April 2, 2015 – 13 Nisan 5775
„Davon sind die Linken nie frei gewesen“

image

Die „Linksjugend-Soli“ meldet in Essen gewaltbereite, antisemitische Demos an  

Von Richard Diesing

Der Antisemitismus-Experte Alex Feuerherdt sprach mit uns über die anti-israelischen-Kundgebungen in NRW im vergangenen Sommer und über Antisemitismus in der linken Szene.

Wie haben Sie denn die Demonstration in Essen erlebt?

Ich habe auf einer Kundgebung für Israel, auf der sich vielleicht 180 Leute befanden, einen kurzen Redebeitrag gehalten. Kurz bevor die Kundgebung zu Ende gehen sollte, hörte man schon in einiger Entfernung Teilnehmer der Anti-Israel-Kundgebung. Dann ist die Kundgebungsleitung von der Polizei dazu aufgefordert worden, möglichst schnell die Kundgebung zu beenden und das Weite zu suchen, weil ja jetzt die Gegendemonstranten kämen. Das hat die Kundgebungsleitung zum Glück nicht getan – wäre die Versammlung abgebrochen worden, wären wir den anti-israelischen Demonstranten schutzlos ausgeliefert gewesen. Stattdessen hat sie darauf bestanden, die Kundgebung zu Ende zu führen. Daraufhin hat es die Polizei mit ganz knapper Not geschafft, uns vor den einigen hundert der ursprünglich 3.000 Teilnehmern der Demonstration der Linksjugend Solid, die zu uns zogen, zu schützen. Sie waren extrem aggressiv und eindeutig gewaltbereit. Ich habe schließlich zwei Stunden lang in einem Polizeikessel gestanden und heftigste Parolen gehört. „Adolf Hitler“, „Kindermörder Israel“, „Scheiß Juden, wir kriegen euch“ und so weiter. Es sind Gegenstände auf uns geworfen worden, es sind Hamas-Fahnen und Fahnen des IS geschwenkt worden. Es sind Plakate gezeigt worden, auf denen „Angeblich früher Opfer – heute selber Täter“ stand. Ich habe mich gefühlt wie auf einem Protest gegen eine Nazi-Kundgebung, auch wenn das keine klassischen Nazis gewesen sind, sondern ein überwiegender Teil dieser Leute einen islamistischen Hintergrund hatte.Das war an den Parolen zu hören, das war an den Fahnen und den Transparenten zu sehen. Die kamen alle von der Kundgebung, die von der „Linksjugend Solid“ organisiert worden ist. Da ist von den Linken mit Islamisten gemeinsame Sache gemacht worden.

Komplett zu lesen in der Druck- oder Onlineausgabe der Zeitung. Sie können die Zeitung „Jüdische Rundschau“ hier für 39 Euro im Papierform abonnieren oder hier ein Onlinezugang zu den 12 Ausgaben für 33 Euro kaufen.


Sie können auch diesen Artikel komplett lesen, wenn Sie die aktuelle Ausgabe der "Jüdischen Rundschau" jetzt online für 3 Euro statt 3,70 Euro am Kiosk kaufen.

Brief an die Redaktion schreiben

Email This Page