August 7, 2014 – 11 Av 5774
Engagiert bei NS-Aufarbeitung

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Union Progressiver Juden ehrt Justizminister Heiko Maas mit dem Israel-Jacobson-Preis 

Bundesjustizminister Heiko Maas ist mit dem Israel-Jacobson-Preis geehrt worden. Die von der Union Progressiver Juden in Deutschland (UPJ) verliehene Auszeichnung nahm er am 24. Juli bei einer feierli- chen Zeremonie im Plenarsaal des Berliner Kammergerichts entgegen. Mit der Preisverleihung wird insbesondere das Engagement des Bundesministers für das sogenannte «Rosenburg-Forschungsprojekt» gewürdigt, welches personelle und ideologische Kontinuitäten in der deutschen Justiz vor und nach 1945 untersucht. Zugleich werden aber auch Maas’ vielfältige Aktivi- täten gewürdigt, historische Erkenntnisse aus der Unrechts- und Verfolgungsgeschichte des NS-Regimes einer möglichst breiten Öffentlichkeit zu vermitteln.

Bislang waren mit dem Israel-Jacobson-Preis ausschließlich Protagonisten des liberalen Judentums geehrt worden, so beispielsweise der langjährige UPJ-Vorsitzende und Mitbegründer der liberalen Jüdischen Gemeinde «Beth Shalom», Jan Mühlstein, die Rabbiner Henry Brandt und William Wolff, der Historiker Ernst Ludwig Ehrlich und die Ehrenpräsidentin der Europäischen Union Progressiver Juden (EUPJ), Ruth Cohen. Der nicht dotierte Preis wird in der Regel alle zwei Jahre verliehen und ist nach dem Reformer Israel Jacobson, einem der bedeutendsten Weg- bereiter der jüdischen Reformbewegung in Deutschland, benannt.

Mit der erstmaligen Verleihung des Jacobson-Preises «außerhalb des liberalen Judentums» bekundete die Union Progressiver Juden nach den Worten ihrer Vorsitzenden, Sonja Guentner, den Willen zu einem intensiven Dialog mit Politik und Gesellschaft. Die diesjährige Wahl sei auf Heiko Maas gefallen, weil der Minister bereits bei seinem Amtsantritt im Dezember 2013 ankündigte, die Aufarbeitung von NS-Belastungen des Bundesjustizministeriums nach 1945 zu einem der drei prioritären Themen seiner Amtszeit machen zu wollen. Damit mache Maas deutlich, dass ihm dies ein politisches Herzensanliegen sei. Misst man die Worte des Ministers an seinem Terminkalender, dann hält er Wort: Inzwischen hat Heiko Maas auch einen Preis zur strafrechtlichen Aufarbeitung des NS-Unrechts, den Fritz-Bauer-Preis, gestiftet. Zum 50. Jahrestag des Ausschwitz-Prozesses stattete er die Ausstellung «Fritz Bauer – Der Staatsanwalt» mit einer großzügigen Anschubfinanzierung aus. Ende Mai 2014 empfing der Bundesminister Schüler einer Hamburger Gesamtschule, um mit ihnen Inhalte und Möglichkeiten der Aufarbeitung von NS-Verbrechen zu diskutieren.

Von Ina SCHWARZ

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