Der Direktor des „Nahost-Teams“ im Außenministerium, Dr. Christian Buck, verbreitet Falschmeldungen und scheint die bedeutendste Schrift des Nahen Ostens nicht zu kennen.  

Januar 11, 2019 – 5 Shevat 5779
Auswärtiges Amt missbraucht Weihnachten zur Anti-Israel-Agitation

Von Daniel Fallenstein (Ruhrbarone)

Die Bibel ist sicher das bedeutendste Buch aus dem Nahen Osten. Der Direktor des „Nahost-Team“ des Auswärtigen Amtes, Christian Buck, schafft es dennoch zu Weihnachten, selten viel Dummheit in das Zeichenlimit von Twitter zu quetschen.

„Heimatvertriebenes Paar im Nahen Osten auf der Flucht. Findet mit knapper Not einen Platz im Zelt. (#UNWRA) Trotzdem verlieren sie nie die Hoffnung. Auch nicht die Unterstützung kluger Könige. Kommt Ihnen bekannt vor? Frohe Weihnachten! Ihr Nahost-Team im Auswärtigen Amt.“

Das soll auf die Weihnachtsgeschichte anspielen. Der Vergleich ist allerdings äußerst windschief. Ein derartiges Schindluder mit der Entstehungsgeschichte der Christenheit treiben sonst nur gottlose Pegida-Demonstranten.

Wir haben den Tweet des Ministerialbeamten mit den Evangelien verglichen:

1. Maria und Josef reisten anlässlich Volkszählung von Nazareth nach Betlehem. Heimatvertriebene waren sie nicht.
2. Maria und Josef als Juden ohne Fluchthintergrund würden sowieso nicht unter die Zuständigkeit der UNRWA fallen.
3. Der Stall in dem die Krippe stand wurde nicht von einer UN-Organisation gestellt.
4. Die Sterndeuter aus dem Morgenland haben dem kleinen Jesus sicher ihre Aufwartung gemacht. Aber der einzige König in dieser Geschichte veranlasste einen Kindermord. Keine sonderlich kluge Politik.

Selbstverständlich hagelte es Kritik für den nicht gerade bibelfesten Beamten. Seine lapidare Antwort:

„Einige Ihrer Reaktionen zeigen: Dieser Tweet war offenbar missverständlich. Das bedauere ich und bitte um Nachsicht.“

Missverständlich? Falsch. Aber ein deutscher Diplomat macht ja bekanntlich keine Fehler.

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