Oktober 5, 2015 – 22 Tishri 5776
Die Palästinenser haben mehr Wasser als je zuvor

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Aufklärung eines populären Irrtums  

Von Alex Feuerherdt

„Wie kann es sein, dass Israelis 70 Liter Wasser am Tag benutzen dürfen und Palästinenser nur 17?“ Diese Frage stellte der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, am 12. Februar 2014 vor dem israelischen Parlament, der Knesset.

Viele Parlamentarier waren darüber verärgert. Denn der Satz suggerierte, dass die Palästinenser gewissermassen auf dem Trockenen sitzen, während den Israelis genügend Wasser zur Verfügung steht. Diese Ansicht vertritt nicht nur Schulz, sie wird von vielen seit langem verbreitet. Aber stimmt sie auch?

Dazu ist zunächst einmal festzustellen, dass vor dem Sechstagekrieg 1967 – das Westjordanland stand damals unter jordanischer Kontrolle – nur vier der 708 palästinensischen Städte und Dörfer an die moderne Wasserversorgung angeschlossen waren und damit fließendes Wasser hatten. Als Israel danach die Kontrolle übers Westjordanland übernahm, baute es zahlreiche Siedlungen und verband sie durch Pipelines, schloss die palästinensischen Städte und Dörfer entlang dieser Pipelines jedoch ebenfalls an fließendes Wasser an. Die zur Verfügung stehende Wassermenge stieg kontinuierlich an, und die Zahl der Orte mit fließendem Wasser erhöhte sich stetig. Im März 2010 gab es in 641 von 708 Orten eine kommunale Wasserversorgung, inzwischen sind 16 weitere Dörfer hinzugekommen. Stand heute haben 98,5 Prozent der Palästinenser im Westjordanland einen Wasseranschluss – das sind erheblich mehr, als es beispielsweise bei den Einwohnern in Syrien und Jordanien der Fall ist. (...)

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