April 2, 2015 – 13 Nisan 5775
Die verschwiegene Demo

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Ein Erlebnisbericht von der Pro-Netanjahu-Demo in Tel Aviv  

von Chaya Tal

Wenn Sie mit Interesse Nachrichten schauen und im Vorfeld der israelischen Wahlen beispielsweise die Meldungen des öffentlich-rechtlichen Senders ARD im TV oder Internet verfolgt haben, dann erinnern Sie sich sicherlich an die riesige Anti-Netanjahu-Demo mit dem Titel „Israel will Veränderung“ in Tel Aviv, über die der Korrespondent Richard Chaim Schneider ausführlich berichtet hat. Doch mit großer Wahrscheinlichkeit wissen Sie nicht von der Pro-Netanjahu-Demo, die am letzten Sonntag vor der Wahl ebenfalls in Tel Aviv stattgefunden hat. Auch dort war ein riesiges Menschenaufgebot, und es ging auch dort um die Zukunft Israels. Mit einem Unterschied: Diese Kundgebung wurde von deutschsprachigen Journalisten weitestgehend verschwiegen. Als am 17. März die Likud-Partei des amtierenden Premierministers haushoch gewann, wussten die deutschen Medien nicht wohin vor lauter „Überraschung“.
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Überall sah ich junge Leute, vorwiegend junge Frauen und Männer, Familien mit Kindern, Schüler und junge Student/-innen und Aktivist-/innen, aber auch ältere Menschen. Die überwiegende Mehrheit der Männer trug Kippa, viele verheiratete Frauen Kopftücher. Es war mir schon klar, welche Gesellschaftsgruppe hier am meisten vertreten wurde – nämlich jene, die sich die Frage nach Land, Einheit und Nationalcharakter ganz groß auf die Fahnen geschrieben hatte und sich durch nichts davon abbringen ließ. Im Fachjargon von Spiegel Online heißen diese Israelis „rechtskonservative Anhänger“ (SPON 15. März 2015), bei der Tagesschau, welche nach dem Wahlsieg Bibis einen Kommentar zur Wahl abließ, wurde man etwas deutlicher: Da wurden die Unterstützer gleich zu „Siedlern und Rassisten“, bei welchen Netanjahu nach Stimmen gefischt hätte.

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