September 5, 2015 – 21 Elul 5775
Deutsche Schulbücher

Viele Lehrer sprechen den Nahost-Konflikt aus Angst vor ihren Schülern nicht an

Von Klaus Thörner

Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Empfehlungen der Deutsch-Israelischen Schulbuchkommission verkennen die Brisanz des Israelhasses und des damit in engem Zusammenhang stehenden Antisemitismus an deutschen Schulen. Im letzten Jahr zogen tausende junge Menschen bei anti-israelischen Demonstrationen mit Parolen wie „Hamas, Hamas, Juden ins Gas“ und „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein!“ durch deutsche Straßen. Hier müsste sich die deutsche Schulpädagogik, will sie Korrektiv sein, ihrem Versagen stellen. Doch in den Empfehlungen der Schulbuchkommission findet sich über den weitverbreiteten Israelhass und Antisemitismus an deutschen Schulen kein Wort. Dabei ist „Jude“ auf deutschen Schulhöfen mittlerweile zu einem weitverbreiteten Schimpfwort geworden. Besonders an Schulen mit hohen Migrantenanteil gehören anti-jüdische Beleidigungen, wie Deutschlandradio Kultur am 1. Mai berichtete, zum Umgangston. Viele Lehrer hören bei den Beschimpfungen weg, doch einige können sie nicht ignorieren – weil sie jüdisch sind. Sie trauen sich in dieser Atmosphäre häufig nicht, ihre Religionszugehörigkeit zu offenbaren. Wenn ihr jüdischer Glaube bekannt wird, werden sie oft mit antisemitischen Verschwörungstheorien und anti-israelischen Parolen konfrontiert. Sie berichten von Beleidigungen an der Tafel und rufen „Du Jude, Du Jude!“. Berichten sie derartige Vorfälle im Lehrerzimmer, ernten sie oft Schweigen. Oder ein Schulterzucken und den Spruch: „Überhör’s einfach, wir wollen dem nicht zu viel Bedeutung beimessen.“ Wer dennoch etwas gegen antisemitische und anti-israelische Vorfälle organisiert, gilt als „Judenbeauftragter“. Viele Lehrer berichteten in den letzten Monaten, dass sie den Nahostkonflikt aus Angst vor ihren Schülern im Unterricht nicht ansprechen. (…)

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