März 9, 2018 – 22 Adar 5778
Bibelstunde in der Knesset

image

Christen und Juden halten im israelischen Parlament erstmals ein gemeinsames Bibelgespräch ab  

Israelnetz
Zum ersten Mal ist kürzlich ein Bibelgespräch zwischen Juden und Christen in der Knesset geführt worden. Dazu eingeladen hatten der geistliche Berater von US-Präsident Donald Trump, Jim Garlow, der „Ausschuss für christliche Verbündete“ in der Knesset, die Schindler-Gesellschaft sowie „Israel365“. Anlass war eine Reise nach Israel von Trumps geistlichen Beratern.

Als Gastgeber des Bibelgesprächs diente Rabbi Jehuda Glick (Likud), der dem Ausschuss für die Ermutigung des Bibelstudiums im israelischen Parlament vorsteht. Der „Ausschuss für christliche Verbündete“ in der Knesset ist eine Arbeitsgruppe für Beziehungen zu christlichen Freunden Israels. Er will direkte Kommunikationswege und eine Zusammenarbeit des israelischen Parlaments mit christlichen Führungspersönlichkeiten aus aller Welt weiterentwickeln. Damit soll die gemeinsame Geschichte, die Judentum und Christentum mit dem Land Israel verbindet, gewürdigt werden. Vorsitzender ist Robert Ilatov (Israel Beitenu).

Die Schindler-Gesellschaft ist von Rosemary Schindler Garlow und ihrem Mann Jim gegründet worden. Dieser ist Pastor in der „Skyline-Kirche“ in Kalifornien. Schindler Garlow ist eine Verwandte von Oskar Schindler. Die Gruppe von Christen hält fortlaufend Bibelgesprächsgruppen im Kongress der USA sowie der Vereinten Nationen ab. Da das Ehepaar Garlow nicht persönlich anwesend sein konnte, übersandten die beiden Amerikaner Grüße in einer Videobotschaft: 

„Wir stehen zu Israel, weil uns die Bibel sagt, dass Gott uns segnet, wenn wir Israel segnen. Weil es sein Plan ist, die Juden zurück in ihre Heimat zu bringen, unterstützen wir Gottes wunderbaren Plan. Wir Christen sind hier, um zu hören, nicht um zu führen. Wir sind Lernende.“

Die Initiative „Israel365“ steht unter der Leitung von Rabbi Tuly Weisz und setzt sich für ein stärkeres Miteinander zwischen Juden und den Nationen ein.

„Revolution des Bibelstudiums“
Den Auftakt zum Bibelstudium bildete der Knessetabgeordnete Glick mit Gedanken zum Psalm 27. Viel zu häufig vergäßen Bibelleser, dass der Aufbau in den Psalmen eine wichtige Rolle spiele. Es handele sich um Poesie. Während der Psalmbeter sich im ersten Teil von Psalm 27 vollkommen sicher über die Existenz und Güte Gottes sei, spreche er ihn im zweiten Teil direkt an. „Das ist wie im Leben. In unserem Leben gibt es Phasen, da sind wir uns ganz sicher, dass Gott da ist und uns hält. Und dann gibt es Phasen, wo wir Gott in den Ohren liegen, sich zu uns zu wenden und sich uns zu zeigen.“ Glick weist auf den hebräischen Urtext hin: „Der Psalm beginnt mit dem Wort HERR, also Adonai, und er endet mit dem Wort HERR, Adonai. Wie unsere Umstände auch sind – in all dem ist wichtig, dass wir uns in ihm geborgen wissen.“

Rabbi Weisz wies in seinem Beitrag darauf hin, dass die „Revolution des Bibelstudiums bereits vor langer Zeit in der Bibel selbst angekündigt“ worden sei. Basierend auf Jesaja 2 zeigte er, dass die Thora sowohl dem jüdischen Volk als auch der ganzen Welt gehöre: „Gott gab den Juden die Thora, damit diese sie an die Völker weitergeben. Das ist das erste Mal in der Bibel, dass wir sehen: Die Thora wird Juden und Nicht-Juden zusammenbringen und die Grundlage der Einheit aller Völker werden.“

Weisz nutzte die Gelegenheit, um die bevorstehende Hardcover-Ausgabe seiner englisch-hebräischen Israel-Bibel anzukündigen. Die Bibel möchte die Besonderheit der Beziehung zwischen dem Land und dem Volk Israels und Gottes ewiger ungebrochener Liebe zu ihm deutlich machen. Daher sind alle Orte, mit denen Israel und Jerusalem bezeichnet werden, besonders hervorgehoben.

„Wir haben ein gemeinsames Buch“
Für einen kurzen Wortbeitrag kamen auch die Parlamentsabgeordneten Ilatov und Sharren Haskel (Likud). In seinem Grußwort machte Ilatov deutlich: „Die Bibel ist die Grundlage der Grundlage. Wir mögen unterschiedliche Religionen haben, aber wir haben ein gemeinsames Buch.“ Er dankte Glick, dass dieser sich unermüdlich für den Dialog zwischen den Religionen einsetze. An die Besucher gewandt, sagte er: „Ich spreche heute Hebräisch zu meinen christlichen Freunden, denn eines Tages werden wir alle Hebräisch sprechen.“ (…)

Komplett zu lesen in der Druck- oder Onlineausgabe der Zeitung. Sie können die Zeitung „Jüdische Rundschau“ hier für 39 Euro im Papierform abonnieren oder hier ein Onlinezugang zu den 12 Ausgaben für 33 Euro kaufen.


Sie können auch diesen Artikel komplett lesen, wenn Sie die aktuelle Ausgabe der "Jüdischen Rundschau" hier online mit der Lieferung direkt an Sie per Post bestellen oder jetzt online für 3 Euro statt 3,70 Euro am Kiosk kaufen.

Brief an die Redaktion schreiben