August 7, 2015 – 22 Av 5775
Das judenfreie Saudi-Arabien

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Unerwartete Annäherung an Israel  

Von Richard Diesing

In Saudi-Arabien gibt es nahezu keine Juden. Der jüdische, wie auch der christliche Gottesdienst sind verboten. Juden können nur bei Ausnahmen nach Saudi-Arabien reisen. Trotzdem gibt es eine Annährung zwischen dem Golfstaat und Israel. Es ist Mitte Januar 2015. Der FC Bayern fliegt in sein Trainingslager. An sich ist daran nichts außergewöhnlich. Trotzdem ist die Reise über Tage hinweg Thema in der deutschen Medienlandschaft. „Imageschaden beim FC Bayern“, titelt eine Tageszeitung. Was war passiert?

Das einwöchige Trainingslager, in dem die Bayern-Spieler auch ein Testspiel absolvierten, fand in Saudi-Arabien statt. Einem Land, in dem kritische Blogger ausgepeitscht und Dieben die Hand abgehackt wird. Aber auch ein Land, in das Juden nicht oder nur mit großen Problemen Einreisen können. Der FC Bayern eröffnete nur wenige Tage nach seinem Trainingslager in diesem Land eine Ausstellung: „Kicker, Kämpfer und Legenden – Juden im deutschen Fußball und beim FC Bayern“. Der Verein, in den 1930ern als „Judenklub“ gebrandmarkt, versucht seine Geschichte aufzuarbeiten. Der Präsident in den 30ern, Kurt Landauer, war Jude, genau- so wie Trainer Richard Dombi und Jugend- leiter Otto Beer. Als die Nazis 1933 an die Macht kamen, mussten sie gehen. Würde heute ein jüdischer Trainer versuchen nach Saudi-Arabien einzureisen – es würde mindestens Probleme geben, wenn eine Einreise überhaupt möglich wäre.

Die Einreise von Juden ist die absolute Ausnahme. In den Genuss von einer die- ser Ausnahmen kam Tuvia Tenenbom. Er ist eigentlich künstlerischer Leiter des „Jewish Theater of New York“. Neben- bei arbeitet er als freier Journalist. In einem Artikel in der ZEIT schrieb er über seinen Versuch den Fragebogen für das Visum für Saudi-Arabien auszufüllen: „Beispielsweise wollen sie wissen: ‚Wel- cher Religion gehören Sie an?‘ Ich bin kein frommer Mensch, wurde aber als ultraorthodoxer Jude erzogen und fand es daher angebracht, ‚Judentum‘ zu wählen. Aber halt, es gab da ein Problem: ‚Judentum‘ stand nicht zur Auswahl.“ Er habe das Feld offengelassen. Die nächste Frage sei gewesen, so Tenenbom in seinem Artikel, welches Geburtsland er habe. Tenenbom stammt aus Israel. Diese Antwort gäbe es allerdings auch nicht. Nur durch einen Zufall, nämlich dass George Bush junior ihn bei der Reise nach Saudi-Arabien dabei haben wollte, konnte Tenenbom einreisen. (..)

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