Juli 8, 2016 – 2 Tammuz 5776
Ja, es gibt ein Leben nach dem Brexit!

image

Israel schafft es seit Jahrzehnten ohne Staatenbund.  

Von Adam Elnakhal

Was haben das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland und der Staat Israel gemeinsam? Die Länge des offiziellen Staatsnamens ist es offensichtlich nicht. Auch die Staatsform ist unterschiedlich, wenngleich beide Staaten freiheitlich-demokratisch sind. Eines haben Großbritannien und Israel, wenn auch auf sehr ungleiche Weise, doch gemein: Beide Staaten liegen etwas isoliert im Ozean. Großbritannien liegt im Atlantischen Ozean. Israel liegt im islamisch-arabischen Ozean. Freilich ist Großbritanniens Isolationslage eine sehr sichere und bequeme. Über Wasser greift es sich schlecht an. Da hat Israel seit seiner Gründung bekanntlich mehr Probleme. Und während das Königreich von Elisabeth II. wie die meisten Staaten Europas Mitglied des Nordatlantikpaktes ist, ist das vergleichsweise kleine Israel auf sich allein gestellt.

Nun haben die Großbriten Mitteleuropa – und besonders Brüssel, Straßburg und Berlin – den Schrecken des Jahres beschert. Es gab etwas, das in Deutschland unvorstellbar wäre: Ein landesweites Referendum über die Mitgliedschaft in der EU. Am Ende hatten die EU-Gegner deutlich mehr als 1.200.000 Stimmen Vorsprung zu den EU-Befürwortern. Der Skandal ist perfekt. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland verbreitet mit vielen anderen Medien Weltuntergangsstimmung. Bricht jetzt der Kontinent auseinander? Gibt es ein Leben nach dem Brexit?

Ja, es gibt ein Leben nach dem Brexit. Und wenn man nach Norwegen oder in die Schweiz blickt, kann einem sogar der sündhafte Gedanken kommen, dass es gar kein schlechtes Leben sein muss ohne das Projekt EU. Obwohl beide Staaten nicht der Friedens- und Glücksunion angehören, haben sie noch kein Militär über die Grenze marschieren lassen und verhalten sich friedlich und freundschaftlich. Auch sind Norwegen und die Schweiz, ebenso wie Island und die europäischen Zwergstaaten, bisher ohne islamextremistische Terroranschläge ausgekommen.

Wie weit ist es mit den Menschenrechten im EU-Gebiet Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland bestellt, wenn Juden die Kippa verstecken, um heil nach Hause zu kommen, Synagogen Videoüberwachung brauchen und der geballte Hassmob „Hamas, Hamas, Juden ins Gas!“ und „Tod, Tod, Israel!“ schreit? Im Herzinneren Europas, Brüssel, der Hauptstadt der Dschihadisten, traf es im Mai 2014 das jüdische Museum. Unweit der EU-Behörden braute sich über Jahre der Terror zusammen. Doch Gender, Obst- und Gemüsemaße waren wichtiger.

Wer die Brille des Selbstbelügens und Selbstbetruges ablegt, der müsste schon seit Jahren mitbekommen, dass sich die Unionsbürger zunehmend über die Einmischung der sogenannten Eurokraten in die inneren Angelegenheiten ärgern. Doch es musste immer „mehr Europa“ sein bis hin zur Schuldenunion, mit der das Reich der Queen jedoch nichts zu tun hat. Auch trat London nicht dem Schengener Abkommen bei bzw. es trat ihm nur in der polizeilichen Zusammenarbeit bei. Grenzkontrollen und Visavergabe liegen ausschließlich beim britischen Staat.

Komplett zu lesen in der Druck- oder Onlineausgabe der Zeitung. Sie können die Zeitung „Jüdische Rundschau“ hier für 39 Euro im Papierform abonnieren oder hier ein Onlinezugang zu den 12 Ausgaben für 33 Euro kaufen.


Sie können auch diesen Artikel komplett lesen, wenn Sie die aktuelle Ausgabe der "Jüdischen Rundschau" hier online mit der Lieferung direkt an Sie per Post bestellen oder jetzt online für 3 Euro statt 3,70 Euro am Kiosk kaufen.

Brief an die Redaktion schreiben

Email This Page