Veteranen feiern 70 Jahre Kriegsende  

Der 10. Mai ist sonnig. Neben vielen anderen Gästen haben sich einige Soldaten der Roten Armee, die im Zweiten Weltkrieg dienten, und Holocaust-Überlebende in dem großen Gemeindesaal der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf eingefunden. Es werden rote Nelken verteilt – das Zeichen für den „Tag des Sieges“, russische Musik wird gespielt. Die Jüdische Gemeinde in Düsseldorf existiert schon seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Von den etwa 5.500 Mitgliedern zur Zeit des Nationalsozialismus wurden ungefähr 2.500 ermordet. Heute zählt sie mit rund 7.000 Mitgliedern zu den größten jüdischen Gemeinden in Deutschland. Die überwiegende Mehrheit der Mitglieder ist aus der ehemaligen Sowjetunion. Das liegt daran, dass in den Neunzigern viele Juden als sogenannte Kontingentflüchtlinge aus fast allen Ländern der ehemaligen UdSSR nach Deutschland kamen.

Nachdem sich der Saal der Gemeinde mit knapp 300 Menschen, darunter viele alte Menschen, gefüllt hat, verstummt die russische Musik, die zuvor aus großen Lautsprechern ertönte. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Oded Horowitz betritt die kleine Bühne. „Wer ein Menschenleben rettet, der rettet die ganze Welt“, zitiert er den Talmud, um dann auf die anwesenden Kriegsveteranen einzugehen: „Für uns als Jüdische Gemeinde ist Dankbarkeit das Größte und Wichtigste, was wir diesen Veteranen geben können!“ Es ist eine komische Vorstellung. In diesem Raum sitzen Retter und Gerettete zusammen, 70 Jahre danach. Nur noch 517.000 Holocaustüberlebende sind über die Welt verstreut, die meisten weit älter als 80 Jahre alt. Diese 517.000 werden jedes Jahr weniger. In zehn Jahren, 80 Jahre nach Kriegsende, werden nur noch deutlich weniger an so einer Veranstaltung zum Ende des Krieges und zur Befreiung vom Nationalsozialismus teilnehmen können. Eine Frau um die 40 sagt zu mir: „Viele hier haben den Krieg nur als Kind erlebt.“ (…)

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