Juli 6, 2015 – 19 Tammuz 5775
Das Straßenfest des Judenhasses

Alle Jahre wieder: Der Al-Quds-Tag und die Gegendemo am 11. Juli

von Aziz Bozkurt, Michael Groys

(…) Kritik ist natürlich nötig, wo sie angebracht ist. Auch am Staate Israel. Wenn es beispielsweise um diskriminierende Gesetzgebung und extremistische Politiker in der Regierung geht. Aber, dass hierzulande mit Kritik gegeizt wird, gehört eher in die Welt der Mythen. Ein Tabu, nach dem man Israel nicht kritisieren dürfe, existiert nicht. Im Gegenteil ist die Kritik an dem Staat oft überproportional in der Presse und auch seitens der Regierung vorzufinden. Auch innerhalb Israels finden sehr intensive Debatten über den Konflikt mit den Palästinensern statt. Mit Kritik gegenüber der eigenen Regierung wird auch dort nicht gespart.

Vorsicht ist an der Stelle geboten – wie beim Al-Quds-Tag – wo die Kritik zum Deckmantel für Antisemitismus wird. Demonstrationen gegen Israel enden an Synagogen und nicht vor den Türen der Botschaft. Wenn die Repräsentanz der Juden in Form der Synagoge mit der Repräsentanz Israels verschmilzt, findet die geschminkte Kritik ein Ende.

Die Anschläge der radikalen Islamisten in Brüssel, Paris oder Kopenhagen sind traurige Höhepunkte für den Beweis, dass Antizionismus und Antisemitismus wie Zwillingsgeschwister durch Europa toben. Dabei spielte es für die Täter keine Rolle, ob ihre jüdischen Opfer Israelis waren oder die zionistische Idee gut fanden. Nein. Ermordet wurden sie, allein weil sie Juden waren.
Es ist anzunehmen, dass die Al-Quds-Demonstranten die Terrorakte verurteilen würden. Dabei hätten sie wahrscheinlich Erklärungen und Verständnis für die Radikalisierung der Täter, aber das Problem seien eben nicht die Juden, sondern die Zionisten. An dieser Stelle ist es angebracht eines bezüglich Zionismus klarzustellen. Jeder Zionismus von links nach rechts und von religiös bis nationalistisch hat an erster Stelle eine einzige primäre Aufgabe: Der Schutz von Juden gegen Antisemitismus, also ihrer mentalen und physischen Vernichtung. Der Judenhass nach 1945 hat sein Ende nicht gefunden. Er hat sich transformiert in den Hass auf den jüdischen Staat, der nach wie vor als Zufluchtsstätte für alle von Antisemitismus Bedrohten dient. (…)

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