Oktober 6, 2017 – 16 Tishri 5778
Kolumne des Herausgebers DR. R. KORENZECHER

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Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Rosch Haschana, das jüdische Neujahrsfest liegt hinter uns und die Juden in aller Welt schreiben bereits das Jahr 5778. Im Oktober folgen Simchat Torah und das Laubhüttenfest Sukkot. Sukkot ist ein frohes jüdisches Erntedank-Fest, das den ruralen Ursprung des jüdischen Volkes würdigt.

Simchat Torah spiegelt den Dank und die Freude des jüdischen Volkes über sein größtes Glaubenswerk, die Thora wieder, die sowohl die Schöpfungsgeschichte als auch die als ethischer und allgemeiner Menschenkodex bis heute geltenden zehn Gebote enthält. Sie belegt über die hohe religiöse Bedeutung hinaus die Jahrtausende alte Legitimation des jüdischen Volkes auf sein Stammland Israel, das eindeutig auch die Gebiete Judäa, Samaria und Galiläa umfasst. Auf Jerusalem, die ungeteilte und heilige Hauptstadt des jüdischen Staates, wird seit Jahrtausenden und lange vor der Entstehung des Christentums und des Islam mehrere hundert Male an vielen Stellen der Thora Bezug genommen.

Daran ändern auch die späteren Eroberungsraubzüge der Römer und der Osmanen nicht das Geringste. Israel ist nach seiner im Einverständnis mit den meisten Nationen dieser Welt erfolgten Wiederherstellung inklusive seiner ungeteilten Hauptstadt Jerusalem einer der am längsten legitimierten existierenden Staaten nicht nur in der Region, sondern auf der Welt.

Jeder Versuch der islamischen und anderen weltweiten und hiesigen Israel- und Judenhasser, den jüdischen Ursprung der gesamten Region und der heiligen – zum Teil wie auf dem Tempelberg durch demütigende Eroberungsbauten des Islam geschändeten – jüdischen Stätten zu leugnen und von den Juden trennen zu wollen, ist nicht nur judenfeindlich und verlogen, er ist historisch absolut absurd und geht vollständig ins Leere.

Der vor uns liegende Monat Oktober beinhaltet auch runde Jahrestage für nicht unmittelbar mit dem Judentum und dem jüdischen Volk verbundene historische Ereignisse, die letztlich aber in nicht geringem Maße jüdisches Leben und jüdische Schicksale beeinflusst haben.

Im Oktober 2017 jährt sich zum einhundertsten mal der Jahrestag der russischen Oktober-Revolution (nach anderer Zählung auch am 7. November). Im Zuge dieser gigantischen Umwälzung, die das russische Zarenreich erschütterte, wurden nicht nur der Zar und seine Familie ermordet, es folgten bis zum Jahre 1991 ganze 74 Jahre kommunistisch-bolschewistischer Zwangs-Herrschaft, in deren Verlauf die Revolution viele ihrer ursprünglich vom idealistischen Gleic eitsmotiv geleiteten Initiatoren, darunter zahlreiche jüdische Revolutionäre, ausgestoßen und getötet hat.

Einen Hochpunkt des jüdischen Widerstandes gegen das judenfeindliche Klima und die antisemitische Repression in der Sowjetunion markiert die mutige Dissidenten- und „Let-my-people-go“-Ausreise-nach Israel-Bewegung jüdischer Menschen in den 70er Jahren.

Eine besondere Ironie des Schicksals dürfte sein, dass die Geschichte ohne deutsche – im Interesse der Destabilisierung der Ostfront des Ersten Weltkrieges erfolgte – Beteiligung an der Rückkehr Lenins nach Russland wohl einen völlig anderen Verlauf genommen und wohl auch sehr vielen jüdischen Menschen viel Leid erspart hätte.

Dennoch hat die kommunistische Sowjetunion unter Stalin nach Ende des Zweiten Weltkrieges, der sechs von den Nazis ermordete Millionen jüdischer Frauen, Männer und Kinder zurückgelassen hat, für eine Neugründung des jüdischen Staates Israel auf dem zum Britischen Mandatsgebiet
gehörenden Territorium des historischen jüdischen Königreichs gestimmt.
Die gegenwärtige Liebäugelei der russischen postkommunistischen Politik mit dem expansiv nach Atomwaffen strebenden, das Lebensrecht Israels negierenden islamischen Verbrecherregime der Mullahs im Iran widerspricht diesem Ansatz und bietet dem jüdischen Staat mehr als nur einen Grund zur Sorge.

Einen runden Jahrestag feiert in diesem Monat auch die durch und durch in der als Israelkritik getarnten antijüdischen Tradition ihres Stifters verharrende protestantische Kirche. Der bis zum Mord an Juden aufrufende Antisemitismus des von der evangelischen Kirche bis heute bejubelten sogenannten Reformators Martin Luther, der vor genau 500 Jahren in Deutschland eine Abspaltung der evangelischen Kirche von der zutiefst judenfeindlichen katholischen Kirche vereitelte leider die Hoffnung auf eine Besserung der damaligen Lebenssituation des jüdischen Bevölkerungsteils.

Im Gegenteil: Luthers Judenhass bot dem rassistischen Antisemitismus des Luther-Fans Hitlers den gewünschten Boden und die gewünschte breite gesellschaftliche Akzeptanz und ist trotz schwacher innerkirchlicher Opposition unzweifelhaft mitverantwortlich für den nationalsozialistischen Massenmord an den Juden.

Leider bietet die gegenwärtige einseitig antiisraelische Sicht der Evangelischen Kirche Deutschland auch im Lutherjahr nur wenig Hoffnung auf eine echte Aussöhnung der Kirche mit dem jüdischen Volk.

Besonderen Raum in der deutschen Berichterstattung haben die auch weltweit viel beachteten, in Deutschland bislang alle vier Jahre, künftig wohl – aus Gründen der Sorge der Politiker um das erlangte Amt – alle fünf Jahre stattfindenden Bundestagswahlen eingenommen. Diese waren im Vorfeld gekennzeichnet durch die seitens der bislang etablierten Bundestagsparteien aus Regierungskoalition und der nicht den Namen verdienenden etablierten Opposition gebetsmühlen-artig und nahezu inhaltsgleich vorgetragenen Bestärkung der Richtigkeit des suizidalen Islam-Einlass-Kurses dieser Regierung. Einer damit verbundenen Aushebelung unseres von vielen zugereisten Islamanhängern verachteten demokratischen Rechtssystems und des implizit mit der muslimischen Immigration verbundenen signifikanten Anwachsens eines unversöhnlichen und nicht selten gewalttätigen islamischen Israel- und Judenhasses wurde seitens unserer Kanzlerin und der mit ihr assoziierten Politik keinerlei Rechnung getragen.

Ebenso wenig Beachtung durch die Kanzlerin und die im Bundestag etablierten Parteien fand das im Wahlvolk gewachsene Unbehagen und die Sorge um den Fortbestand des bislang noch demokratischen Rechts- und Wertesystems unserer bislang wundervoll freiheitlichen, religionsgetrennten, religionstoleranten und säkularen Nachkriegsrepublik.

Daher lieferte die einzige Spannung in diesem auseinandersetzungs-armen, themen-verfehlten, wichtige, die Wähler ängstigende Probleme vorsätzlich ausblendenden Pseudo-Wahlkampf das Ausmaß der seitens der etablierten Parteien an Stelle einer ersthaften Auseinandersetzung einvernehmlich praktizierten Verteufelung und Diffamierung von Anhängern einer aus der Not und durch das politische Versagen der politischen Führung entstandenen Opposition gegen die islamogene Strukturauflösung unserer westlichen Lebensweise.

Statt eines Dialogs über die zunehmend schwindende innere Sicherheit wegen des
Zuwachses der vor allem Islam-generierten Gewalt auf unseren Straßen, Veranstaltungen, öffentlichen Plätzen und Nahverkehrsmitteln – beherrschten Diffamierung, Ausgrenzung, Mobbing und Repression gegen die durch den Links-Drift der Regierungspolitik ihrer politischen Mitte beraubten, teilweise reaktiv nach rechts gerückten bürgerlichen Wähler.

Nun ist zwischenzeitlich am 24. September gewählt worden und es kam wie jeder sehende und denkende Mensch es erwarten musste. Die etablierten, für die suizidale Politik verantwortlichen Parteien der Regierungskoalition CDU/CSU und SPD sind abgestraft worden und haben einen erheblichen Teil ihrer Wählerakzeptanz verloren. Die Regierungsparteien der GroKo haben die schlechtesten Ergebnisse seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland eingefahren.
Die auf die berechtigten Ängste der Bürger eingehende Opposition mit deutlich rechtem Randbesatz hat sich verdreifacht und ist wie erwartet aus dem Stand zur drittstärksten Partei in Deutschland geworden. Dies ist für jeden sichtbar ein niederschmetterndes Wählerurteil und eine beispiellose Niederlage der verantwortungslosen Politik dieser Kanzlerin und ihrer politischen, duckmäuserischen und opportunistischen, um ihre politischen Ämter besorgten Entourage.

Der römische Anführer Quintilius Varus, ein Mann mit Ehre, hat sich vor 2000 Jahren für eine Niederlage dieses Ausmaßes ins Schwert gestürzt. Politiker mit einem Funken Anstand und Charakter würden heute, wenn auch weniger drastisch, sofort zurücktreten, um im Interesse der Sache und des Wählers fähige und geeignete Nachfolger ans neu zu besetzende Ruder zu lassen.

Frau Merkel und der politische Papierlöwe von der CSU, Horst Seehofer, scheinen weder das eine noch das andere zu besitzen, sondern kleben unbeeindruckt an ihren Sesseln. Im Gegenteil, Frau Merkel sieht schon zwei Stunden nach Wahl-Ende, nachdem sie gerade noch einmal mehrheits arithmetisch davongekommen ist und nachdem sie die Partei Adenauers und Kohls in ein nie dagewesenes politisches Desaster geführt hat, ihren politischen Selbstmord-Kurs bestätigt.

Und keiner, keiner aus ihren eigenen Reihen widerspricht oder verlangt ihren Rücktritt und den Rücktritt der ganzen Führung. Diese Partei verdient offensichtlich diesen politischen Niedergang, der sich mit einem Verbleib der Kanzlerin Merkel im Amt noch fortsetzen wird.

Ein Erörterung des Totalversagens der vollkommen obsoleten Israel-Basher- und Islam-Appeaser-Partei SPD erübrigt sich, außer der Aussage, dass sie mit dem Wahlergebnis weit über den ihr zustehenden Wert gekommen ist, vollkommen.

Nur ein fundamentaler Wechsel in der Führung und eine Freisetzung der auch persönlich mit dem jemals schlechtesten Ergebnis bedachten eher schädlichen als benötigten Kanzlerin könnte den weiteren Niedergang der CDU verhindern.

Das Ergebnis der Wahl spiegelt das Gefühl der Menschen in unserer Republik wieder. Die Welt ist nicht untergegangen, im Gegenteil das Wahlergebnis ist ein heilsamer Anstoß und wird ohnehin – wie jetzt schon, wenn auch uneingestanden erkennbar, zu einer Korrektur der verantwortungslosen Selbstzerlegungspolitik dieser Republik führen.
Weniger Islam und konsequente Rechtsanwendung bedeuten weniger Judenhass und weniger No-Go-Areas für Juden und für uns alle.
Soviel an die Adresse der hiesigen und weltweiten, meist von links und zum Teil auch aus Israel kommenden notorischen Besorgnisträger, die Israel-Hasser und Terroristenfreunde aus der Merkel-Entourage wie Gabriel u.a. für Freunde der Juden und die gesamte Opposition für den Leibhaftigen halten. Ja, es stimmt es gibt viel zu viel braunen Müll in der Opposition, kaum jemand verabscheut das mehr als der Verfasser, der nahezu sein ganzes Leben im Kampf gegen den allgegenwärtigen Antisemitismus und die Delegitimierung Israels verbracht hat.

Aber diesen Antisemitismus gibt es – nur besser hinter Israel-Kritik getarnt – auch bei allen anderen Parteien inklusive den Kirchen. Dort kommt aber noch die jüdisches Leben verunmöglichende Duldung eines bei uns massiv gewachsenen muslimischen Judenhasses dazu.

Der plumpen, nur ihrer eigenen Erhaltung dienenden Schwarzmalerei-Propaganda der etablierten Islam-Freunde, die mit Jamaika oder doch noch Groko in trauter Zusammensetzung munter weiterregieren wollen, sollten wir nicht aufsitzen. Berlin 2017 ist nicht Weimar und die bisher Etablierten sind keine Freunde der Juden.

Jedenfalls zeigen die vollkommen uneinsichtigen und häufig trotzigen Reaktionen der Verantwortlichen für den jetzt beklagten Rechtsruck und für das eigene Desaster, dass von dieser Seite eine Besserung der Sicherheitssituation auch für Juden in Deutschland und für eine andere Beurteilung Israels auch künftig nicht zu erhoffen ist.

Unseren Lesern wünsche ich noch einmal ein herzliches Schana Tova 5778 w Gemar Chatima
Tova!

Mögen Sie und alle Ihre Lieben eingeschrieben und besiegelt sein in dem Buch des Lebens in Gesundheit, Frieden, Glück und persönlichem Wohlergehen.

Ihr Dr. Rafael Korenzecher