Die „Jüdische Rundschau“ blieb bis zum Platzverweis  

Von Christian Löper

Um es vorweg zu nehmen: Die zumeist schiitischen Al-Quds-Tag-Teilnehmer waren nicht in der Mehrheit. Fast genauso viele Pro- wie Anti-Israel-Demonstranten machten sich am warmen 11. Juli auf den Weg durch die West-Berliner Innenstadt. Die Polizei hielt beide Lager weit auseinander, es verlief alles recht „gesittet“. Der JÜDISCHEN RUNDSCHAU gelang es dennoch in die Al-Quds-Demo vorzudringen und einige Stimmungsfotos einzufangen. Trotz fairen Verhaltens (Gesichter von einfachen Demonstrationsteilnehmern wurden nicht fotografiert, beim Fotografieren von Gegenständen und Transparenten der Al-Quds-Demonstranten wurde einzeln um Erlaubnis gefragt) machten die Al Quds-Organisatoren von ihrem Recht Gebrauch, den JR-Reporter mithilfe der Polizei des Platzes verweisen zu lassen. Das war jedoch nicht weiter schlimm, denn alle Bilder waren ohnehin längst im Kasten.

Ein Schild stach ins Auge: „Blumen verzaubern  – Zionisten vernichten!“ Erstaunlich, dass ein solch offensichtlicher Mordaufruf unter Aufsicht der Polizei zur Schau getragen werden darf. Noch erstaunlicher war, wer das betreffende Schild trug  – ein jugendliches Mädchen mit Kopftuch, freundlichem Lächeln und Engelsgesicht. Zwischendurch hielten Menschen, die im Geschichtsunterricht wahrscheinlich geschlafen haben, auf Schildern unangemessene Vergleiche zwischen Berliner Mauer und israelischer Mauer hoch.

Die gewaltigen Unterschiede zwischen diesen beiden Bauwerken kamen natürlich nicht zur Sprache: 1. Die Berliner Mauer sollte nicht, wie sonst bei Mauern üblich, Menschen draußen, sondern drinnen gefangen halten. 2. Unter den Leuten, die nun ausgesperrt werden, sind viele Angreifer Israels. Die Zahl der Terroranschläge hat deutlich abgenommen seit dem Bau der israelischen Mauer. Sie schützt Leben statt welche zu vernichten. 3. Es gibt keine Selbstschussanlagen, keine Minen, keinen Todesstreifen. (...)

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