Kunst und Kultur

September 8, 2017 – 17 Elul 5777

Ein Tagebuch der Aliyah


Die Autorin und Künstlerin Yehudis Jacobowitz hat ein Buch über ihre Auswanderung nach Israel geschrieben
  

Von Monika Winter Yehudis Jacobowitz ist Jüdin und verließ 2006 mit ihrer Familie ihr Geburtsland Deutschland, um in Israel zu leben. Die Familie, das sind die Tochter, der Sohn und ihr Mann, ein bekannter Musiker und gleichzeitig Pendler zwischen den Welten. Yehudis selbst ist Graphikerin und bildende Künstlerin. Ihr Buch beschreibt mit ernstem Hintergrund, aber

September 8, 2017 – 17 Elul 5777

Dudenkritisch

Der Duden kennt nur das Wort „israelkritisch“. Worte wie „irankritisch“ oder „palästinakritisch“ dagegen existieren nicht. 
  

Von Gerd Buurmann Neulich war ich in dem virtuellen Wörterbuch www.duden.de auf der Suche nach einem Wort. Ich suchte „Deutschlandkritisch“. Der Duden antwortete: „Leider haben wir zu Ihrer Suche nach ‚Deutschlandkritisch‘ keine Treffer gefunden. Oder meinten Sie...

September 8, 2017 – 17 Elul 5777

Der Film „Die Unsichtbaren“


Tausende Juden lebten während der Nazi-Zeit untergetaucht in Berlin 

Von Heike Linde-Lembke Wolf-Heinrich Graf von Helldorf wurde zum Antisemiten erzogen und setzte alles daran Berlin „judenfrei“ zu machen. Damit begann er schon zwei Jahre vor Hitlers Machtergreifung. Er gilt mit Joseph Goebbels als Organisator des Kurfürstendamm-Krawalls...

September 8, 2017 – 17 Elul 5777

Willkommen, Herr Botschafter Issacharoff!

Der in London geborene Jeremy Issacharoff ist der Nachfolger von Yakov Hadas-Handelsman als Botschafter Israels in Deutschland  

Von Dr. Nikoline Hansen Mit seiner Akkreditierung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue am 29. August 2017 ist Jeremy Issacharoff der neue israelische Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland. Am Nachmittag des selben Tages fand am Gleis...

September 8, 2017 – 17 Elul 5777

„In einer Garage in Kapstadt fand ich die Musiknoten der Leipziger Synagoge“

Gespräch mit Prof. Andor Izsák, dem Gründer des „Europäischen Zentrums für Jüdische Musik“  

Das imposante Gebäude ist ein Schatz für sich: an der Westseite des größten Stadtwalds Europas – Hannovers „Eilenriede“ – gelegen, erhebt sich die Villa Seligmann, einstmals Heim des jüdischen Großbürgers Siegmund Seligmann, Direktor der Continental AG. Die...

September 8, 2017 – 17 Elul 5777

Eric Braeden: Der deutsche Hollywood-Star und seine Liebe zu Israel


1959 wanderte Hansjörg Gudegast aus und wurde zu Eric Braeden 

Von Valerie Herberg Ende der 50er Jahre ging Eric Braeden, damals ein Teenager, aus Deutschland in die USA. Mittlerweile ist er ein international bekannter Schauspieler, hat einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und zwei Bundesverdienstkreuze....

September 8, 2017 – 17 Elul 5777

Zum Tode von Frau Dr. Miriam Magall

Wir trauern um unsere Autorin, Frau Miriam Magall, die vor wenigen Tagen in Berlin verstorben ist. Sie hat die Jüdische Rundschau mit ihren Beiträgen inhaltlich bereichert und kenntnisreich jüdische Themen an unsere Leserschaft herangetragen, für die es...

September 8, 2017 – 17 Elul 5777

Es gibt keine Rechtfertigung für Terror Trotz schlimmer Erlebnisse als jüdische Schülerin unter Moslems würde ich niemals zu Terror und Gewalt greifen Von Anastasia Iosseliani Nach den Anschlägen in Barcelona, Turku und Brüssel, krochen verschiedene Apologeten aus ihren Löchern und versuchten die Anschläge zu entschuldigen und/oder zu relativieren. Genau diese Apologeten stellen auch meine Berechtigung infrage den Dschihadismus mit dem einhergehenden Terror zu kritisieren. Ich sei ja in Zürich geboren worden, habe die meiste Zeit meines Lebens in der Schweiz (einem der reichsten Länder der Welt) gewohnt, außerdem habe ich als Kind auch noch in Georgien und Russland gelebt, spreche mehrere Sprachen. Das klingt doch nach einem fast paradiesischen Leben, oder? Nun, es ist nicht alles Gold, was glänzt… In der Tat wurde ich in Zürich als Kind eines Schweizer Vaters und einer Mutter mit ukrainisch-jüdischen und georgischen Wurzeln geboren. Für meine Mutter war die Hochzeit mit meinem Vater ein Mittel zum Zweck, um ihr die Ausreise aus der (untergehenden) Sowjetunion zu ermöglichen und meine Geburt war nur ein Grund mehr, um meinen Vater so lange an sie zu binden bis sie erleichtert eingebürgert werden konnte. Meine Mutter wollte mich von Anfang an nicht in ihrem Leben haben, sie wollte aber auch nicht von meinem Vater, der nach der Hochzeit feststellen musste, das sie nicht nur eine Alkoholikerin, sondern auch eine Hure war, in die Sowjetunion zurückgeschickt werden. Aber ich war nun mal auf der Welt und verschwand auch dann nicht, als meine Mutter endlich eingebürgert wurde und meine Existenz von da an keinen Nutzen mehr für sie hatte. Aber bevor meine Mutter eingebürgert wurde, geschah noch etwas anderes: Als ich drei Jahre alt war, hatte meine Mutter einen riesigen Streit mit meinem Vater. Nach diesem Streit packte meine Mutter ihre Sachen und mich ein, und zischte ab in die georgische Hauptstadt Tiflis, zu ihrer Mutter, meiner Großmutter. Die Mutter bringt das Kind aus der Schweiz weg Obwohl ich weiß, dass mein Vater in den darauffolgenden Jahren extrem darunter gelitten hat, dass er nicht wusste, wo meine Mutter und ich im Post-Bürgerkriegs-Georgien steckten, muss ich gestehen, dass diese Jahre in Tiflis gute Jahre waren. Es waren gute Jahre, weil meine Großeltern mich liebten und meine Mutter – glücklicherweise – nur sporadisch aufkreuzte. Meine Großeltern, insbesondere meine Großmutter, schafften es mir das Gefühl zu geben im Paradies zu leben – und das in dieser heruntergekommen und dazu nach dem Zusammenbruch der staatlichen Ordnung auch gefährlichen Stadt. Die prügelnde Mutter Später, als ich wieder in der Schweiz lebte und sich meine Eltern getrennt hatten, bekam zuerst meine Mutter das Sorgerecht über mich. Es war ein Alptraum: Sie hatte sich da schon längst aufgegeben und ich war ihr vollkommen egal, außer wenn es darum ging das Leben von meinem Vater und mir zu verpfuschen. Einmal, als ich in ihrem Zimmer war, weil dort das Bücherregal war und mir ein Buch aus meinen Händen fiel, warf sie eine halbvolle Flasche mit Cognac der Marke „Ararat“ nach mir. Die Flasche zerbrach an der Wand neben mir in kleine Scherben und der Cognac floss auf den Boden. Da bemerkte meine Mutter, das sie meinetwegen Cognac vergeudet hatte. Sie sprang aus dem Bett, begann mich zu beschimpfen und auf mich einzuprügeln, bis ich auf den Boden fiel und das Bewusstsein verlor. In all jenen Jahren vernachlässigte mich meine Mutter oder war mir gegenüber sogar gewalttätig. Nach einer Weile wurde es selbst dem Jugendamt der Stadt Zürich zu bunt mit meiner Mutter und ich kam zu meinem Vater. Die Zeit verging und als ich aus dem Gymnasium geworfen wurde und in eine Sekundarschule mit vielen Lernenden aus dem islamischen Kulturkreis kam, begann der Alptraum von Neuem. Es war in der siebten Klasse, meine Großeltern mütterlicherseits waren kurz davor gestorben, und meine Großmutter hatte mir ihren Magen David vererbt. Am ersten Tag in der neuen Schule machte ich zwei große Fehler: Der erste Tag mit Burim und Ali Der erste Fehler war, das ich den Magen David sichtbar trug und der zweite Fehler war mich in ein Gespräch zwischen zwei Halbstarken einzumischen, bei dem beide davon schwärmten, dass Osama Bin Laden Amerika und George Bush „ficken“ würde und der Islam die Welt erobern würde. Ich bemerkte, das einer der Halbstarken ein T-Shirt mit Skanderbeg (albanischer Nationalheld, der gegen das Osmanische Reich und die Islamisierung Albaniens kämpfte) darauf trug und wagte es ihn zu fragen, wieso er ein T-Shirt von jemandem tragen würde, der gegen das Osmanische Reich und den Islam gekämpft hat. Die beiden Halbstarken waren nicht irgendwer, sondern die Schulrowdies Burim und Ali. Damit, dass ich es in meinem Übermut wagte ihnen eine solche Frage zu stellen, hatte ich mich an jener Schule selbst erledigt. Von jenem Tag an waren die beiden unermüdlich darin, mich zu verprügeln und zu demütigen, wo immer sie mich auch antrafen. Die Lehrer an jener Schule hatten so tolle Vorschläge, wie jenen, dass ich meinen Magen David zu Hause lassen sollte, um zu „deeskalieren“. Meine Klassenlehrerin sagte mir gar, als mein Klassen„kamerad“ Shqiprim (ausgesprochen „Schiprim“ ist ein albanischer Name und bedeutet „der Albaner“ auf Albanisch.) wieder einmal den Mülleimer über mir ausgeleert hatte, dass ich bescheidener auftreten sollte, weil es für einen Mann aus Shqiprims Kulturkreis demütigend wäre, wenn eine jüdische Frau in etwas besser (in meinem Fall die besseren Zensuren) ist als er. Entschuldigung für die Schlacht von Kerbela 680 Nach ein paar gebrochenen Rippen & zahlreichen anderen Blessuren, hatte ich ein Gespräch mit der Schulleiterin und Ali. Ich weiss bis heute nicht, wieso Burim nicht bei jenem Gespräch dabei war, aber auf alle Fälle wurde Ali gefragt, wieso er mir das alles antun würde und Ali antwortete darauf, dass er das tat, weil wir Juden die Feinde Allahs seien und es war die Schuld von uns Juden, dass Hussein und Ali bei der Schlacht von Kerbala getötet wurden. Zuerst war die Schulleiterin perplex, weil doch Ali direkt vor ihr stand, doch dann riss sie sich zusammen und schlug mir allen Ernstes vor, mich für den Ausgang der Schlacht von Kerbala zu entschuldigen. Obwohl ich in meinem Leben oft Gewalt erfahren habe, so wurde ich doch mit einem starken Willen gesegnet und deshalb wollte ich mich nicht für etwas entschuldigen, das ich nicht getan habe. Selbst wenn meine Knochen dabei brechen würden – meine Wille würde es nicht. Ich gab nicht nach und nach einer Weile hatte die Schulleiterin entschieden, dass sie an ihrer Schule nicht mehr länger für meine Sicherheit garantieren konnte und wollte. So wurde ich aus jener Hölle entlassen und bekam stattdessen ein paar Stunden Einzelunterricht pro Woche. Ganz allein Ein paar Jahre später starb mein Vater an Krebs und nun war ich tatsächlich ganz allein. All die Menschen, die sich an irgendeinem Zeitpunkt in meinem Leben um mich gekümmert hatten, waren tot. Ich war am Boden zerstört, ich stellte infrage, ob ich mich überhaupt „Mensch“ nennen durfte, zweifelte meine geistige Gesundheit und mein Recht zu leben an. Wie Sie sehen und lesen können: In meinem Leben war ich oft verzweifelt und am Boden zerstört. Ich lernte es auf die sehr harte Tour, dass es niemanden gibt außer mir selber, auf den ich mich verlassen kann und dass es oft niemanden gibt, der mir eine Hand reicht, wenn es mir schlecht geht. Trotz alledem habe ich keine Rechtfertigung dafür einen Terroranschlag zu begehen und unschuldige Zivilisten zu töten. Und Sie, geehrter Leser, haben auch keine Rechtfertigung für einen Terroranschlag. Wenn ich es schaffe, nach all jener Grausamkeit, die mir widerfahren ist, mich wie ein zivilisierter Mensch zu benehmen, dann gibt es für niemanden da draußen eine Entschuldigung oder Rechtfertigung dafür Zivilisten zu töten. Meine Biographie erklärt auch, wieso Dschihad-Apologeten in mir Verachtung auslösen. Eben weil ich genau weiß, wie es sich anfühlt Angst zu haben, verzweifelt zu sein und sich in den Schlaf zu weinen. Trotzdem bin ich hier und verteidige zivilisiertes Verhalten und die Zivilisation als Ganzes. Deshalb würde ich es sehr schätzen, wenn Apologeten darauf verzichten würden mich „Soziopathin“ oder „herzlos“ zu nennen, weil ich kein Mitgefühl für Terroristen habe. Das Mitgefühl bewahre ich nämlich für die Opfer des Terrors. Die Autorin schreibt auf ihrem Blog www.pinkkoshernotra.org

Trotz schlimmer Erlebnisse als jüdische Schülerin unter Moslems würde ich niemals zu Terror und Gewalt greifen  

Von Anastasia Iosseliani Nach den Anschlägen in Barcelona, Turku und Brüssel, krochen verschiedene Apologeten aus ihren Löchern und versuchten die Anschläge zu entschuldigen und/oder zu relativieren. Genau diese Apologeten stellen auch meine Berechtigung infrage den Dschihadismus mit...

August 4, 2017 – 12 Av 5777

Die Vielfalt des israelischen Volkstanzes

Zum Schwerpunkt des zwölften „Yiddish Summer“ in Weimar  

Von Matti Goldschmidt Eine sehr interessante und spannende Frage hatten sich die Veranstalter des kommenden Yiddish Summer in Weimar gestellt: Welche Tanzkulturen, neben der chassidischen und arabischen, haben den israelischen Volkstanz maßgeblich beeinflusst, und welche Rolle spielt(e)...

August 4, 2017 – 12 Av 5777

„Mit Liebe zum Leben“

Jeani Semel, Tochter von Holocaust-Überlebenden, schließt Frieden mit der Vergangenheit ihrer Familie  

Von Ulrike Stockmann Ein kleines, aber feines Buch ist von Jeani Semel unter dem Titel „Mit Liebe zum Leben. Biografische Zeitausschnitte“ erschienen. Die Autorin, geboren 1951 in West-Berlin, unternimmt den Versuch einer Autobiografie, dessen Ausgangspunkt die Auseinandersetzung...

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