Mai 13, 2015 – 24 Iyyar 5775
Das fröhliche Feuer-Fest

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Was hat es mit den Traditionen des Lag Baomer auf sich?  

von Michael Selutin

Es gibt zwei Gründe für das Lag-Baomer-Fest. Der erste ist auch der Grund, dass sich Juden während der Omer-Zählung nicht rasieren, die Haare schneiden, keine neue Kleidung kaufen und keine Musik hören. Denn während der ersten 33 Tage des Omers starben im zweiten Jahrhundert 24.000 Schüler des Rabbi Akiva durch eine Plage, die erst am 33. Tag der Omer-Zählung aufhörte. Dieser Tag ist Lag Baomer, Lag (hebräisch ל״ג) steht hier für 33, denn der hebräische Buchstabe Lamed ל hat den Zahlenwert 30 und Gimmel ג den Zahlenwert 3.

Der zweite Grund für die Feier des 33. Tag der Omer-Zählung ist der Todestag eines anderen Schüler Rabbi Akivas, Rabbi Schimon Bar Jochai. Nachdem seine ersten 24.000 Schüler gestorben waren, nahm sich Rabbi Akiva fünf neue Schüler zur Übermittlung der mündlichen Lehre, die wir heute als Talmud in schriftlicher Form vorfinden. Einer dieser fünf Schüler war eben dieser Rabbi Schimon Bar Jochai, der an sich schon eine legendäre Persönlichkeit ist: Als die Römer über Israel herrschten und jegliche Lehre der Thora untersagten, wobei sie die Rabbiner verfolgten und töteten, versteckte sich Rabbi Schimon 13 Jahre lang mit seinem Sohn in einer Höhle und ernährte sich nur von den Früchten eines Johannisbrotbaums. In dieser Zeit drang er tief in die innersten Geheimnisse der Thora ein und wurde zudem zu einem großen Kabbalisten. Am Tag seines Ablebens lehrte er seinen Schülern die Kabbalah, die bis dahin streng geheim gehalten wurde.

Deswegen ist Lag Baomer ein kabbalistisches Fest, mit Ritualen, die merkwürdig erscheinen, aber tief in die Geheimnisse der menschlichen Seele und der Schöpfung dringen.
(…)
Pfeil und Bogen
Eine Art, Lag Baomer zu feiern, ist mit Kindern in Parks oder Felder zu gehen und sie dort mit Pfeil und Bogen spielen zu lassen. Der Lubawitscher Rebbe erklärte dieses Ritual folgendermaßen:
„Wer einen Bogen schießt, wird mit dem Paradox konfrontiert, dass er den tödlichen Pfeil zuerst ganz nah an sein eigenes Herz ziehen muss, um ihn weit abzuschießen und je weiter man ihn an sich zieht, desto weiter schießt man den Pfeil. Dieses Prinzip gilt auch für die Gebote der Thora, die zwar klar und deutlich vor einem stehen: Man soll nicht morden, am Schabbat ruhen, koscher essen und viele weitere, aber hinter diesen Geboten gibt es noch die innere Dimension, die das Herz des Juden berührt.

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