Januar 4, 2016 – 23 Tevet 5776
Der Preis der Zusammenarbeit mit dem Iran

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Der Pakt mit dem Teufel lohnt sich nicht  

  • Januar 4, 2016 – 23 Tevet 5776
  • Politik, Welt
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Von Ben Cohen

Im Januar 2016 jährt sich der Todestag von Alberto Nisman zum ersten Mal. Der argentinische Bundesstaatsanwalt recherchierte ein ganzes Jahrzehnt lang zu dem Bombenanschlag auf das jüdische AMIA-Zentrum in Buenos Aires im Jahre 1994 bei dem der Iran als Strippenzieher vermutet wird. Bei diesem Anschlag starben 85 Menschen, hunderte wurden verletzt.

Nismans lebloser Körper – die Leser werden sich erinnern – wurde am 18. Januar 2015 in seinem Badezimmer gefunden. Dies war genau ein Tag bevor er vor dem argentinischen Kongress seine formale Beschwerde gegen diePräsidentinCristina Fernández de Kirchner vorbringen sollte.

Nisman hatte aus den Bergen von beweisen gefolgert, dass es der Hauptzweck von Fernández de Kirchners „Memorandum of Understanding“ (MOU) mit dem iranischen Regime war, nicht weiterhin auf der Auslieferung von sechs verdächtigen Iranern zu bestehen, die als Urheber des AMIA-Attentats angesehen werden. Mit dieser „Unter-den-Teppich-kehr-Aktion“ sollte nun der Weg für eine Erneuerung der (lukrativen) iranisch-argentinischen Beziehungen geebnet werden.

Die argentinische Präsidentin machte einen entscheidenden Fehler in ihrer Rechnung. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Daniel Scoli, der Kandidat, den sie als ihren Nachfolger auserkoren hatte, die Wahlen verlieren könnte. Aber genau das ist geschehen.

Mit dem Sieg des pragmatischen Mauricio Macri im November sind alle Überlegungen Fernández de Kirchners bezüglich der AMIA-Untersuchung hinfällig.

Die ist eine wertvolle Lektion, die über die Grenzen Argentiniens hinausstrahlt. Kurz gesagt: Eine Zusammenarbeit mit dem Iran kann einem kurzfristige Vorteile bringen, doch auf lange Sicht „kostet“ es nur, wenn man sich mit diesem Regime einlässt.

Im Falle von Fernández de Kirchner und ihrem Gefolge, unter ihnen auch Außenminister Hector Timerman könnten diese „Kosten“ in einer Gefängnisstrafe bestehen.

Um das MOU zu sichern, mussten Argentiniens Führer über die Hintergründe des AMIA-Attentats lügen. Damals wussten schon die Eingeweihten, dass sie lügen – nun kann man es auch beweisen.

Kürzlich wurden bisher unbekannte Telefonmitschnitte von Hector Timerman mit jüdischen Funktionären veröffentlicht.

Niemand weiß, wer dies an die Öffentlichkeit brachte, aber es ist zu vermuten, dass derjenige so lange gewartet hat bis Fernández de Kirchner aus dem Präsidentenpalast verschwunden ist und dass der Betreffende daher kaum noch Angst zu haben braucht, dass jemand mitten in der Nacht an seine Tür klopft oder er eine Kugel in den Kopf bekommt. Der neue Präsident Macri erklärte das Abkommen mit dem Iran übrigens für null und nichtig.

Der hässlichste Aspekt von MOU war, dass es die Schuld der Mullahs an AMIA völlig unbeachtet ließ, obwohl noch ihr eigener Ehemann und Vorgänger als Präsident, Nestor Kirchner, genau eben diese Schuld klar benannt hatte.

Aber anders als ihr Nestor war Christina Fernández de Kirchner unter dem bösen Einfluss von Hugo Chavez und anderen pro-iranischen Beratern. Dies war das Umfeld, in dem der Mythos der iranischen Unschuld ausgekocht wurde.

Timerman – der bei dem Telefongespräch seinen jüdischen Gesprächspartner sogar beschimpft, weil der wenig angetan davon ist wegen „argentinischer Interessen“ vor dem Iran zu kapitulieren – gibt in dem Gespräch sogar zu, dass er genau weiß, dass der Iran sehr wohl des Bombenmordes schuldig ist. (...)

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