Über die Identität des Attentäters des damals beliebtesten US-Politikers sprechen viele Journalisten bis heute nur ungern

 

Von Stephen M. Flatow

(Redaktion Audiatur)

Sirhan Sirhan, der Mörder von Robert F. Kennedy, ist einer der bekanntesten Mörder in der Geschichte Amerikas. Als kürzlich zwei große Fernsehnetzwerke Filmausschnitte über die Kennedy-Ermordung ausstrahlten, fand sein Name jedoch keinerlei Erwähnung. Was ist der Grund dafür?

Am 5. Juni 1968 gab Sirhan, ein „palästinensischer“ Araber mit jordanischer Staatsbürgerschaft, in einem Hotel in Los Angeles aus unmittelbarer Nähe vier Schüsse auf den Senator ab. Es gab nie eine Diskussion bezüglich Sirhans Motiv. In zahlreichen Interviews nach der Tat gab er an, er habe es aufgrund der pro-israelischen Einstellung Kennedys getan.

Anlässlich des 50. Jahrestags des Attentats gab es in den Medien erneut umfangreiche Diskussionen über die Tat. Um die gleiche Zeit strahlte CNN eine große 4‑teilige Reihe mit dem Titel „1968: Das Jahr, das Amerika veränderte“ aus. Ein Großteil der Serie widmete sich der Präsidentschaftswahl in diesem Jahr, einschließlich Kennedys Kampagne für die Nominierung der Demokraten. Es gab einen mehrminütigen Filmausschnitt über das Attentat.

Es ist unglaublich, aber der CNN-Sprecher erwähnte zu keinem Zeitpunkt den Namen von Sirhan Sirhan oder dessen Motiv für die Ermordung Kennedys. In dem Ausschnitt wurde die Ermordung dargestellt, als sei sie lediglich Teil der allgemeinen Unruhen im Amerika des Jahres 1968 gewesen, welche auch Proteste gegen den Vietnamkrieg, Rassenkonflikte und die Ermordung von Rev. Martin Luther King Jr. umfassten; Kings Mörder, James Earl Ray, wurde namentlich genannt.

Am 4. Juli wurde im Rahmen der beliebten MSNBC-Sendung „Morning Joe“ ein besonderer 5-minütiger Einspieler über das Kennedy-Attentat gezeigt (im Rahmen des 50. Jahrestags), der von dem langjährigen Anchorman Tom Brokaw gesprochen wurde. Abermals fand erstaunlicherweise keinerlei Erwähnung von Sirhan oder dessen Grund für die Ermordung Robert Kennedys statt.

Die Erklärung dafür ist in meinen Augen offensichtlich. Einige Mainstream-Medienkanäle in den USA sind inzwischen derart positiv gegenüber der „palästinensischen“ Sache eingestellt, dass sie nicht einmal davor zurückschrecken, etwas unerwähnt zu lassen, was die „Palästinenser“ in einem schlechten Licht erscheinen ließe.

Und es gibt nichts, was die Sache der „Palästinenser“ schlechter aussehen lassen würde, als die Tatsache, dass es ein „palästinensischer“ Araber war, der eine der beliebtesten politischen Persönlichkeiten der modernen amerikanischen Geschichte ermordete.

Viele von uns, die in den 1960er Jahren Erwachsene waren, sehen wehmütig zurück und versuchen sich vorzustellen, wie anders Amerika hätte sein können, wenn Bobby Kennedy die Nominierung der Demokraten gewonnen hätte. Mit großer Wahrscheinlichkeit hätte er Richard Nixon bei der Wahl im November geschlagen und wäre Präsident geworden.

Und das hätte bedeutet, dass der Einsatz der USA in Vietnam sehr viel früher geendet hätte. Nixon wäre nie Präsident geworden und ebenso wenig hätte es Vizepräsident Spiro Agnew gegeben. Es hätte kein Watergate stattgefunden. Auch die Beziehungen zwischen den Rassen hätten einen ganz anderen Verlauf genommen. Und all das löste sich im Rauch einer „palästinensischen“ Pistole auf.

Unbequeme Fragen
Die amerikanische Öffentlichkeit daran zu erinnern, wer Robert F. Kennedy ermordete und warum, wirft Fragen zur Legitimität der gesamten „palästinensischen“ Frage auf, da sie uns an die Grausamkeit und Barbarei derer erinnert, welche sie repräsentieren. (…)

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