Oktober 7, 2016 – 5 Tishri 5777
Kolumne des Herausgebers

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

in diesem Jahr ging mit dem Erscheinen der neuen Ausgabe unserer JÜDISCHEN RUNDSCHAU der Monat Elul und damit das alte jüdische Jahr 5776 zu Ende. Nach Sonnenuntergang des 2. Oktober 2016 begann am 1. Tag des Monats Tischrei das neue jüdische Jahr 5777.

Allen jahrtausendealten Anfeindungen und Vernichtungsversuchen durch seine alten und neuen Feinde zum Trotz folgen auch in diesem Jahr Millionen Juden in Israel und in der ganzen Welt dem ewigen Brauch am Rosch-Haschanah-Fest, das in der Thora auch Jom Terua (Tag des Schofarblasens) genannt wird, wie seit jeher den vertrauten Klang des Widderhorns Schofar zu hören und für ihre Lieben und für sich ein glückliches, friedvolles und ein gesundes, kurzum ein süßes neues Jahr zu erbitten.

Die Redaktion und ich schließen uns aus ganzem Herzen für unsere Leser und für uns alle diesen Wünschen an. Das Neujahrsfest Rosch Haschanah und die folgenden Tage bis Jom Kippur stellen für das gesamte jüdische Volk neben der Hoffnung auf das Neue auch eine Zeit der Rechenschaft und der Besinnung über das Bisherige, über das Versäumte und über das Erreichte dar.

Auch wir, das Team der JÜDISCHEN RUNDSCHAU, möchten den Jahresumbruch dazu nutzen, uns rückblickend bei Ihnen, all unseren Lesern und Freunden, auf das Herzlichste für Ihre Treue und für Ihren mutmachenden Zuspruch, die Sie uns seit unserem ersten Erscheinen vor über zwei Jahren bewiesen haben, zu bedanken.

Vor allem Ihnen ist zu danken, dass unsere Leserzahl und unser Wirkungskreis in dieser Zeit stetig gewachsen sind. Unseren aufrichtigen Dank dafür möchten wir daher verknüpfen mit der Hoffnung, dass Sie uns auch im neuen Jahr 5777 und in der Zukunft begleiten und uns mit Ihren Anregungen und Ihrer aktiven Mitwirkung auch künftig wie bisher die Kraft geben, die wir für unsere Arbeit brauchen.

Gleichzeitig möchten wir auch für dieses Jahr das Versprechen abgeben, weiterhin mit Schaffensfreude, Enthusiasmus und großem Engagement für Sie, für unsere Zeitung und für die jüdische Sache tätig zu bleiben und unsere Anstrengung gerade angesichts der zunehmenden Feindseligkeit, der sich die Juden in Israel und in vielen Teilen der übrigen Welt ausgesetzt sehen, in unserem gemeinsamen Sinne noch zu verstärken.

Wie schon die zurückliegenden Jahre war auch das letzte Jahr kein einfaches Jahr für das jüdische Volk in Israel und in der Diaspora. Zwar sind erfreulicherweise Israel und seine Menschen dank der großen Umsicht und Verteidigungsfähigkeit des jüdischen Staates und seiner Regierung von einem neuen Angriffskrieg durch die unverändert auf die Vernichtung des jüdischen Staates sinnenden unversöhnlichen feindlichen Nachbarn der jüdischen Demokratie verschont geblieben.

Aber lebensverachtender Terror durch die weltweit nahezu ungebremst expandierende und jede Menschlichkeit verachtende islamische Aggression hat in Israel und weltweit allzu viele vor allem auch gezielt jüdische Opfer gefordert.
Unfähigkeit, Unbelehrbarkeit, Appeasement und pseudo-gutmenschliche Borniertheit unserer gegenwärtig in den USA , in Deutschland und in Westeuropa am Interesse und am Willen ihrer Völker vorbei regierenden, unsäglichen politischen Führungen, tiefsitzendes antijüdisches Ressentiment, mangelnder Verteidigungswille unserer jüdisch-christlich abendländischen, humanistischen Post-Aufklärungskultur, Quasi-Verzicht auf die Erhaltung und Durchsetzung unserer demokratischen Rechtsnormen gegenüber vor allem islamischen Straftätern und dümmlich-suizidale Fast-Aufgabe unserer freiheitlichen westlichen Lebenswerte haben gemeinsam mit einer verantwortungslosen Islam-Einlasspolitik zu einem nie da gewesenem Ausufern islamischen Terrors und einer explosiven Zunahme an islamischer Demokratieverachtung, Islam-generiertem Judenhass und Alltag gewordener Israel-Dämonisierung vor allem in den westlichen Ländern geführt.

Die JÜDISCHE RUNDSCHAU gehörte von Anbeginn zu den wenigen Medien, die vor den heute Wirklichkeit gewordenen Weiterungen hinsichtlich zunehmender, von unserer deutschen und anderen europäischen Regierungen tatenlos geduldeter, erst klein- dann schöngeredeter und massiv geförderter Islamisierung und dem folgerichtig erwarteten reaktivem Rechtsruck sowie dem immer offenkundiger werdenden Versagen unserer, den Willen ihrer Wähler pervertierenden, westlichen Politführungen gewarnt hat.

Viele der Stimmen aus Politik und Mainstreammedien, die unserer Zeitung Paranoia oder gar Scharfmacherei vorgeworfenen haben, sind angesichts der dramatischen und rasant voranschreitenden Erosion unserer, uns seit Kindertagen vertrauten und liebgewordenen Lebenswelt, zwischenzeitlich sichtlich leiser geworden oder sogar verstummt.

Bereits jetzt sind die schlimmsten Befürchtungen unserer Redakteure und Autoren bei weitem übertroffen worden. Dabei ist ein Ende dieser schrecklichen Entwicklung, die – falls keine fundamentale Änderung der auf dem Islam-Auge einseitig erblindeten Politik eintritt – in nicht zu ferner Konsequenz zu einer Auflösung unserer demokratischen Lebenswerte führen wird, nicht einmal in Sicht.

Nachdem die nahezu tägliche islamische Gewalt trotz fortdauernder unverbesserlicher Versuche unsererer Politiker und unserer Mainstream-Medien kaum noch als Einzelfall oder als unglückliche psychische Verirrung von Einzeltätern kleingeredet werden kann, versucht uns unsere unsägliche Politik nunmehr unter Zurückweisung jeder Kritik und jedes eigenen Verschuldens weiszumachen, dass der zwischenzeitlich zum Alltag gewordene Islam-generierte Terror in unseren demokratischen Staaten unvermeidbarer und Schicksals-gegebener Bestandteil unserer veränderten Lebenswelt geworden ist.

Währenddessen nehmen unübersehbar und trotzdem immer noch geleugnet rechtsfreie Räume für islamische Straftäter und die Anzahl von ausgedehnten No-Go-Bereichen vor allem für Juden in den deutschen und westeuropäischen Städten an Zahl und Umfang schnell zu.

Gleichzeitig hat die linkslastige, mit starkem antijüdischen Vorbehalt behaftete Israel-feindliche Pseudo-Gutmenschenszene, sympathisierend begleitet von unseren Fakten-unterdrückenden und nahezu alle Kritik als „rechts“ und „rassistisch“ diffamierenden Mainstream-Medien, vor allem in Deutschland eine wahrhaftige und nicht einmal unprofitable Abschiebungs-Verhinderungs-Industrie für islamische Straftäter und Asyl-unberechtigte Muslime aufgebaut.

Keinesfalls besser ist es um die internationale Situation der westlichen Politik bestellt. Trotz der unverhohlen täglich zum Ausdruck gebrachten Absicht des verbrecherischen iranischen Mullah-Regimes den Staat Israel in Schutt und Asche legen zu wollen und dem jüdischen Volk einen neuen Holocaust zu bereiten, halten die EU, die Administration des erfreulicherweise im kommenden Jahr endgültig aus dem Amt scheidenden US-Präsidenten und Islam-Verstehers B.Hussein Obama und die deutsche Steinmeier-Außenpolitik gegen jede Vernunft an dem schändlichen und katastrophalen Atomwaffenbeschaffungs-Deal mit dem Terrorunterstützungs-Regime Iran fest.

Effektlosigkeit im lichterloh brennenden Syrien sowie dem gesamten vom Islam in Brand gesetzten und von dem peinlich-rückgratlos – nicht zuletzt von unserer Kanzlerin und ihrer mit Kraftausdrücken auf Kritiker werfenden Politclique – hofierten Machtusurpator und Panislamisten vom Bosporus bewusst in Brand gehaltenen Nahen Osten sowie die Verschärfung des vermeidbaren Konfliktes in Osteuropa, kennzeichnen das vollständige politische Versagen der westlichen Politik von Obama bis Steinmeier.

Dagegen hindert keine noch so niederträchtige Atrozität der Friedens-unwilligen und -unfähigen Hamas- und Hisbollah-Verbrecher gegen Israel unsere westliche Politik und unsere Medien an dem Ritual der nahezu täglichen Verurteilungen und Schuldzuweisungen gegenüber Israel, der einzigen Demokratie in der Region.

Daran ändert auch nichts der angesichts seiner offensichtlichen Heuchelei nahezu Übelkeit erregende Trauerreden-Exhibitionismus der eigens nach Israel für die Bestattung eines der letzten Gründerväter Israels , des verstorbenen Schimon Peres, angereisten, vor allem ihre eigene Wichtigkeit dokumentierenden internationalen Politelite.

Auch wenn die anwesenden Grabredner dies nur allzu gern ausgeblendet haben: „Die Araber verlangen gar nichts von Israel – außer seiner totalen Vernichtung“, hat der klug vorausschauende Mitinitiator der atomaren Verteidigung Israels richtigerweise dargelegt und verinnerlicht.

Ein Abweichen von diesem Hauptanliegen der arabischen Nachbarn und weitester Teile des Islam durfte Schimon Peres, sichrono livracha, leider nicht mehr erleben.

Im Gegenteil: Israel-Diffamierung und der „Kauft-nicht-bei-Juden“-Boykott israelischer Waren dominierten und dominieren die Aktivitäten unsere Politik und unserer Mainstream-Medien, die der Verunglimpfung unliebsamer Islam-Kritiker, Islamisierungs-Warner und unerwünschter Wahlkandidaten hierzulande und in den sich zur Präsidentenwahl anschickenden USA vor der Kritik und Verurteilung islamischer Straftäter und Terrorregime den Vorrang geben.

Ein besonders beschämendes Beispiel hierfür liefert die längst zu einer Karrikatur ihres ursprünglichen Völkerverständigungs-Anliegens, zum Israelverurteilungs-Sprachrohr islamischer Unrechtsregime und zur moralischen Farce degenerierte, nahezu in jeder Hinsicht unnütze UNO.
Gerade dort hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im September, dem Monat des 15. Jahrestages des über 3000 – darunter auch viele jüdische Todesopfer fordernden – islamischen Anschlags auf das World Trade Center in New York eine wundervolle, von jüdischem Humanismus und Friedensbereitschaft getragene, einzigartige, überall vielbeachtete, nur von den hiesigen Islam-Bevorzugungs-Medien kaum erwähnte Rede gehalten, die allen Menschen guten Willens und gleich welchen Glaubens gerade vor dem jüdischen Neujahrsfest und dem 9 Tage später folgenden Versöhnungstag Jom Kippur die Tür zur Verständigung mit dem jüdischen Staat und den Juden dieser Welt öffnet.

Ganz im Sinne dieser historischen Rede eines großen jüdischen Philanthropen wünsche ich dem Staat Israel, seiner ungeteilten ewigen Hauptstadt Jerusalem, unseren Lesern und uns allen für das Neujahrsfest, für Jom Kippur und für den gesamten im Monat Oktober folgenden jüdischen Festtagszyklus des Laubhüttenfestes Sukkoth, des Festes Shmini Azeret und des Bibel-Festes Simchat Thora ein wundervolles und süßes Neues Jahr 5777 in Gesundheit, Frieden, Glück, Zufriedenheit und Wohlergehen.

Mögen Sie, mögen wir alle eingeschrieben und besiegelt sein im Buch des Lebens.

L'Schana Towa u Metukah – Tikatevu ve Techatemu und Gemar Hatima Towa.

Am Israel Chai!

Ihr Dr. Rafael Korenzecher