August 5, 2016 – 1 Av 5776
Kolumne des Herausgebers

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

noch in der letzten Kolumne habe ich gehofft, dass das politische Geschehen und die Ereignisse dieses Sommers uns allen etwas verdiente Muße geben werden zur Entspannung und zur Erholung von Arbeit aber auch von den Aufregungen unserer sehr hektischen und mit vielen häufig allzu negativen Entwicklungen überfrachteten Zeit.

Diese Hoffnung hat sich, wie ich aber auch gleichzeitig befürchtet hatte, leider nicht bewahrheitet. Dafür haben vor allem die täglich neuen unerfreulichen Meldungen über den sich nach dem missglückten Militärputsch dramatisch beschleunigenden Ausstieg der Türkei aus dem Verbund der demokratischen Staaten sowie der Islam und der von ihm in die ganze Welt exportierte menschen- und lebensverachtende Terror seiner fanatisierten Anhänger gesorgt.

So hat zwar der schreckliche, hinterhältige und niederträchtige Islam-Terror von Nizza am Abend des Jahrestages der französischen Revolution die vielen unschuldigen Opfer dieses abscheulichen Verbrechens auf der einstmals wunderschönen Promenade des Anglais bei dem Feuerwerk zu Ehren des 14. Juli in entsetzlicher und vollkommen überraschender Weise getroffen, war aber besonders nach der Gewalt in Paris nicht wirklich überraschend. Gleiches gilt für die bestialische Ermordung und den schrecklichen islamischen Anschlag auf eine Kirche in der französischen Kleinstadt Saint-Étienne-du-Rouvray.

Der überaus hohe integrationsunwillige muslimische Bevölkerungsanteil und die sichtbar voranschreitende islam-adaptive Veränderung der französischen, vormals von Werten der Aufklärung eines Diderot, Voltaire und Rousseau sowie dem revolutionär-emanzipatorischen Aufbruch des Bürgertums geprägten beispielgebenden Kultur der Liberté, Fraternité und Egalité steckt in einer tiefen, nur mit großer Sorge zu beobachtenden Krise.

Rückschrittliche, mittelalterlich gewalttätige, durchgehend antisemitische, auf Unterwerfung der Nicht-Gläubigen ausgerichtete Islamisierung und an Heftigkeit und Brutalität zunehmender Islam-Terror auf der einen Seite und reaktiver, undifferenziert xenophober und häufig judenfeindlicher Rechtsruck weiter Teile der Gesellschaft auf der anderen Seite haben, verbunden mit ökonomischen Problemen, zu einem explosiven Gemisch geführt, an dem Frankreich bereits massiven Schaden genommen hat.

Gleichberechtigter jüdischer Alltag ohne stete Anfeindung und Diffamierung war auch schon in der Vergangenheit kein einfaches Anliegen in dem traditionell katholischen Land. Trotz großsprecherischer, jedem islamischen Terror-Anschlag inhaltsleer folgender Auftritte der französischen Politik macht nunmehr die unverändert gelebte staatliche Ohnmacht gegenüber den zwischenzeitlich nahezu zur Tagesordnung gehörenden islam-bezogenen Judenhass-Morden und Gewalttaten normales jüdisches Leben in Frankreich zusehends unmöglicher und verursacht hohe jüdische Auswanderungszahlen. Israel-Dämonisierung und Falschgewichtung der internationalen Problemlage zugunsten des islamischen Terrors tun ein Übriges.

Nach dem Terror gegen betende Christen in Saint-Étienne-du-Rouvray ist die in der Vergangenheit trotz aller Alltagsprobleme bewunderte Leichtigkeit des französischen Savoir-Vivre nun auch für den mehrheitlich christlichen Bevölkerungsanteil des bislang noch christlich-dominierten Landes weitgehend der allgegenwärtigen Angst vor dem islamischen Terror gewichen.

Auch in Deutschland hat die suizidale, verantwortungslose und gerade eben vor versammelter Presse noch einmal einsichtsfrei von der Kanzlerin bekräftigte Willkommenspolitik gegenüber unkontrolliertem Einlass für vielfach junge entwurzelte männliche Muslime im wehrfähigen Alter zu der gegenwärtigen Eskalation und Dichte an islam-bezogenen Straftaten geführt.

Nach den nahezu ahndungsfrei gebliebenen, unerträglichen Begrapschungen und Vergewaltigungen junger Frauen durch islamische Straftäter in der Silvesternacht in Köln und zahlreichen anderen in der Folgezeit von unserer Politik als gering betrachteten, kaum noch berichteten und ebenso wenig wirksam geahndeten islamischen Verachtungsbeweisen unserer Rechtsordnung brachte vorerst der letzte Monat einen nie erlebten bisherigen Höhepunkt islamischer Gewalt in Würzburg, Reutlingen und Ansbach in dieses Land.

Während sich die deutsche Gesellschaft immer mehr von den traditionellen Volksparteien entfernt, reagieren die für die entstanden Situation verantwortlichen Regierungspolitiker, allen voran Kanzlerin Merkel – gerade unter dem Umstand, dass es nicht zuletzt nach hierzulande und weltweit zunehmender Ansicht auch ihre verletzten und toten Opfer sind – enttäuschend abwartend, abwiegelnd und Islam-rechtfertigend, was auf großes Unverständnis seitens breiter Teile der genuinen Bevölkerung stößt und sich ohne Zweifel in einem reaktiven Rechtsruck bei den nächsten Wahlen auswirken wird.

Der Verzicht den Islam und seine Anhänger namentlich als Verantwortlichen des weltweiten Terrors zu benennen, die alltägliche, unsere demokratische Rechtsstaatlichkeit in Gefahr bringende Verbeugung vor den hiesigen und weltweiten Terror-Sympathisanten, Terror-Trägern und Finanzierern des Islam, das unverbesserliche und sachlich falsche Beharren auf der These, der Islam gehöre zu Deutschland und vor allem der katastrophale pflichtverletzende Verzicht auf die Sicherung unserer Grenzen, der zu einer verstärkten Terrorgefährdung und Verunsicherung der eigenen Bevölkerung geführt hat, haben Deutschlands Demokratie an die Grenze ihrer Belastbarkeit gebracht.

In gleiche Richtung wirken die leider gar nicht seltene Nichtanwendung von rechtsstaatlichen Gesetzen und die kaum ihren Namen verdienende Abschiebungspolitik gegenüber islamischen Gesetzesbrechern sowie das sachwidrige allzu vordergründig plakative Ziehen Problemlösungs-ungeeigneter Schlüsse, wie etwa der für die islamischen Täter völlig bedeutungslosen Verschärfung des Waffenrechts.

Der Terror des Islam, wie Israel ihn in mannigfaltigen Angriffen und ohne jede hiesige Anteilnahme stets erleben muss, ist endgültig und wie nicht zuletzt auch von dieser Seite mahnend vorausgesagt, in Deutschland angekommen. Dies hat aber keinesfalls zu einer Solidarisierung unserer Politik und Medien mit dem demokratischen Rechtsstaat Israel geführt. Im Gegenteil – Terror in Deutschland wird nach offizieller Lesart unserer Politik und und unserer Medien niemals vom Islam, sondern nur von psychisch erkrankten Einzeltätern verübt, während er in Israel – folgt man den Aussagen unserer Israel-Dämonisierer aus Politik und Presse – ohnehin stets von den Juden und Israel selbstverschuldet ist.

Übrigens erinnert entgegen dem ungerechtfertigten Eigenlob unserer Politik das wegen des Mordschützen von München über Stunden angerichtete Chaos aus abwechselnden Falschmeldungen und Falschberichtigungen am Vorabend der Olympischen Spiele in Rio sehr an den ineffektiven und tragisch nutzlosen, Empathie mit den Opfern entbehrenden Einsatz während der durch arabische Terroristen verübten Geiselnahme und Ermordung der gesamten israelischen Olympia-Mannschaft während der Olympiade in München 1972.

Ein besonders unrühmliches Kapitel europäischer und vor allem deutscher Außenpolitik ist das in völligem Widerspruch zu den alljährlichen Ehrungen des – leider für die jüdischen Opfer des Nazi-Terrors viel zu spät versuchten – militärischen Widerstands vom 20.Juli 1944 stehende, sofortige Verurteilen des ebenfalls missglückten türkischen Militärputsches gegen den panislamistischen Despoten, Israel- und Judenfeind Erdogan. Während Erdogan zwischenzeitlich, nur sehr halbherzig ermahnt von unserer Regierung, die Gunst der Stunde nutzt, die demokratische Opposition politisch und physisch zu eliminieren, den Durchmarsch zur Präsidial-Diktatur nach dem Muster Nazi-Deutschlands vornimmt, politische Gefangene prügeln, vergewaltigen und foltern lässt, gleichzeitig dem deutschen NATO-Partner den Zugang zu eigenen Militärbasen in der Türkei untersagt und hierzulande Millionen der fahrlässig eingebürgerten türkischen Erdogan-Anhänger nicht selten ungehindert durch unsere Rechts-Organe körperliche Hass-Angriffe auf türkische und kurdische Oppositionelle verüben, halten die Kanzlerin und Herr Steinmeier – kaum kaschiert durch nur im Wiederwahl-Interesse abgegebene indifferente, jede Verurteilung des türkischen Machtusurpators vermeidende Wählerberuhigungs-Statements – an der faktischen Unterstützung Erdogans fest.

Zigtausende hiesiger Türken mit deutschem Pass treten Ankara-gesteuert als fünfte Kolonne des despotischen, panislamistischen Antidemokraten, Juden- und Israelhassers Erdogan auf, strafen nicht zuletzt auch auf der Kölner Groß-Demonstration in aller Deutlichkeit lautstark mit „Die Türkei-ist-unser-Land“ und „Erdogan-ist-der-Retter-der-Demokratie“ Sprüchen alles Gerede unserer gescheiterten bunte Multi-Kulti-Gesellschaft-Protagonisten über geglückte Integration Lügen und belegen anschaulichst wie wenig ihnen das deutsche Gastland und unsere freiheitlich-demokratische Rechtsordnung bedeuten.

Im Gegenzug duldet unsere zahnlose politische Führung infame Anwürfe des Herrschers vom Bosporus gegen unsere Demokratie, lässt brav, statt selbst schon längst den türkischen Botschafter in Berlin einzubestellen, den eigenen Gesandten in der Türkei maßregeln und sinniert mit markigen Worten und gegen besseres Wissen, ob Erdogan nicht doch noch die aufgeweichten und tiefergehängten Bedingungen der EU erfüllen wird, um als Belohnung die mit der Flüchtlings-Erpressung eingeforderte Visafreiheit für türkische Einreisen in die EU zu erhalten.

Kaum noch kommentieren möchte man angesichts dieser Rückgratlosigkeit das plötzlich sehr strenge und geradezu nötigende, abstrafende Auftreten unserer Kanzlerin Merkel und des Außenministers Steinmeier gegenüber der englischen Brexit-Demokratie, die man zu ihrer neuen, umsichtigen und vernunftgeleiteten Israel-Freundin und durch und durch den westlichen Werten verpflichteten Premierministerin Theresa May nur beglückwünschen kann.

Auch die USA liefern Schlagzeilen: Präsident Obamas islam-affine , israel-averse Amtszeit, die vor allem die, wie die Zukunft leider weisen wird, gemeinsam mit dem deutschen Außenminister Steinmeier falsche und historisch verhängnisvolle Fehlentscheidung in der Iran-Atom-Kapitulation zu verantworten hat, nähert sich zusehends dem viel zu lange auf sich warten lassenden Ende.

Donald Trump ist nunmehr definitiv und unerwartet genug der Kandidat der Republikaner für dieses höchste Amt, bei den Demokraten ist die Wahl auf die Kandidatin Hillary Clinton gefallen. Der Unterstützung der europäischen Regierungen und Medien darf sich Frau Clinton jedenfalls gewiss sein. Die hiesige Beliebtheitsnote von Donald Trump – der geneigte Leser möge das selbst beurteilen wie er mag – rangiert bei den politischen Führungen und den Medien Europas ganz weit hinten, jedenfalls noch hinter den iranischen Mullahs, dem Alt-Terroristen Abbas und dem islamistischen Diktator Erdogan, allerdings doch noch weit, sehr weit vor den israelischen Regierungspolitikern Netanjahu und Liebermann.

Unbeirrt von all dem wünsche ich dem demokratischen und lebensfrohen, freiheitlichen und liebenswerten Staat Israel, seinen Bürgern und dem ganzen jüdischen Volk, ebenso wie unseren Lesern und uns allen eine ruhige, friedvolle, Angst- und Terror-freie Sommer- und Olympiazeit und – das sei mir dieses Mal erlaubt – den olympischen Mannschaften Deutschlands und Israels ganz, ganz viele Goldmedaillen.

Am Israel Chai!

Ihr Dr. Rafael Korenzecher