Wenn es ums eigene Leben geht, kommt der arabische Boykott gegen Israel schnell an seine Grenzen.  

  • September 8, 2017 – 17 Elul 5777
  • Politik, Welt
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Von Alex Feuerherdt

Sogar „palästinensische“ Politiker, die Israel als Todfeind betrachten und seinen Boykott fordern, lassen sich selbst oder ihre Angehörigen im jüdischen Staat ärztlich versorgen. Sie profitieren davon, dass sein medizinisches Personal ethische Grundsätze selbstverständlich über alles stellt. An ihrem Hass auf den angeblichen Apartheidstaat ändert sich gleichwohl nichts.

Saeb Erekat geht es nicht gut, und das ist noch sehr vorsichtig formuliert. Der Fatah-Politiker, einer europäischen Öffentlichkeit vor allem als Chefunterhändler in israelisch-„palästinensischen“ Verhandlungen bekannt, leidet unter einer schweren Lungenfibrose. Er ist kurzatmig, selbst Wegstrecken von nur wenigen Metern bereiten ihm große Mühe, manchmal muss er eine Sauerstoffmaske zu Hilfe nehmen. Diagnostiziert wurde die Krankheit vor einem Jahr, seitdem hat sich Erekats Gesundheitszustand stetig verschlechtert. Weil Medikamente nicht mehr helfen, wurde dem 62-Jährigen dringend zu einer Lungentransplantation geraten. Nun steht er auf einer Warteliste und hofft auf einen Spender. Für den Fall, dass sich bald einer findet, sind die Ärzte optimistisch, dass Erekat wieder gesund wird.

Die israelischen Ärzte, wohlgemerkt, denn in deren Obhut befindet sich der „palästinensische“ Parlamentarier. Das ist insofern erwähnenswert, als er Israel für die Inkarnation des Bösen hält. So behauptete er beispielsweise im Januar 2014, die Israelis hätten den PLO-Führer Jassir Arafat, der im November 2004 verstorben war, ermordet und planten das Gleiche mit Arafats Nachfolger Machmud Abbas. Israelische Militäroperationen, etwa jene gegen die terroristische Hamas im Gazastreifen, sind für Erekat grundsätzlich „Massaker“, „Kriegsverbrechen“ oder gar ein „Genozid“. Und noch Ende Juni dieses Jahres nannte er Israel auf einer Veranstaltung der Vereinten Nationen einen „Apartheidstaat“. Zu diesem Zeitpunkt kümmerten sich israelische Ärzte bereits seit einem Jahr um ihn, um sein Leben zu retten.

Medizinische Hilfe im angeblichen „Apartheidstaat“
Saeb Erekat ist nicht der erste „palästinensische“ Politiker, der sich selbst oder Angehörige im angeblichen „Apartheidstaat“ medizinisch versorgen lässt. Im November 2013 etwa wurde bekannt, dass die ein Jahr alte Enkeltochter des Hamas-Führers Ismail Haniyeh wegen einer Infektion in einem Krankenhaus in Petah Tikvah behandelt wird. Später suchten auch Haniyehs Tochter und seine Schwiegermutter israelische Ärzte auf. Im Juni 2014 nahm die Ehefrau von Machmud Abbas ebenfalls die Hilfe einer israelischen Klinik in Anspruch, wo sie an einem Bein operiert wurde. Im November desselben Jahres, nur wenige Monate nach dem Gazakrieg, begab sich die Schwester des Hamas-Funktionärs Moussa Abu Marzouk wegen eines Krebsleidens in ein israelisches Hospital.

Sie alle wissen nicht nur, wie fortschrittlich und modern die ärztliche Versorgung im jüdischen Staat ist, sondern auch, dass es für das medizinische Personal in Israel eine Selbstverständlichkeit darstellt, Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, Religion und Gesinnung zu behandeln. Das ist deshalb von Belang, weil „palästinensische“ Politiker und Funktionäre allzu oft ein gänzlich anderes Bild von Israel zeichnen – wider besseres Wissen. Sie profitieren gerne von den Vorzügen des israelischen Gesundheitssystems und vom Ethos der israelischen Ärzte und Pfleger, ohne ihrerseits von der Dämonisierung und Delegitimierung des jüdischen Staates Abstand zu nehmen oder sich zumindest deutlich zurückhaltender zu äußern. (…)

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