April 11, 2016 – 3 Nisan 5776
Feste Burg in Afrika

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Mit Kenia verbindet Israel eine langjährige militärische Kooperation und Partnerschaft  

Von Jerome Lombard

Das Wetter in Jerusalem war alles andere als einladend. Als der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta Ende Februar von seinem israelischen Amtskollegen Reuven Rivlin mit allen militärischen Ehren zum Staatsbesuch empfangen wurde, war der Himmel über den Judäischen Bergen verhangen und grau. Während Rivlin zusammen mit seinem Gast aus Ostafrika auf dem ausgerollten roten Teppich eine die Nationalhymnen der beiden Länder spielende Ehrenformation der Israeli Defence Forces abschritt, schüttete es sprichwörtlich wie aus Kannen.

Doch auch wenn das nass-kühle Februarwetter in der israelischen Hauptstadt dem historischen Ereignis – Kenyatta war der erste kenianische Präsident seit 22 Jahren, der dem jüdischen Staat einen offiziellen Besuch abstattete – nicht so recht dem ihm gebührenden Rahmen zugestehen wollte: Die zwischenmenschliche Atmosphäre war überaus herzlich und spiegelte damit die guten bilateralen Beziehungen zwischen Kenia und dem jüdischen Staat wieder. Mit Kenyatta war ein Partner und Freund zu Gast in Israel. Und auch das Wetter sollte sich während des dreitägigen Staatsbesuchs des Kenianers noch von einer etwas freundlicheren Seite zeigen. Gott sei Dank! Ansonsten wäre das für einen Staatsgast obligatorische Pflanzen des Olivenbaumes im „Hain der Nationen“ westlich von Jerusalem eine ziemlich rutschige Angelegenheit geworden.

„Israel geht zurück nach Afrika und Afrika kommt zurück nach Israel“, sagte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu zur Begrüßung Kenyattas in seinem Amtsbüro. „Viele afrikanische Staaten sind an einer Zusammenarbeit mit Israel interessiert und Sie führen diesen Trend an“, erklärte der Premier weiter gegenüber seinem Gast, den er mit einem beherzten Händedruck empfing. „Zwischen unseren beiden Ländern bestehen Kooperationen auf den verschiedensten Gebieten: Verteidigung, Landwirtschaft, Technik und in vielen weiteren Bereichen. Ihr Vater war der Gründer Kenias und ein Begründer der Beziehungen zu Israel und durch Ihren ersten Staatsbesuch in Israel führen Sie diesen Weg fort.“ Der 54-jährige Uhuru ist seit April 2013 der vierte Präsident Kenias und Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta. Dieser hatte sich sowohl in seiner Amtszeit als Premier als auch später als Präsident des unabhängigen Kenia stets um gute Beziehungen zu Israel bemüht. Die Aufnahme bilateraler Beziehungen im Jahr 1963 fand unter seiner Regierungsführung statt.

Vielen Israelis dürfte der Name Jomo Kenyattas auch noch aus einem anderen Kontext bekannt sein: Stichwort Entebbe-Krise 1976. Auch wenn die Regierung in Nairobi stets eine Beteiligung an der Rettungsaktion für die Geiseln eines von einem palästinensisch-deutschen Terrorkommandos ins ugandische Entebbe entführten Flugzeugs bestritten hat, war die entscheidende Unterstützung Kenias für die israelischen Spezialkräfte bereits unmittelbar nach der Operation offensichtlich. Kenyatta hatte es in seiner damaligen Funktion als Staatspräsident israelischen Flugzeugen gestattet, in seinem Land zwischenzulanden und aufzutanken. Zudem gibt es Berichte, dass Agenten des Mossad Militärboote der kenianischen Armee nutzten, um über den Viktoria See schnell und unerkannt ins Nachbarland Uganda zu gelangen. Kenia zahlte einen hohen Preis für seine Solidarität mit dem jüdischen Staat. Der damalige ugandische Diktator Idi Amin, der seinerseits die PLO-und RAF-Terroristen in ihrem Vorhaben unterstützt hatte, ließ aus Rache mehrere hundert in Uganda lebende kenianische Staatsbürger ermorden. (…)

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