April 6, 2018 – 21 Nisan 5778
Die Dämonisierung Israels durch den WDR

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Der öffentlich-rechtliche Sender bescheinigt dem türkischen Machtusurpator Erdogan eine höhere moralische Integrität als der demokratischen Regierung des Staates Israel
 

Von Gerd Buurmann

Seit Monaten kämpfen türkische Truppen in Syrien. Angesichts der katastrophalen humanitären Lage erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am 21. März 2018:

„Bei allen berechtigten Sicherheitsinteressen der Türkei ist es inakzeptabel, was in Afrin passiert, wo Tausende und Abertausende von Zivilisten verfolgt sind, zu Tode kommen oder flüchten müssen. Auch das verurteilen wir auf das Schärfste. (…) Gerade in diesen Tagen erleben wir grauenhaftes Tun durch Bombardements.“

Der WDR hat die humanitäre Krise in Syrien nun zum Anlass genommen, in alter Tradition und nochmal richtig feste auf Israel einzuprügeln. Für den WDR berichtet Mustafa Alp Dağıstanlı:

„Die AKP, die nicht zögert, Israel zu kritisieren, ist auf den Spuren Israels, wenn es um abschreckende Wirkung, Arroganz, Grausamkeit und darum geht, die Unlösbarkeit als Lösung anzunehmen.“

Der Autor erklärt, die Türkei würde sich „israelisieren“ und behauptet, Israel verurteile ein ganzes Volk zu „KZ-ähnlichen Zuständen“. Er spricht sogar von einem „Inbegriff der Grausamkeit“.

Damit dieser Hass auch die türkische Gemeinde in alle Ecken erreichen kann, bietet der WDR diesen Text auch in einer türkischen Version an:

„İsrail’i eleştirmekten geri durmayan AKP caydırıcılık gösterileri, küstahlık, gaddarlık, çözümsüzlüğü çözüm belleme bakımından İsrail’in izinde.“

Der WDR lässt Israel zum Maßstab an Grausamkeit und Arroganz und erklären und lässt zudem betonen, was gerade in Afrin passiert, sei noch nicht ganz so böse wie Israel, aber schon „auf den Spuren“. Israel ist für den WDR somit der Inbegriff des Bösen und all die anderen bösen und grausamen Regime werden an Israel gemessen. Das muss man als deutsche Sendeanstalt erst einmal fertig bringen!

Der WDR hat offiziell sowohl auf Deutsch als auf Türkisch Israel zum Maßstab des Bösen erklären lassen.

Nachdem dieser Artikel erschienen war, fügte der WDR folgende Erklärung zu dem Bericht hinzu:

„Redaktioneller Hinweis: Bei dem Artikel von Herrn Mustafa Alp Dağıstanlı handelt es sich um einen in persönlicher Form verfassten Kommentar.“

Etwas später entfernte der WDR den Bericht völlig:

„Weil der Beitrag des freien Journalisten zwar in der Ich-Form geschrieben, aber an dieser Stelle nicht eindeutig als Kommentar gekennzeichnet war und in der Sache undifferenziert ist, hat sich die Redaktionsleitung entschieden, die Veröffentlichung zurückzuziehen. Es tut uns leid. Der Artikel ist jetzt offline.“

Dem WDR tut es also leid. Damit ist es aber leider nicht getan. Der WDR hat wieder einmal Israel und somit einem großen Teil der jüdischen Bevölkerung einen großen Schaden zugefügt. Außerdem weiß man gar nicht, was dem WDR leid tut: Den Bericht veröffentlicht zu haben, oder dass sie ihn runternehmen mussten.

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