Hollywood erfindet nicht-moslemische Terroristen, um einer politischen Korrektheit zu genügen  

  • Dezember 13, 2016 – 13 Kislev 5777
  • Politik, Welt
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Von Daniel Greenfield

Im wirklichen Leben sind Terroristen fast immer Moslems. Im Kino sind sie alles Mögliche, nur das nicht. In amerikanischen Fiction-Produktionen verbringen Geheimagenten, Undercover-Agenten und einzelgängerische Bullen, die nur ihren eigenen Spielregeln gehorchen, mehr Zeit damit, serbische Terroristen zu bekämpfen, als damit, moslemische Terroristen zu bekämpfen.

Bevor der 11. September die Party vermasselte, kämpfte Jack Bauer in der Fernsehserie „24 – Twenty Four“ gegen die internationale Bedrohung, die im serbischen Terrorismus bestand. Serbische Terroristen tauchten auch im Kinofilm „Diplomatic Siege“ (Diplomatische Belagerung) von 1999 auf, wo deren „Serbische Befreiungsfront“ eine US-Botschaft besetzte, ebenso im Film „Projekt: Peacemaker“ von 1997, in dem George Clooney sich beeilt, einen Serben daran zu hindern, eine Atombombe in New York City zu zünden.

Die Vereinigten Staaten blieben, wenngleich dasselbe nicht von Peter Weller, dem Star von „Diplomatic Siege“, und Mimi Leder, der Regisseurin von „Projekt: Peacemaker“ behauptet werden kann, vom serbischen Terrorismus unbeschadet, jedoch nicht von moslemischen Terroranschlägen. Trotz des 11. Septembers, des Massakers von Fort Hood und der Bombenanschläge auf den Boston-Marathon hat Hollywood sein Augenmerk entschieden auf die wirkliche Bedrohung konzentriert.

Nämlich auf den serbischen Terrorismus.

An diesem Wochenende hat der Film „Ride Along“, in dem Ice „F___ the Police“ Cube einen Polizisten spielt, an der Abendkasse den Spitzenplatz von Lone Survivor übernommen und nimmt erneut den Kampf gegen die schreckliche Bedrohung auf, die vom … serbischen Terrorismus ausgeht.

Wenn die Serben zu sehr damit beschäftigt sind, Schnee zu schaufeln, gibt es immer noch die Russen. Was die Russen betrifft, ist es nach dem Fall der Sowjetunion sogar noch wahrscheinlicher, dass sie als Schurken auftreten, als es während der kommunistischen Ära der Fall war. Es ist, als ob das Ende des Sowjetkommunismus Hollywood endlich dazu befreit hätte, am Spaß von Boris- und Natascha-Schurken teilzunehmen, ohne dass es sich der Kommunistenhatz schämen müsste.

Als es im Film „Jack Ryan: Shadow Recruit“ um eine Terrorzelle in Dearborn ging, agierten die Bösewichte, obwohl dieses Gebiet von moslemischen Siedlern beherrscht wird, von einer russisch-orthodoxen Kirche aus und erhielten ihre Einsatzsignale von einem Priester, der in der Bibel las, während die Terroristen „Slava Bogu“, d. h. „Gelobt sei Gott“, ausriefen.

Es wäre doch sehr unrealistisch gewesen, sie stattdessen dabei zu zeigen wie sie Allah priesen.

„Jack Ryan: Shadow Recruit“ ist der jüngste Versuch, einen Tom-Clancy-Film ohne Tom-Clancy-Elemente zu machen. In „Der Anschlag“, einem der ersten Filme über Terrorismus, die nach dem 11. September herauskamen, wurden Clancys muslimische Schurken über Bord geworfen und durch Neofaschisten ersetzt, die vorhatten, Europa in einen „vereinten faschistischen Superstaat“ zu verwandeln.

Der Drehbuchautor Dan Pyne tat den islamischen Terrorismus als ein „Klischee“ ab – obwohl eine Handlung eigentlich kein Klischee sein kann, wenn sie nur im wirklichen Leben und nie in Spielfilmen erscheint. Pyne fand jedoch einen realistischeren Bösewicht. „Ich denke, es gab gewisse neonationalistische Aktivitäten in Holland, und es passierten Dinge in Spanien und Italien. Daher erschien dies als eine logische und dauerhafte Idee, die universellen Charakter haben würde.“

Nichts ist universeller als die Bedrohung, die von Neonationalisten in Holland ausgeht. Der niederländische Neonationalismus ist eine beständige weltweite Bedrohung, zu der jeder einen Bezug hat.

Bei den Neonationalisten der Niederlande, die Pyne in einer alten Ausgabe der „Los Angeles Times“ entdeckt hatte, handelte es sich wahrscheinlich um die Partei von Pim Fortuyn. Fortuyn war ein homosexueller Soziologieprofessor und ehemaliger Marxist, der für die Legalisierung von Drogen, die gleichgeschlechtliche Ehe und weniger moslemische Einwanderung war. Die neonationalistische Bedrohung der Niederlande erwies sich als nicht dauerhaft, als Fortuyn um die Zeit, als „Der Anschlag“ in den Kinos lief, von einem Linken ermordet wurde, der sich wie Pyne Sorgen um das Schicksal der Muslime machte.

Einem noch größeren Klischee entsprechend wurde Theo Van Gogh, der gerade die Dreharbeiten von „Der sechste Mai“, einem Film über die Ermordung von Pim Fortuyn, abgeschlossen hatte, von Mohammed Bouyeri, einem muslimischen Einwanderer aus Marokko, ermordet, der der Mutter des Opfers erzählte, dass er keine Empathie für sie haben könne, da sie eine Nicht-Muslimin sei.

Es handelte sich um die Art lächerliches Klischee, die Dan Pyne nie in ein Skript aufgenommen hätte.

Stattdessen machte Dan Pyne sich nun daran, ein Remake von „The Manchurian Candidate“ (dt. Botschafter der Angst) zu schreiben, in dem das kommunistische China durch das „Unternehmen Manchurian [Global]“ ersetzt wurde. Er arbeitet derzeit an einem Film über einen syrischen Rettungssanitäter, der mit einem Terroristen verwechselt wird, während er versucht, während des Hurrikans „Katrina“ Leben zu retten.

Das ist zwar ein Klischee, aber ein Klischee von der Art, wie sie Hollywood gefällt.

Sollte in zehn Jahren ein Film über den 11. September gedreht werden, werden die Bösewichte wahrscheinlich serbische Nationalisten sein. Oder vielleicht eine niederträchtige „September 11 Corporation“. Es wäre ein Klischee, 19 muslimische Entführer 3.000 Menschen ermorden zu lassen. Und dann wird die Kamera bedeutungsschwer bei einem muslimischen Retter verweilen, der zu Unrecht von einem bigotten NYPD in Gewahrsam genommen wird, während er die wahren neonationalistischen serbisch-holländischen Konzernschurken übersieht.

Aber die Serben, die Russen, die Nordkoreaner und die Neonationalisten der Niederlande sind nur die Ersatzpersonen, die aufgerufen werden, wenn die üblichen Schurken, die Rechtsextremisten, die Amerika unter falscher Flagge in einen Krieg mit den Muslimen ziehen wollen, im Urlaub sind.

Nachdem die Serie „24“ mit der serbischen Terrorgefahr fertig geworden war, schaltete sie auf den Standard in Form der realen Gefahr um, dass Kriegstreiber in der Regierung versuchen, eine muslimische Terrorbedrohung vorzutäuschen. Nach 9/11 handelte die Geschichte der zweiten Staffel von „24“ von einer üblen Regierungsverschwörung mit dem Ziel, einen muslimischen Terroranschlag vorzutäuschen. Alles andere wäre ein Klischee gewesen. Und um Klischees zu vermeiden, wurden in drei Staffeln der Serie Variationen derselben Handlung verwendet.

Als die Serben im vergangenen Jahr in den Streik traten, kam in „White House Down“ ein schurkischer Sprecher des Repräsentantenhauses mit einem jüdischen Nachnamen zum Zuge, der einen schwarzen Präsidenten zu ermorden hatte, um dessen Vertrag mit dem Iran zu sabotieren. Der Film fuhr einen derartig großen Verlust ein, dass Sony ihm die Schuld für seinen Quartalsverlust von 197 Millionen Dollar gab.

Aus: Daniel Greenfield, „Hollywood’s Muslim Lies“
Übersetzung aus dem Englischen: Ralph Raschen

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