März 4, 2016 – 24 Adar I 5776
Idan bringt sie alle zusammen

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Idan Raichel präsentiert seine neues Album in Berlin  

Von Ulrike Stockmann

Einer der am meisten gefeierten israelischen Musiker gab sich am 22. Februar im „Lido“ in Berlin-Kreuzberg die Ehre. Idan Raichel stellte mit seinem Musiker-Quartett sein neues Album „At the Edge of the Beginning“ vor, das genau einen Monat vorher erschienen ist. Für die JÜDISCHE RUNDSCHAU besuchte ich das Konzert und traf den sympathischen Kopf der Combo hinterher zu einem kurzen Interview.

2003 wurde der Sänger, Keyboarder, Texter und Komponist Idan Raichel in Israel über Nacht zum Star, als er das „Idan Raichel Project“ ins Leben rief. Dieses Band-Konzept versammelt Musiker aus aller Welt, um aus verschiedenen Klang-Einflüssen gemeinsame Musik zu machen. Die Besetzung des Projektes wechselt ständig, wobei Raichel mit manchen Künstlern seit Jahren zusammen musiziert. So entstanden seither neun Alben mit folkloristischer Popmusik. Bisher arbeitete er meist mit Musikern israelischer, äthiopischer, arabischer, südafrikanischer oder lateinamerikanischer Herkunft. 2013 kollaborierte Raichel hingegen mit dem deutschen Countertenor Andreas Scholl und dem portugiesischen Faro-Star Ana Moura. Dementsprechend vielseitig und interessant klingt die Gruppe. Raichel selber singt auf Hebräisch und begleitet sich und andere Sänger am Keyboard. Mit seinem Projekt hat er bisher weltweit erfolgreiche Konzerte gegeben.

Auf seinem diesjährigen Berliner Konzert erlebte ich den Sänger zum ersten Mal live. Ich war sehr beeindruckt von der Natürlichkeit, mit der Idan seine Songs vorstellte und mit dem Publikum interagierte. Der Saal im „Lido“ war mit 450 Personen gut gefüllt, aber zum Glück nicht zu voll. Die Atmosphäre empfand ich für ein Konzert unglaublich entspannt und familiär, aber das lag wohl hauptsächlich an der großen Lockerheit, mit der Idan und seine Kollegen den Abend gestalteten sowie der Ruhe, die das neue Album der Combo ausstrahlt.

Idan Raichel präsentierte ein zweigeteiltes Programm: Zunächst spielte er seine neuen Lieder am Keyboard, nur begleitet von einem Schlagzeuger und einem Bassisten. Sein aktuelles Album wird dominiert von ruhigen, balladesken Liedern, in denen Idan über seine Zukunft sinniert und hinterfragt, welche Dinge ihm im Leben wirklich wichtig sind. Nicht umsonst hat er seine neue Platte im Keller seines Elternhauses eingespielt – dem Platz, an dem sein musikalisches Schaffen begann: „Ich habe diesen Ort ausgesucht, weil er das Umfeld ist, in dem ich als Kind und Musiker begonnen habe. Ich dachte, es wäre ein guter Ort, um eine Vorstellung von Familie zu bekommen. Denn hier habe ich mich sicher gefühlt und alles war noch sehr unschuldig“, sagt Raichel über die drei Monate, die die Aufnahmen in Anspruch nahmen. Unter dem Motto „Back to the Roots“ ist ein sehr persönliches Album mit wunderschönen Liedern entstanden, das als ungewöhnlich für seine Karriere zu bezeichnen ist, da das Projekt bisher vor allem für feurige und leidenschaftliche Melodien bekannt war. (…)

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