Parteiübergreifend wollen Bundestagsabgeordnete mehr Öffentlichkeit für die Lehrinhalte im Gebiet der „Palästinensischen Autonomiebehörde“ schaffen  

Von Maya Zehden

„Wir müssen palästinensische Politiker, aber auch die palästinensische Zivilgesellschaft stärker in die Verantwortung nehmen,“ sagen vier Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Johannes Kahrs (SPD), Sven Christian Kindler (Die Grünen), Volkmar Klein (CDU) und Michael Leutert (Die Linke) im Vorwort der Broschüre: „BILDUNG FÜR DIE NÄCHSTE GENERATION. Eine Korrektur palästinensischer Schulbücher als Voraussetzung für eine Verständigung“.
Alle vier Politiker gehören dem Haushaltsausschuss an. Sie haben 2014 die Untersuchung „palästinensischer“ Schulbücher beim „Mideast Freedom Forum Berlin“ (MFFB) in Auftrag gegeben. Am 28. Juni 2017 wurde die Broschüre mit den Ergebnissen der Öffentlichkeit präsentiert.

Nach einem Besuch in Gaza hatte sich Michael Leutert gefragt, wie ein friedliches Miteinander von Israelis und Arabern gefördert werden könne. Ihn schockierte die hasserfüllte Atmosphäre, erzeugt durch martialische Wandbilder neben UNRWA- („palästinensische“ Flüchtlingsorganisation)Schulen, die das Märtyrertum preisen, Plakaten, auf denen gemalte Fäuste Schlüssel in die Luft recken – das Symbol für den vermeintlichen Besitz von Land im Kernland Israel. Ein Händler sagte auf dem Markt zu ihm, die Deutschen hätten „den Job“ nicht zu Ende gebracht.

Leutert gab den Anstoß für die Untersuchung der Schulbücher. Deutschland als größter Einzelspender mit 150 Millionen Euro jährlich für die UNRWA, sei damit auch mitverantwortlich für eine angst- und gewaltfreie Erziehung „palästinensischer“ Kinder, wie es die UN-Kinderrechtskonvention vorsehe. Das Ergebnis der Untersuchung zeige, dass dringend etwas geändert werden müsse. Leider sei trotz dieser Forderung an die Bildungsverantwortlichen der „Palästinensischen Autonomiebehörde“ (PA) nichts geschehen. Es gehe nun nicht darum, die Gelder zu streichen. Aber mit diesen Zahlungen sollten bestimmte Forderungen einhergehen.

Die Schoah bleibt in arabischen Schulbüchern weitgehend unerwähnt
David Labude vom MFFB ist Deutsch-Muttersprachler, spricht aber auch Arabisch. Er untersuchte 15 Schulbücher der Jahrgangsstufen 1 bis 9. Sein Fazit: Die vermittelten Inhalte sind einer Verständigung von Israelis und Palästinensern nicht zuträglich.
In den Büchern gibt es keine Informationen über Judentum oder über jüdische Kultur in der Region, nur einen historischen Verweis, der Juden hunderte Jahre vor Christus erwähnt und dann wieder als Widersacher Mohammeds. Es gibt keine Informationen über die Schoah, über das Leid der Juden durch Antisemitismus. Erst im Kontext der jüdischen Nationalbewegung, dem Zionismus, Ende des 19. Jahrhunderts, werden Juden als Siedler im Sinne von „Besatzern“ dargestellt.

Zionismus wird als eine politische Siedlungsbewegung beschrieben, dessen Ziel es ist, Juden aus aller Welt zur Auswanderung nach „Palästina“ zu bewegen und das „palästinensische“ Volk von seinem Land zu vertreiben. In der Darstellung finden sich auch antisemitische Stereotype wie die angebliche zionistische Macht über Wirtschaft und Medien in den USA. So entsteht ein Bild von Juden als einer Gruppe von aggressiven, gewalttätigen Kolonialisten.

Israel erscheint stets als Aggressor. Araber werden als Opfer von Vertreibung und Zerstörung durch die Besatzer sowie von Auslöschung ihrer Kultur bedroht geschildert.
Die Sprache unterstreicht in ihrer Wortwahl diese Inhalte. So wird beispielsweise aus mehreren Worten für „Aufstand“ das Wort für „Revolution“ gewählt. Widerstand wird heroisiert, Märtyrertum idealisiert. (…)

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