Juli 7, 2016 – 1 Tammuz 5776
Jüdische Gauchos

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Vom Leben der Juden in Argentinien  

  • Juli 7, 2016 – 1 Tammuz 5776
  • Geschichte
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Von Marius Bischoff

Argentinien hat einiges zu bieten: Imposante Landschaften – von Steppen bis zur Antarktis –, ein pulsierendes und aufregendes Nachtleben in der Kapitale, Buenos Aires, Tango, aber es ist eben auch multikulturell. Argentinien ist heute Heimat für die größte jüdische Gemeinschaft in Lateinamerika. Mit ungefähr 200.000 Juden (niemand weiß genau, wie viele es genau sind), vor allem in Buenos Aires, ist Argentinien das Zentrum jüdischen Lebens in der spanischsprachigen Welt.

Die Geschichte der argentinischen Juden ähnelt der der meisten Länder in Südamerika. Nach der Inquisition und der massenhaften Vertreibung von Juden von der iberischen Halbinsel ab dem Jahr 1492 fanden einige der so genannten „conversos“ (zum Katholizismus übergetretene Juden) ihren Weg in die Neue Welt, vor allem nach Argentinien. Die meisten dieser Einwanderer assimilierten sich allerdings rasch, so dass bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts nur noch eine geringe Anzahl praktizierender Juden in Argentinien ansässig war.

Im Jahr 1810 errang Argentinien seine Unabhängigkeit von Spanien. Dies hatte zur Folge, dass die Verfolgung religiöser Minderheiten und die Inquisition aufgehoben wurden, die zu einer Verbesserung der Lage der Juden führte. Der erste Präsident Argentiniens, Bernardino Rivadavoa, setzte sich dafür ein, dass Einwanderungsbeschränkungen abgeschafft und Menschenrechte eingeführt wurden. Diese aufkeimende Atmosphäre von Toleranz setze eine zweite jüdische Einwanderungswelle aus Westeuropa, vor allem aus Frankreich, in Gang.

Ende des 19. Jahrhunderts kam es zu einer dritten Einwanderungswelle, die vor allem Juden aus Osteuropa und dem zaristischen Russland betraf. Die anhaltenden Pogrome führten dazu, dass immer mehr Juden Europa den Rücken kehren sollten. Argentiniens liberale Einwanderungspolitik bewegte viele Juden dazu, nach Argentinien zu emigrieren und dort zu bleiben. Diese Juden bekamen den Spitznamen „rusos“, also Russen, die sich aktiv innerhalb der argentinischen Gesellschaft integrierten. (…)

Zum Weiterlesen:

„Jüdische Gauchos“
Alberto Gerchunoff
Hentrich & Hentrich Verlag, Berlin
ISBN 978-3-942271-08-0

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