April 2, 2015 – 13 Nisan 5775
Der Bürgermeister von Frankfurt (Oder) in Israel

Er leistete Freiwilligendienst wie das sonst nur die Jungen tun

Von Martin Jehle

Martin Patzelt, Jahrgang 1947, gehört dem Bundestag seit der laufenden Wahlperiode an. Im Wahlkreis Frankfurt (Oder)/Oder-Spree errang er 2013 das Direktmandat. Zuvor war Patzelt zunächst Sozialdezernent und dann von 2002 bis 2010 Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder), deren bürgerliches Leben vor dem 2. Weltkrieg maßgeblich von Juden mitgeprägt wurde. Während seiner Zeit „im Rathaus“ engagierte er sich für den Wiederaufbau der Jüdischen Gemeinde, vor allem durch die Integration jüdischer Zuwanderer aus dem Raum der früheren Sowjetunion, und initiierte eine Städtepartnerschaft mit dem israelischen Kadima-Zoran. Höhepunkt dieses Engagements war, wie Patzelt berichtete, die feierliche Übergabe einer neuen Thora-Rolle aus den USA, an der er mitwirken durfte. Dies war das erste Mal nach dem Holocaust, dass eine jüdische Gemeinde in Brandenburg wieder eine eigene Schriftrolle erhielt.

Freiwilligendienst im Seniorenheim

Seit Jahren reist Patzelt zweimal jährlich nach Israel. Einmal, 2013, sogar für drei Monate. Nachdem Patzelt im Jahr 2010 aus dem Amt des Oberbürgermeisters ausgeschieden war, befand er sich eigentlich im Ruhestand. Mit 65 Jahren, Anfang 2013, entschied sich Patzelt, als Freiwilliger in einem israelischen Seniorenheim, dem Siegfried-Moses-Elternheim in Jerusalem, zu helfen. Der Ruheständler suchte sich eine Aufgabe, die sonst vor allem junge Freiwillige im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres, zum Beispiel durch die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF), wahrnehmen. Besonders die Gespräche mit den deutschsprachigen Bewohnern haben ihn beeindruckt.

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