In Bielefeld will man einen jüdischen Blick auf das heikle Thema werfen  

  • April 2, 2015 – 13 Nisan 5775
  • Medizin
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von Dr. Stephan Probst

Das Judentum stellt die Heiligkeit des Lebens nahezu über alles andere und die Halacha verbietet eindeutig jede Handlung, die das Leben verkürzt, jedoch widerspricht es ausdrücklich der jüdischen Auffassung, Schmerz und Leiden aktiv zu verlängern. Das Judentum lehnt auch in seinen orthodoxesten Auslegungen den medizinischen Fortschritt nicht ab und fordert zum Erhalt des Lebens alles zu tun, was die moderne wissenschaftliche Medizin versprechen kann. Aber ab wann ist die Hoffnung, die die moderne Medizin machen kann, falsche Hoffnung? Wann ist Fortsetzung der medizinischen Maßnahmen aktives Verlängern von Schmerz und Leid anstelle gebotener Lebensverlängerung, also das, was die wissenschaftliche Medizin mit dem neuen Begriff „Futility“ bezeichnet?

Es gibt einen sanften Paradigmenwechsel in der heutigen Medizin, die sich zunehmend mit ihren eigenen Fehlentwicklungen beschäftigt, ihre eigenen Irrtümer erforscht und den natürlichen Tod mit beeindruckenden Beobachtungen wiederentdeckt. Es lohnt sich sehr, diese Erkenntnisse in halachische Entscheidungen am Lebensende mit einzubeziehen und so einem, von außen betrachtet, paradox erscheinenden jüdischen Missverständnis entgegenzuwirken: Je traditioneller oder konservativer die Halacha bei anstehenden Entscheidungen über apparativ-technische Maßnahmen in der Medizin ausgelegt wird, desto größer erscheint das Risiko, später dadurch einer unmenschlichen Apparatemedizin ausgeliefert zu sein.

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