtig wäre ein Ausscheiden der CSU aus dem Verbund der suizidalen Islameinlass-Politik der Kanzlerin ohnehin nur ein Zeichen für die schon Posten-gierig in den Startlöchern sitzenden Grünen, sich als Frau Merkels 5. Kolonne für die Mehrheitsbeschaffung der Kanzlerin anzudienen und sich dafür neben anderen Ministerposten mit dem Innenministerium etwa für Frau Roth oder Frau Göring-Eckardt an dem Kadaver der GroKo bedenkenlos auf Kosten unseres Rechtsstaates und seiner allzu geringgeschätzten Bürger mit einer Afghanistan-Koalition (schwarz-rot-grün) schadlos zu halten. Unter diesem Aspekt wäre ein Bruch der GroKo zum jetzigen Zeitpunkt vielleicht sogar allzu verfrüht.

Frau Merkel wiederum wäre es sicher nur allzu recht, mit dem abtrünnigen Innenminister nicht nur endlich die Seehofer‘sche Obergrenze entsorgt zu haben, sondern mit den ihr ohnehin viel näher als die CDU stehenden Grünen die eigentlich nach einem derartigen Erdrutsch obligatorische Neuwahl, die sie mit größter Wahrscheinlichkeit nicht mehr bestehen würde, zu verhindern.

Besonders beschämend und symptomatisch für die opportunistische Charakterlosigkeit der jetzigen Merkel-Jasager wird sein, dass schon sehr bald nach der Ablösung der abgewirtschafteten Kanzlerin die eigenen Parteigenossen die heutige, vermeintlich alternativlose Kanzlerin mit der „ich war kein Merkel-Mitläufer“-Lüge ebenso wie die Sozialdemokraten den ehemaligen Kanzler Schröder verleugnen und meiden werden.

Wie man es auch betrachtet: Trotz allen verfehlten links-ideologischen Sendungs-Bewusstseins des bröckelnden Merkel-Bündnisses. Die Kanzlerin ist mit und ohne Umfaller Seehofer längst Geschichte und hinterlässt wie erwartet einen von ihr nachhaltig Vertrauens-beschädigten Rechtsstaat, einen von ihr verschuldeten dramatischen reaktiven Rechtsruck und politisches Chaos.

Aber es gibt auch Erfreuliches.
Trotz Kübeln auf ihn von den Medien und den politischen Hassern täglichen geschütteten Bessermensch-Unrats hat der neue US-Präsident nach 500 Tagen im Weißen Haus ein hervorragendes Rating bei seinen Anhänger – 89 % sind mit ihm zufrieden. Davon können die Fehlbesetzungen unserer Politik nur träumen. Selbst eingeschworene Trump-Kritiker in Deutschland, wie z.B. der „Tagesthemen“-Moderator und ehemalige ARD-Korrespondent in den USA, Ingo Zamperoni, sind längst sicher, dass Trump im Jahre 2020 wiedergewählt wird.

Dass sich die Kluft zwischen Europa und USA vertieft, liegt – auch wenn es uns unsere linken Islam-affinen Ideologen anders glauben machen wollen, vor allem an der entseelten, sich jedem gesunden Menschenverstand verschließenden Politik unseres seit langem falsch geführten linken Regierungsbündnisses.
Ohne die geringste Anerkennung oder auch nur Anfeindungspause durch unsere politischen Vertreter hat Donald Trump durch das richtige Augenmaß beispielsweise die für unlösbar gehaltene Korea-Krise einer Entschärfung und Lösung viel nähergebracht als alle seine Vorgänger in 65 Jahren.

Auch die von Frau Merkel und ihrer politischen Gefolgschaft zu großen Teilen verschuldete Spaltung Europas nach dem ebenfalls im Wesentlichen von Frau Merkel verursachten Brexit schreitet fort:

Mit der jüngsten Regierungsbildung in Italien und dem Wahlsieg der rechten Partei in Slowenien haben noch zwei weitere europäische Länder den für den Zusammenhalt Europas perniziösen Kurs von Merkel und Macron verlassen. Im September wird auch in Schweden gewählt und auch da sieht es ebenfalls nach einem konservativen Politikwechsel aus. Damit könnten die Europawahlen im Frühjahr 2019 zu einer früher nie in dieser Dramatik denkbaren existentiellen Richtungswahl werden.

Das kann nicht verwundern, wenn in Deutschland trotz seit langem bestehender und bekannter eindeutiger Belege über islamistische Aktivitäten durch unsere Politik weiter lauwarmer Kuschelkurs gegenüber islamischen Integrationsverweigerern gefahren wird, statt Verbote derartiger Islamverbände und Ausweisung von Jugend-verführenden Imamen durchzusetzen. Das machen Nachbarn wie Österreich längst nicht mehr mit, sondern schließen derartige Moscheen, weisen derartige Hass-Imame ohne Verzug aus und isolieren die Vernunft-resistente deutsche Merkel-Politik mehr und mehr.

Völlig absurd wird der Merkel‘sche Isolationsweg wenn von hoher politischer Ebene etwa von der Kanzlerin vollkommen unwidersprochen die Ausweisung des Botschafters unseres loyalsten transatlantischen Sicherheits-Garanten und verlässlichsten und wichtigsten Verbündeten USA verlangt wird, weil sein Präsident und der Botschafter nicht bereit sind die hier praktizierte aberwitzige Selbstentleibungspolitik gegenüber dem Islam mitzugehen.

Kein geringes Symptom für falsche Integrationsanforderungen gegenüber den hier lebenden Muslimen ist das sanktionslose Akzeptieren des Sachverhalts, dass ca. 2/3 der hier wahlberechtigten Türken stolz und enthemmt einen Demokratiefeind wie Erdogan wählen und ihn dann auch noch in lärmenden nächtlichen Autokorsi bejubeln.

Die hiesigen türkisch-stämmigen Erdogan-Fans mit türkischer oder doppelter Staatsbürgerschaft sind – wie die Wahlstimmen-Auswertungen belegen – deutlich rechter, islamo-faschistischer und Demokratie-feindlicher als die türkische Stammland-Bevölkerung.

Sie wählen in der Türkei den rechtsextremen Pan-Islamisten und Antisemiten Erdogan. In Deutschland wählen sie dagegen linke Parteien, weil sie mit deren Hilfe und Unterstützung völlig unkontrolliert am ehesten ihren rechten, faschistoiden, rassistischen und massiv judenfeindlichen Islamismus einschleppen und ausleben können.

Ausweislich des Wahlverhaltens sieht das die Mehrzahl der Türken in Deutschland genauso wie ihr dieses Land, seine Menschen und unsere Demokratie zutiefst verachtendes Fußball-Idol. Sie tanzen frenetisch und feiern mit hupenden Auto-Korsi lärmend auf den Straßen deutscher Städte den fortgesetzten Niedergang des letzten Restes der türkischen Demokratie.

Das frühe Ausscheiden der deutschen Mannschaft aus der Fußballweltmeisterschaft 2018 ist ganz sicher nicht politisch korreliert, steht aber symbolhaft für das schwindende Selbstwertgefühl unseres zunehmend zwischen links und rechts zerrissenen, von der gegenwärtigen Führung längst der Begierlichkeit islamischen Hegemonialdenkens ausgelieferten Rechtsstaates.

Symptomatisch ist auch, dass die Akzeptanz des türkischen Machthabers in Links-Grusel-Deutschland unter den jeweiligen türkischstämmigen Wahlberechtigten etwa fünfmal so hoch ist wie in den USA (etwa 66 % Akzeptanz hier zu etwa 13 % Akzeptanz in den Vereinigten Staaten).
Und die anderen, die nicht-türkischen, nicht-muslimischen Bürger unserer freiheitlich westlichen Demokratie – die fahren unbeirrt, bedenkenlos und gutgelaunt in den Urlaub nach Antalya. Irgendwie muss man ja die Solidarität mit dem Geschehen in der Türkei unter Beweis stellen. Abbau des Rechtstaates, Inhaftierung von Journalisten, Islamisierung, Benachteiligung Andersdenkender, Antisemitismus – all das stört unsere gesinnungslosen Sommerfrischler nicht im Geringsten.

Lange werden sich unsere Groko-Parteien und ihre Pseudo-Bessermensch-Epigonen allerdings an dem Appeasement-erkauften islamischen Stimmenzuwachs nicht erfreuen dürfen.

Mit der weiteren, von unserer vermeintlich strategisch so verschlagenen linken Sesselkleber-Politik opportunistisch geförderten Zunahme des islamischen Populationsanteils und dem Fortschreiten des durch den nicht-islamischen Bevölkerungsteil hierzulande und Westeuropa-weit nicht mehr zu gewinnenden demoskopischen Wettlaufs wird ein dramatischer Politikwechsel erfolgen.
Das mit Wahlrecht versehene muslimische Wählerpotential wird dann in nicht allzu ferner Zukunft wiederholt wechselwählen und seine Stimmen dieses Mal nach bewährtem türkischen Muster einer rechts-faschistoiden, rassistischen Islampartei zukommen lassen.

Leider dürfte dies nicht nur das Ende des kuscheligen heutigen Links-am-Wähler-vorbei-Regierens sein – es wird auch das Ende unseres freiheitlich-demokratischen Wertesystems einleiten.
Nur eine düstere Vision eines paranoiden jüdischen Kommentators werden nicht wenige jetzt noch sagen – vielleicht!

Aber zumindest eines sollte man sich klarmachen: Eine nicht zur Gegenwehr bereite, opportunistisch entfesselte, gegenüber der sichtbaren Intoleranz dümmlich und suizidal tolerante Demokratie lässt – wie bereits anderenorts und auch hier in der Geschichte geschehen – ihre eigene demokratische Abwahl und die Wahl einer Diktatur zu. Für den umgekehrten Weg zurück sieht das schon anders und fast immer opferreich und blutig aus.

Israel und seine Menschen dürfte all dies dank des umsichtigen Handelns seiner Politik und seiner Verteidigungsbereitschaft erspart bleiben.

Der demokratische Rechtsstaat Israel wird im Interesse seiner Menschen auch weiterhin ein prosperierendes Erfolgsmodell bleiben. Allen seinen Feinden hier und weltweit zum Trotz.

In diesem Sinne

Am Israel Chai!

Unseren Lesern und uns allen Gesundheit und alles erdenklich Gute.

Ihr
Dr. Rafael Korenzecher