Dezember 13, 2016 – 13 Kislev 5777
Die ganze Familie unter einem Dach

image

Ein Ausblick auf den jüdischen Gemeindetag im Dezember  

Von Rabbiner Elischa Portnoy

Als ich davon gehört habe, dass dieses Jahr der Zentralrat der Juden wieder einen Gemeindetag veranstaltet, habe ich mich sehr gefreut. Obwohl seit dem letzten Gemeindetag schon drei Jahre vergangen sind, sind die warmen Erinnerungen noch ziemlich frisch im Kopf.

Der 1.Gemeindetag fand 2012 in Hamburg statt und war ein voller Erfolg und hat Lust auf mehr gemacht. Deshalb fand der 2.Gemeindetag auch schon im darauffolgenden Jahr statt – diesmal jedoch in Berlin – und wurde sofort zu einem der Höhepunkte des jüdischen Lebens in Deutschland.

Der Ort für diese anspruchsvolle Veranstaltung wurde sehr passend gewählt: das Fünf-Sterne-Hotel „Intercontinental“ im Herzen Berlins, das sowohl einen schönen und eleganten Aufenthalt als auch viele Räume für zahlreiche Veranstaltungen bietet.

Es war wirklich ein einmaliges Erlebnis an einem Ort so viele Bekannte aus allen Ecken Deutschlands zu treffen, die man jahrelang nicht gesehen hat. Da die Veranstaltung von Donnerstag bis Sonntag stattfand, gab es genug Zeit und Gelegenheiten sich mit allen Bekannten ausgiebig zu unterhalten, oder auch neue Bekanntschaften zu knüpfen.

Außerdem wurde ein sehr interessantes und abwechslungsreiches Programm mit Arbeitsgruppen, Schiurim und Diskussionen geboten. Auch an gutem Essen hat es nicht gefehlt. Für die zahlreichen Kinder gab es gute und professionelle Betreuung, die den Eltern die Teilnahme an den Arbeitsgruppen, Unterhaltung mit Freunden und Konzentration bei den Gebeten ermöglichte.

Die zwei Höhepunkte des vergangenen Gemeindetages müssen aber unbedingt separat erwähnt werden.
Als Erstes: Kabbalat Schabbat. Hunderte Teilnehmer in zwei großen gefüllten Sälen (es gab parallele Gebete mit orthodoxem und mit liberalem Ritus), hunderte brennende Schabbat-Kerzen, warme Atmosphäre, viele festlich gekleidete Kinder – so was ist in Deutschland wirklich einmalig!
Nach der genussreichen Schabbat-Mahlzeit kamen mehrere Rabbiner und Rabbinerstundenten an einem Tisch zusammen und haben mehr als eine Stunde inspirierende Schabbat-Lieder gesungen. Es war herrlich! Alle, die zu diesem Zeitpunkt noch im Esssaal anwesend waren, haben dieses Singen sehr genossen.
Nach dem unvergesslichen Schabbat und der eindrucksvollen Havdala-Zeremonie, die wieder mehrere hundert Teilnehmer versammelte, gab es den zweiten Höhepunkt: Das Gala-Dinner. Um dieses Dinner perfekt zu machen wurde ein israelischer Star-Koch eingeladen. Und das Gala-Dinner, das durch Gastredner und ein Konzert begleitet wurde, wurde tatsächlich seinem Namen gerecht.

Dieses Jahr findet endlich der 3. Gemeindetag unter dem Motto „Ein Dach, eine Familie“ statt. Auch diesmal ist eine tolle Veranstaltung zu erwarten. Dieses Mal kommen fast 1.200 Teilnehmer nach Berlin. Und es wird – wie immer – sowohl für den Leib als auch für die Seele gesorgt sein.

Auch für dieses Jahr wurde ein bekannter israelischer Koch eingeladen, um für leckeren Gaumenschmaus zu sorgen. Wie gewohnt wird das Essen streng koscher sein, dafür sorgen zwei erfahrene Rabbiner der Orthodoxen Konferenz Deutschlands und ihr Maschgichim-Team.

Damit auch der Körper das Wochenende genießt, werden dieses Jahr auch Sportaktivitäten, unter anderem Laufen, am frühen Morgen angeboten.
Mit zahlreichen Arbeitsgruppen, Podiumsdiskussionen und interessanten Gastrednern wird es keinem Teilnehmer langweilig werden. Und damit die Eltern ihr gefülltes Programm genießen können, wird es für die Kinder von vier bis zwölf Jahren im „Kids Club“ ein Programm vorbereitet.

Selbstverständlich wird es wieder eine gemeinsame Schabbat-Feier mit orthodoxem und liberalem Ritus geben, so dass jeder Teilnehmer seine Beziehung zu G'tt nach seinen Vorstellungen erleben kann.
Nach dem Schabbatausgang wird es ein großes Dinner geben, bei dem u.a. Eurovision-Song-Contest-Teilnehmer Amir Haddad sein erstes Deutschland-Konzert geben wird.

Auch am Sonntag kann man sich mit der Abreise Zeit lassen: Es wird eine spannende Podiumsdiskussion mit dem Präsidenten des Zentralrats Dr. Josef Schuster, dem Präsidenten des Bundesverfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, dem CDU-Innenpolitiker Ansgar Heveling und mit dem ehemaligen Pressesprecher der Israelischen Armee Major Arye Sharuz Shalicar über Islamismus geben.

Also – die jüdische Familie Deutschlands kann sich schon darauf freuen, unter einem Dach in Berlin ein spannendes Wochenende zu verbringen!

Komplett zu lesen in der Druck- oder Onlineausgabe der Zeitung. Sie können die Zeitung „Jüdische Rundschau“ hier für 39 Euro im Papierform abonnieren oder hier ein Onlinezugang zu den 12 Ausgaben für 33 Euro kaufen.


Sie können auch diesen Artikel komplett lesen, wenn Sie die aktuelle Ausgabe der "Jüdischen Rundschau" hier online mit der Lieferung direkt an Sie per Post bestellen oder jetzt online für 3 Euro statt 3,70 Euro am Kiosk kaufen.

Brief an die Redaktion schreiben

Email This Page