Hintergründe zur Idee und zu den Machern  

Von Rabbiner Elischa Portnoy

Es war eine ganz gewöhnliche Hochzeit in Israel, bei der hunderte Gäste anwesend sind und man plötzlich die Bekannte trifft, die man lange nicht mehr gesehen hat. Bei dieser Gelegenheit trafen sich Rav Elias Dray, der Gemeinderabbiner von Amberg, und Frau Bracha Rosenblum, die zu damaligem Zeitpunkt für die bekannte israelische Kiruv-Organisation „Ner leElef“ arbeitete.

Rav Dray, der in Sulzbach-Rosenberg aufgewachsen ist und danach zehn Jahre in Israel gelernt hat, heiratete, kehrte nach Deutschland zurück und arbeitete anfangs in München. Schon von Anfang an war er ins Kiruv Rechokim (bezeichnet das Vermitteln jüdischer Traditionen an säkulare Juden) in Deutschland involviert. Da auch Frau Rosenblum schon mehrere Jahre in Kiruv tätig war, ergab sich viel fachlicher Erfahrungsaustausch in diesem spannenden Gebiet zwischen den beiden Kollegen.

Und so kristallisierte sich bei diesem Gespräch ein echtes Problem heraus: es gibt mehrere junge Menschen und Studenten, die sehr gerne an den Kiruv-Seminaren und Machanot teilnehmen, die Schiurim (Unterrichte) besuchen und sich an den dazugehörigen Diskussionen beteiligen. Sie sind von der jüdischen Tradition begeistert und würden gerne einen Ehepartner finden, der diese Ideen teilt und sich ebenfalls ein Leben wünscht, das auf den traditionellen jüdischen Werten basiert.

Eine solche Partnersuche war jedoch sehr schwierig, besonders dann, wenn man in einer kleineren Gemeinde wohnt. So wurde klar, dass die Kiruv-Arbeit speziell in Deutschland nicht nur daraus bestehen kann die neue Generation mit unseren Traditionen vertraut zu machen, sondern den jungen Juden darüber hinaus bei der Partnerfindung zu helfen. Auf diese Weise würde man das jüdische Leben in Deutschland nachhaltig stärken.

Und so wurde das neues Projekt geboren. Es war jedoch klar, dass man für dieses Projekt starke Partner braucht. Hier half die Erfahrung von Rav Dray. Weil er die jüdischen Organisationen Deutschlands, die ähnliche Ziele verfolgen, gut kannte, war der passende Partner schnell gefunden: Der Bund der traditionellen Juden in Deutschland.

Dieser Verein, der schon seit mehr als fünf Jahren existiert und erfolgreich das jüdische Leben in Deutschland fördert, war für das neuentstandene Projekt schlichtweg ideal: eine der Hauptaktivitäten des BtJ ist die Organisation der regionalen Schabbotanim in den verschiedenen jüdischen Gemeinden. Gerade bei solchen Veranstaltungen gibt es gute Möglichkeiten junge Menschen zu treffen und sie für die jüdischen Werte zu begeistern.

Das englische Wort „Match“ („passen“ / „zusammengehören“) und der große Partner des Projektes ergaben den Namen „BtJ Match“.

Man könnte nun einwenden, dass es doch schon zahlreiche Internet-Portale gebe, die auf Schidduchim spezialisiert sind – wozu also noch ein weiteres?

BtJ Match ist trotz großer Konkurrenz einzigartig, weil für die Partnervermittlung ein ungewöhnliches Konzept entwickelt wurde: normalerweise werden bei Singles-Börsen die Profile des Singles für alle Interessierten sichtbar. Die Gründer von BtJ Match aber machen es etwas anders: jeder Single (Mann oder Frau) kann bei www.btjmatch.de ein Profil anlegen. Sehen können diese Profils jedoch nur sogenannte „Ehestifter“ – diejenigen also, die sich für Schidduchim „zuständig“ fühlen: professionelle Schadchanim, Rabbiner von den Gemeinden und auch Mitglieder der Gemeinden, die helfen wollen. Natürlich kann man nur dann als „Ehestifter“ fungieren, wenn man zuvor von dem leitenden Team zugelassen wurde.

Das Projekt, das übrigens erst ein Jahr alt ist, ist so schnell gewachsen, dass Rav Dray und Frau Rosenblum nicht mal mehr zu zweit die Nachfrage bewältigen können. So wurde Rebbetzin Konnik zusätzlich ins Team aufgenommen. Rebbetzin Konnik, die zurzeit mit ihrer Familie in Antwerpen wohnt, hat viele Jahre in Deutschland verbracht, war auch in Kiruv involviert und hat seitdem viele Kontakte in verschiedenen deutschen Gemeinden. Bei der Logistik helfen sowohl Marina Brox (JG Osnabrück), als auch Daniella Kalmar („Omanim Booking&Events“, Berlin).

Und alle haben viel zu tun. Die Partnervermittlung wird sehr ernstgenommen. Jeder potenzielle Schidduch wird sorgfältig betreut: mit jedem Partner wird mehrmals gesprochen, jeder Teilnehmer bekommt die nötige Unterstützung, um die richtige Entscheidung zu treffen. Sollte es ernsthafte halachische Fragen geben, kann das Team zwei erfahrene Rabbonim (in der Schweiz und Israel) befragen.

Jedoch ist die Suche nach einem Partner fürs Leben nicht das einzige Beschäftigungsfeld von BtJ Match. Da die jüdische Tradition großen Wert auf das Lernen legt, hilft BtJ Match auch kostenlos dabei einen Lernpartner zu finden, mit dem man wöchentlich eine halbe Stunde oder mehr über Skype oder Telefon lernen kann. (…)


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