September 5, 2015 – 21 Elul 5775
Blutiges Unrecht

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Vor 80 Jahren wurden die Nürnberger Rassegesetze verabschiedet  

  • September 5, 2015 – 21 Elul 5775
  • Geschichte
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Von Ludger Joseph Heid

Seit dem Jahre 1933 war bereits an einem anti-jüdische Gesetzeswerk mit all seinen diskriminierenden Nebengesetzen und Ausführungsbestimmungen gearbeitet worden, das unter dem Namen „Nürnberger Gesetze“ oder wie es in der Originalsprache der Nazis lautete, „Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“, am 15. September 1935 auf dem Parteitag der NSDAP in Nürnberg verabschiedet wurde.

Propagandaminister Goebbels frohlockte. In seinem Tagebuch notierte er zwei Tage später: „Das Judentum ist schwer geschlagen. Wir haben seit vielen Jahren als Erste wieder den Mut gehabt, es auf die Hörner zu nehmen“. Die gleichgeschaltete Presse bejubelte das Gesetz. Im „Westdeutschen Beobachter“ hieß es beispielsweise einen Tag nach dem Erlass: „Angesichts der Rechnung, die das deutsche Volk dem Judentum zu präsentieren hat, angesichts all’ der Erniedrigung, der Unsumme des Schimpfes, der jahrzehntelangen Ausplünderung und der Schändung seiner Ehre – angesichts all’ dieser offenen Wunden darf sich die jüdische Rasse glücklich schätzen, der Großzügigkeit eines Adolf Hitler zu begegnen.“

„Wir haben […] gar kein Interesse daran, die Juden zu zwingen, ihr Geld im Auslande auszugeben“, räsonierte Goebbels auf einer Versammlung von Propaganda-Offizieren, die am Tag nach dem Parteitag in Nürnberg abgehalten wurde, in seinem üblich schnoddrigen Ton. „Sie sollen es hier ausgeben. Man soll sie nicht in jedes Bad hineinlassen, aber man soll sagen: Wir haben hier oben an der Ostsee – sagen wir einmal: hundert Bäder; eins davon, da kommen die Juden hin, da kriegen sie jüdische Kellner und jüdische Geschäftsdirektoren und jüdische Badedirektoren und da können sie jüdische Zeitungen lesen, da wollen wir gar nichts von wissen, das soll nicht das schönste Bad sein, sondern vielleicht das schlechteste, das wir haben, das geben wir ihnen [Heiterkeit], - und in den anderen, da sind wir unter uns. Das halte ich für richtig. Denn wir können ja die Juden nicht wegschieben, sie sind ja da. Wir besitzen keine Insel, […] auf die wir sie transportieren könnten.“ (…)

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